Roland Tichy ist Chefredakteur der “Wirtschaftswoche Online”. Herr Tichy ist ein Mensch, der eine offenbar sehr schwerwiegende Abneigung gegen alles Grüne, Sozialdemokratische, Linke und Piratige hat. Leider neigt Herr Tichy dazu, seine Haltung nicht etwa argumentativ zu unterfüttern und auf diesem Wege seine Kritik an der Politik besagter Parteien sinnvoll rüberzubringen. Was bedauerlich ist, zumal auch an diesen Parteien einiges zu kritisieren ist. Aber heute geht es mir in erster Linie um Herrn Tichy.
Herr Tichy zeiht es vor, von “rot-grünen Umerziehungslagern” zu sprechen; wegen der um sich greifenden Bevormundungspolitik, die von diesen beiden Parteien aus seiner Sicht ausgeht. Als Chefredakteur lässt der feine Herr auch gerne schon einmal Sätze, wie den Nachfolgenden ab:
Außerdem ist Herr Tichy sauer. Sauer auf das Umweltbundesamt. Weshalb genau Herr Tichy sauer ist, das wird zumindest aus seinen Wortmeldungen auf Twitter nicht so richtig klar. Sich damit näher zu befassen, würde sich wahrscheinlich ohnehin nicht lohnen, denn kaum ist der eine Fauxpas über die Bühne gegangen, da folgt auch schon die Fortsetzung, dieses Mal auf Facebook (nachzulesen hier).
Und weil dieser so bitterlich in die Hose gegangener Versuch Satire zu betreiben mit intellektueller Brillanz in etwa so viel zu tun hat, wie dieser Mai mit gutem Wetter, freute sich der Atomkraftbefürworter und stellvertretende CDU/CSU-Fraktionsvorsitzender Dr. Michael Fuchs (CDU) über die Facebookkommentare zu Herrn Tichys Ausflug ins Land der Satire – oder sollte ich sagen “ins Land der Zurschaustellung antiintellektuellen Unflats”? Wobei, warum eigentlich “sollte”? Ich tat genau das:
Damit sollte meine heutige Beschäftigung mit dem geistigen Output des Herrn Tichy eigentlich zu Ende sein. Eigentlich, denn Tichy fühlte sich zu einem Kommentar angeregt, der wiederum zu einem kurzen Wortwechsel zwischen ihm und mir führte:

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Nun gut. Damit war aus meiner Sicht und zu meinem Bedauern noch immer kein sinnvoller Austausch von Argumenten losgetreten, aber auf der anderen Seite bestätigt ein Dialog wie dieser meine Haltung gegenüber Menschen, die sich so benehmen, wie Herr Tichy sich benimmt.
Kurz darauf meldete sich dann aber auch noch einmal der stellvertretende CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Dr. Michael Fuchs zu Wort, der mich zwar persönlich nicht kennt und von dem ich neben den zahlreichen Artikeln, die ich über seine Umtriebe im Laufe der Zeit auf CDUWatch.de veröffentlichte, nur sagen kann, daß er mir noch nicht ein einziges Mal eine sinnvolle Antwort auf eine ernstgemeinte Frage via Twitter geben konnte bzw. wollte. Und obgleich Herr Unions-Fraktionsvorsitzender mich nicht kennt, will er in mir einen Gutmenschen identifiziert haben:
Freilich scheint in den Augen des typischen Unionsabgeordneten der Begriff “Gutmensch” eher nicht in die Kategorie Kompliment zu fallen – aber damit kann ich leben, erinnere ich mich doch gerne daran, daß “Gutmensch” für gewöhnlich als Beleidigung für Atomkraftgegner, Tier-, Klima- und Datenschützer, für Unterstützer der Energiewende und für Bürgerrechtler verwendet wurde und nach wie vor wird.
Rundherum also Dinge, mit denen ich mich ausgesprochen gerne beleidigen lasse. Aber zurück zu Herrn Tichy, seiner Abneigung gegen alles Rote, Grüne, Linke und eigentlich allem, was nicht straff leistungsorientiert daherkommt.
Vor einiger Zeit, um genau zu sein am 2. Februar 2013 hatte ich schon einmal so ein Aufeinandertreffen mit Herrn Tichy – ebenfalls auf Twitter. Hintergrund damals war ein Castortransport, in den die rotgrüne nordrhein-westfälische Landesregierung involviert gewesen ist. Herr Tichy nahm dies zum Anlass von “klammheimlicher” Vorgehensweise zu sprechen, war jedoch nicht imstande klarzumachen, was genau an dem gesamten Vorgang eigentlich klammheimlich gewesen ist.
Nun ist es so, daß ich politische Auseinandersetzung wirklich sehr schätze – besonders wenn sie mit dem politischen Gegner erfolgt. Nur muss sie inhaltlich fundiert sein, will heißen: Sie muss Fakten aneinanderreihen, die Mosaiksteine zusammenlegen und es einem Außenstehenden ermöglichen, sich entweder selbst ein vollständiges Bild zu machen oder eben schlicht zu überzeugen. Was ich hingegen weniger schätze, ist es, wenn lautstarke Möchtegern-Meinungsführer ihre persönliche Ansicht in den öffentlichen Raum drücken und sich anschließend aber, konfrontiert mit Angriffen inhaltlicher Natur, nur mit persönlichen Angriffen zu behelfen wissen.
Auf Roland Tichy scheint eher letzteres zuzutreffen, wie die beiden nachfolgenden Fotos meiner Diskussion von Anfang Februar mit ihm nahelegen:
Ich bitte die schlechte Bildqualität zu entschuldigen. Zu dem Zeitpunkt als diese Fotos entstanden, musste ich meine Tablet mit dem Mobiltelefon abfotografieren, um die Diskussion zu dokumentieren.


Im Übrigen stellte es sich als glückliche Handlung heraus, Fotos von der Diskussion anzufertigen. Wenige Minuten, nachdem ich Herrn Tichy erklärte, daß er sich mit seiner dumpfbackigen Art mich dem Lager der Sozialdemokraten zuzuordnen (wohlgemerkt ohne mich persönlich zu kennen) schwer in die Nesseln gesetzt hatte, löschte er seine Tweets.
Ich frage mich gerade, wie lange es wohl dauert, bis Herr Tichy auch seine Wortbeiträge zu seinen Schwerpunkten “Reichsklimakammer” und “Umerziehungslager” wieder kassiert. Oder wie lange die Geschäftsleitung der Handelsblatt GmbH in Gestalt von Frau Michalski sowie den Herrschaften Mertens und Steingart sich diesen im Namen ihres Unternehmens verbreiteten Unflat noch anzusehen gedenken. Aber möglicherweise werden derlei Eskapaden in Wahrheit ja sogar für gut befunden.
Wenn ich behaupte, daß Geheimdienste bereits aufgrund ihrer Arbeitsweise mit einer Demokratie unvereinbar sind und daß insbesondere der so genannte “Verfassungsschutz” liquidiert werden muss, werde ich regelmäßig von unterschiedlichsten Leuten angegangen ob ich denn noch richtig ticke.
Ein paar Wochen später dann lese ich Zeitungsberichte wie diesen hier. Das ist immer wieder der Moment, an dem ich mir vergegenwärtige, daß die Kritiker meiner Forderung meine Argumente bislang nicht widerlegen konnten, während selbige durch immer neue Vorfälle gestützt werden.
Immerhin bin ich nicht der Einzige, der sich fragt, wer die in Deutschland lebenden Menschen eigentlich vor diesem “Verfassungsschutz” schützt.
Kürzlich habe ich mir einen Raspberry Pi gekauft. Das ist ein Computer, der so klein ist, daß er in einer Zigarettenschachtel passt. Ein hübsches kleines Teil, mit dem ich einfach mal diverse Dinge ausprobieren will. Bei der Gelegenheit kann ich mir gleich ein paar bis dato nicht existente Linux-Kenntnisse aneignen.
Als ich den Raspberry mit seinem 700 MHz schnellen Prozessor das erste Mal ausprobierte, empfand ich das System verhältnismäßig ruckelig. Um das Problem zu beheben, habe ich vor, das Gerät zu übertakten. Damit meine Investition nicht den Hitzetod stirbt, arbeite ich zurzeit an der Anbringung eines Passivkühlers. Ich möchte an dieser Stelle beschreiben, wie ich dabei vorgegangen bin.
Zunächst einmal habe ich mit eine Schieblehre die Abstände der Komponenten auf der Platine vermessen, um die Dimension des Kühlers bestimmen zu können. Den Kühler selbst habe ich von einer alten ausrangierten Grafikkarte abmontiert. Das Bild unten zeigt den Raspberry Pi, rechts davon meine Vermessung und oben den alten Grafikkartenkühler:

Auf dem Kühler selbst liegt ein Stück Papier, das ich dazu benutzt habe, auf der Unterseite mit einem Bleistift die Schnittlinien einzuzeichnen. Zu meinem Glück befanden sich die Schnittlinien auf allen Seiten genau zwischen den nach oben gerichteten Kühlrippen des Kühlers.
Der Zuschnitt des Kühlers war kein Hexenwerk. Aluminium lässt sich mit einer handelsüblichen Säge verhältnismäßig gut sägen. Empfehlenswert ist es, den Kühler vor dem Sägen fest einzuspannen, wobei darauf geachtet werden sollte, Dämmmaterial einzusetzen, damit die Kühlrippen nicht verbiegen. Außerdem sollte man den Kühler nicht zu fest einspannen, weil sich sonst die Bodenplatte verbiegt. Fertig eingespannt und bereit zum Sägen sieht das ganze wie folgt aus:

Nachdem ich mit allen Schnitten fertig war, habe ich die Kanten noch mit einer Feile geglättet. Das beinahe fertige Ergebnis sieht ganz zum Schluß wie folgt aus:

Ich schreibe “beinahe fertig” weil mir bisweilen noch beidseitig klebender Wärmeleitstreifen fehlt. Außerdem muss ich mir noch eine Lösung für ein weiteres Problem einfallen lassen: Der kleine Chip unterhalb der USB-Buchse ist geringfügig tiefer als der größere Chip in der Mitte der Platine. Mit einem Quentchen Glück werde ich das Problem allerdings bereits mit dem Wärmeleitstreifen lösen können – notfalls trage ich auf dem kleinen Chip zwei Lagen auf.
Wer für seinen Raspberry Pi einen ähnlichen Kühler nachbauen möchte, nachfolgend die Maße des Kühlers:

Viel Spaß beim Nachbau! :)
Gestern Abend stolperte ich über folgende Botschaft:

Bevor ich die Botschaft kommentiere, sei darauf hingewiesen, daß es mir ausdrücklich nicht darum geht, Werbung für die Piratenpartei zu machen. Nichts desto trotz freut es mich sehr, daß es mit den Piraten eine Partei gibt, die gewillt ist, den Themenkomplex Robotisierung und Automation von Militär und Polizeiarbeit zu thematisieren.
Auch wenn die jüngsten Entwicklungen auf diesem Terrain noch bei weitem nicht in das kollektive Bewusstsein der in Deutschland lebenden Bevölkerung vorgedrungen sind, muss man kein Phantast sein, um denkbare Szenarien an die Wand zu malen, die schon binnen der nächsten zehn, vielleicht fünfzehn Jahre auf diese Gesellschaft zukommen werden. Ich will mit diesem Beitrag versuchen, diesen Themenkomplex unter die Lupe zu nehmen.
Der Terminator ist schon längst Realität
Was die meisten Menschen für alberne Spinnerei von Jugendlichen, die zu viele Science Fiction Filme gesehen haben halten mögen, ist nüchtern betrachtet schon heute Realität. Roboter, die sich selbstständig selbst durch widriges Terrain bewegen, ja sogar Häuserfassaden erklimmen können, sind 2013 keine Zukunftsvision sondern stellen lediglich den Stand der Technik dar.
Der Grundstein hierfür wurde meiner Beobachtung nach in den frühen Neunzigerjahren gelegt. Um genau zu sein 1992 als die heute im US-amerikanischen Waltham, Massachusetts ansässige Firma “Boston Dynamics” sich aus der Arbeit des Massachusetts Institute of Technology abspaltete und in die kommerzielle Entwicklung o.g. Maschinen einstieg.
Boston Dynamics entwickelt beispielsweise Roboter, die zur Unterstützung militärischer Bodentruppen konzipiert wurden. Bodentruppen standen schon immer vor Dilemma: Zur Steigerung der Schlagkraft wird technisches Equipment benötigt. Muss dieses auf dem Fußweg über längere Distanzen transportiert werden, führt das in absehbarer Zeit zu Erschöpfung. Abhilfe schafft ein Roboter namens “LS3″ oder “Legged Squad Support System”. Wer sich einen Eindruck des LS3 in Aktion verschaffen möchte, dem sei das nachfolgende Videodokument empfohlen:
Ausweislich der Informationen auf Wikipedia ist der LS3 imstande, rund 180 Kilogramm Beladung aufzunehmen. Ausgestattet mit moderner Sensorik zur Wahrnehmung seiner Umgebung und damit zur Steigerung der Autonomie stellte der LS3 sich bereits ernstzunehmenden Herausforderungen:
On September 10, 2012, two LS3 prototypes were demonstrated in an outdoor test. One of them had done so earlier in the year. The LS3 prototypes completed trotting and jogging mobility runs, perception visualization demonstrations, and a soldier-bounded autonomy demonstrations. They were roughly “10 times quieter” than the original platform. Other improvements included a 1 to 3 mph walk and trot over rough, rocky terrain, an easy transition to a 5 mph jog, and a 7 mph run over flat surfaces. Testing will continue approximately every quarter at military bases across the country.
Der LS3 selbst ist eine Weiterentwicklung eines Vorgängermodells, dem BigDog – oder auch AlphaDog genannt. Mit einem Gewicht von etwa 108 Kilogramm bringt dieser etwa einen Meter lange und 76cm Höhe Roboter erstaunliche Fähigkeiten mit sich. Fähigkeiten, die in den nachfolgenden Videos dokumentiert wurden:
Vor meinem inneren Auge sehe ich schon die Bilder von Straßenschlachten in Ländern, deren Regierungen mittels Roboter wie diesem versuchen, “Recht und Ordnung” widerherzustellen. Wer sich vergegenwärtigt, daß das syrische Staatsoberhaupt in Gestalt von Baschar al-Assad im Rahmen des Syrischen Bürgerkrieges durchweg skrupellos Teile der syrischen Bevölkerung ermorden lies, wird eine Vorstellung von dem Unheil bekommen, das solche Roboter anzurichten imstande sind sofern sie von den falschen Personen kontrolliert werden.
Die Rede ist von Fähigkeiten, die man einfach einmal auf sich wirken lassen sollte, während man sich vor Augen führt, daß es an allen Orten dieser Welt politische Entscheidungsträger gibt, denen Begrifflichkeiten wie “Technikfolgenabschätzung” ebenso fremd sind wie die nötige Phantasie respektive Weitsicht über die möglichen Probleme beim Einsatz dieser Technik. Die schmutzige Wahrheit ist: Es braucht keinen Baschar al-Assad. Es genügt ein Innenminister Hans-Peter Friedrich, der die jährlich in Deutschland stattfindenden Maikrawallen unter Zuhilfenahme entsprechend entwickelter Roboter zu bekämpfen versucht. Widerstandsfähig sind sie ja, wie in dem nächsten Video eindrucksvoll präsentiert wird:
Stählerne Armee im Landesinnern
Wer die jüngsten Entwicklungen der Flugdrohnen mit nur einem Auge im Blick hat, wird sich mit Leichtigkeit gruselige Szenarien vorstellen können. Was sollte einen autoritären Victor Orban davon abhalten, die nächste Schwulendemonstration von der Luft aus zu überwachen und die untereinander per Funk kommunizierenden Drohnen zur Koordinationen weiterer Bodeneinheiten einzusetzen, die den Teilnehmern der ungeliebten Schwulendemo die Parade vermiesen?
Einen per Flugdrohne kontrollierten Bodenroboter wie den ebenfalls von Boston Dynamics entwickelten “Cheetah” könnte man doch spielend durch die Menschenmenge treiben – ganz ohne den Einsatz von müden Polizeikräften, die ggf. sogar aufgrund von moralischen Bedenken den Dienst quittieren. Eine Kostprobe:
Die technischen Grundlagen zur Kommunikation der Drohnen untereinander laufen inzwischen in die Entwicklung von Personenkraftwaren ein, die in naher Zukunft untereinander kommunizieren um so beispielsweise Auffahrunfälle zu vermeiden. Doch mit den personenähnlichen Robotern “Atlas” und “Petman” liefert Boston Dynamics gleich zwei Roboter aus, die an die Science-Fiction-Vorlage aus den Filmen von James Cameron bereits verdächtig nahe kommen:
Boston Dynamics: Modell Atlas
Boston Dynamics: Modell Petman
Das Bedauerliche an derlei Technologie ist der Umstand, daß ihre Forschung und Entwicklung stets von den falschen Menschen und Institutionen vorangetrieben werden: dem Militär und den Wasserträgern des Repressionsapparates. Millionen, wenn nicht Milliardenbeträge in Form von Steuergeldern werden weltweit investiert und am Ende erhält man eine Technologie, die gegen die Bevölkerung missbraucht wird.
Guter Bot, böser Bot
Natürlich ist nicht alles bösartig und auf Repression programmiert. Doch schon beim Einsatz von so genannter “Deep Package Inspection”-Technologie, die in den Geräten, die unser weltweites Datennetz darstellen, scheiden sich die Geister. Was für den einen ein willkommenes technisches Hilfsmittel zur Stabilisierung der Netze ist, ist in den Augen eines anderen ein Werkzeug zur Überwachung und Unterdrückung ganzer Bevölkerungen. Der Unterschied zwischen Demokratie und Diktatur besteht schon lange nur noch in Form einer Konfigurationsdatei.
Meinen ersten Terminatorfilm habe ich mit etwa 13 Jahren gesehen. Ich bin heute fast 28. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß mir im Alter von 40 Jahren auf der Straße eine Maschine in Polizeiuniform begegnet. Das Problem an der Sache ist: Ich habe keinerlei Gewissheit, daß sie keine bösartige Konfigurationsdatei geladen hat.
Was, wenn die in Europa grassierende Austeritätspolitik auch meine Rente auffrist und was, wenn ich im Zeitalter des Terminators auf der Straße demonstrieren will?
Spiegel Online, Zeit, die Rheinische Post und einige weitere Publikationen haben Anfang dieser Woche damit begonnen einen großen Banner über ihre Artikel zu setzen. Mit diesem Banner weisen die Verlage darauf hin, daß ihnen durch den leserseitigen Einsatz von AdBlockern Werbeeinnahmen entgehen. Vielerorts wird auf diesen Vorgang mit Spott und Häme reagiert.
Grundsätzlich erscheint mir ein Teil Kritik am Vorgehen der Verlage berechtigt. Schon seit einigen Jahren sind die Onlineangebote der Verlage ohne AdBlocker streckenweise nur schwer erträglich. Ständig öffnen sich störende Popups und/oder Overlays. Fortwährend trüben epilepsieerregende Blinkegrafiken das leserseitige Informationsbedürfnis; ein Bedürfnis, das sich in einem ungestörten Ambiete eigentlich am wohlsten fühlt.
Nicht zuletzt auch wegen des vielen Unmuts, den die Verlage mit ihrer Lobbyarbeit für das irrsinnige Leistungsschutzrecht auf sich gezogen haben, ist es zumindest nachvollziehbar, daß die Verlage mit ihrer aktuellen Aktion nur wenig Zuspruch erhalten.
Für gänzlich überzogen und wenig umsichtig halte ich jedoch Aufrufe wie den eines Bloggers, der fordert
“Verwenden Sie überall und ausnahmslos AdBlocker”.
Um gleich allen Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen: Ja, auch ich verwende AdBlocker. Ähnlich wie Jürgen Kuri empfinde auch ich den Einsatz von AdBlockern teilweise als eine Art Notwehr. Allerdings dürfte den vielen Kritikern, die Werbeeinblendungen grundsätzlich als Teufelszeug ansehen, die Frage nach einer Alternative gestellt werden. Ich glaube: Viele, die sich jetzt das Maul zerreissen, werden keine Lösung anbieten können, mit der sich journalistische Projekte selbst finanzieren werden können.
Mir geht es hierbei aber nicht bloß um Verlage. Ich selbst betreibe mit CDUWatch.de ein Blog, das ich aus eigenen Mitteln finanziere. Ja, ich benutze dort Flattr und habe eine Bitcoin-Spendenadresse eingerichtet. Ja, ich freue mich regelmäßig auch über die Flattr-Spenden. Trotzdem trägt sich das Projekt nicht von selbst und das obwohl alleine die Kosten für den Webspace, die Domain und die MySQL-Datenbank bei bloß unter 200 EUR jährlich liegen. Ich habe beispielsweise auf CDUWatch noch niemals Werbebanner geschaltet. Wenn ich allerdings lese, daß der Betreiber von “Der Postillon” unter anderem mit Werbebannern gut 2.000 EUR im Monat einnimmt, denke ich schon darüber nach ebenfalls Banner zu schalten.
Nicht etwa um damit Unmengen an Geld einzufahren. Sondern weil der Wunsch zu Grunde liegt, daß derlei Projekte sich auch selbst finanzieren können sollten. Auf Netzpolitik.org wurde kürzlich vorgerechnet, wie teuer der Betrieb des Projekts ist und was auf der anderen Seite tatsächlich reinkommt. Die Bilanz ist – oh, welch ein Wunder! – negativ. Die Ausgaben übersteigen die Einnahmen.
Es ist das eine, viel zu wollen. Das andere ist, sich auch ein tragfähiges Konzept für die Realisierung zu überlegen. Ich persönlich hätte überhaupt nichts dagegen, wenn beispielsweise Netzpolitik.org mehr Banner schalten würde. In meinem AdBlocker ist für deren Seite ohnehin seit langer Zeit schon eine Ausnahme eingerichtet. Ganz einfach weil ich WILL, daß sie Kohle dafür bekommen.
So verhasst der Online-Werbemarkt und die mit ihm einhergehende Nervensägerei auch ist: Aus einer anderen Perspektive betrachtet kann er auch als eine große Umverteilungs-Maschine verstanden werden, derer man sich nur bedienen muss.
Ein Hinweis noch: Dieser Beitrag ist zwischen Tür und Angel entstanden. Mein Kommentar wird der gesamten Komplexität dieses Themas bei weitem nicht gerecht. Trotzdem werden die o.g. Aspekte aus meiner Sicht von einigen Akteuren nicht angemessen beachtet.
![republica-2013[1]](http://www.piksa.info/blog/wp-content/uploads/2013/05/republica-20131.jpg)
Was im Rahmen der diesjährigen Republica bislang leider noch fehlte, war eine Downloadmöglichkeit der jeweiligen Vorträge und Interviews im Audioformat. Diese Lücke darf jetzt als gestopft betrachtet werden. Ich habe in den vergangenenen Tagen alle 142 Videos runtergeladen und die Audiospur extrahiert, die ich nun via BitTorrent verfügbar mache.
In einer vorhergehenden Version dieses Beitrags hatte ich damit begonnen, jeden Vortrag einzeln zu verlinken, aber das stellte sich aus völlig unpraktikabel heraus, weil es einfach viel zu viel Arbeit verbunden und außerdem fehleranfällig gewesen ist. Ich habe daher alle Dateien zu einem einzigen Torrent zusammengefügt.
Damit Eure Download schnell läuft, habe ich heute Nacht bereits für die Vorverteilung im Netz gesorgt. An dieser Stelle herzlichen Dank an die Unterstützer. Der Download schlägt mit 3.39GiB zu Buche. Das Audioformat ist OGG Vorbis. Hier der Torrent, hier der Magnet-Link. Ihr seid herzlich eingeladen, den Link weiterzureichen.
Viel Spaß beim Anhören! :)

Der Chaos Computer Club Düsseldorf hat mich gefragt, ob ich im Rahmen des “Freitagsfoo” nicht einmal Lust hätte, meine Solar-Inselanlage vorzustellen. Ich habe denen zugesagt und werde die Hardware morgen Abend (10. Mai) in den Räumlichkeiten des Chaosdorfs auf der Hüttenstraße 25 in Düsseldorf vorstellen und vorführen.
Wer interessiert ist, kann natürlich gerne kommen. Der Eintritt ist frei, Einlass ab 18.00 Uhr. Ich könnte sogar jemanden aus Langenfeld mitnehmen. Er oder sie müsste mir als Gegenleistung nur beim Tragen behilflich sein. Ich freue mich schon sehr darauf, den Laden und die Menschen dort einmal persönlich kennen zu lernen!
Der nachfolgende Kommentar ist eine Erwiderung auf einen Blogeintrag des Düsseldorfer CDU-Netzpolitikers Thomas Jarzombek, der gleichfalls Bundestagsabgeordneter ist und Mitglied der Enquete-Kommission für Internet und Digitale Gesellschaft gewesen ist.
Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich bin mit Jarzombeks Kommentar überhaupt nicht einverstanden. Im Gegenteil. Ich halte Jarzombeks Forderung an die Netzgemeinde für durchsichtig und darauf ausgerichtet, die schädliche (Netz-)Politik seiner Kanzlerin und seiner Partei länger am Leben zu erhalten, als es gut für die in Deutschland lebenden Menschen wäre. Jarzombek will eine Laufzeitverlängerung für rückwärtsgewandte und von Wirtschaftslobbys ungebührlich stark beeinflusster Klientelpolitik. Doch was es braucht, das ist aktive Sterbehilfe.
Es macht mich wütend zu lesen, wenn ein CDU-Netzpolitiker wie Jarzombek schreibt, daß ein Rückzug dieser Netzgemeinde falsch wäre. Nicht etwa, weil Jarzombek zu Beginn seines Textes die Piratenpartei anspricht während er tatsächlich eher die Netzgemeinde in ihrer parteiunabhängigen Form adressiert. Es ist ein heuchlerisches und vergiftetes Lob, wie das Nachfolgende, das durchsichtiger nicht sein könnte:
“Das politische Engagement der Netzgemeinde ist unersetzlich.”
Ach, ist es das? Mir will beim besten Willen nicht einleuchten, wie ein CDU-Netzpolitiker wie Thomas Jarzombek, der sich während seiner Arbeit in der Netz-Enquete gegen eine gesetzliche Festschreibung der Netzneutralität eingesetzt hatte und der immerzu betont hatte, in Wahrheit doch gegen das Leistungsschutzrecht zu sein, nur um dann doch nicht gegen seine Installation zu arbeiten, ohne dabei vor Scham zu erröten “politisches Engagement der Netzgemeinde” einfordern will.
Beinahe satirisch wirkt es auf mich, wenn Jarzombek eine Politik einfordert, die
“endlich die Infrastruktur des Netzes pusht statt Hürden aufzubauen”.
Ist es tatsächlich doch das Werk seiner eigenen Partei und – auch das gehört zur schmutzigen Wahrheit – dem Mitwirken Thomas Jarzombeks zu verdanken, daß beispielsweise im Rahmen der Netz-Enquete Gelegenheiten verpasst worden sind, korrekturbedürftige Missstände zu korrigieren und sinnvolle Weichenstellungen vorzubereiten. Eigentlich wäre es sogar angemessen, nicht von verpassten Gelegenheiten, sondern vielmehr von aktiver Verhinderungsarbeit durch den CDU-Politiker Jarzombek und auch seinem Parteikollegen und Mitteilnehmer an der Netz-Enquete Peter Tauber zu sprechen, aber um den geht es heute nicht.
Jarzombek bezieht sich in seinem Kommentar auf Sascha Lobos Vortrag auf der diesjährigen Re:publica, einer Konferenz zum Thema… nun, man könnte sagen, ebenfalls “Internet und digitale Gesellschaft”. Sascha Lobo forderte in seinem Vortrag, die Netzgemeinde müsste im Grunde genommen Überzeugungsarbeit leisten und so bitter es auch sein mag, zurzeit eine Bundeskanzlerin namens Angela Merkel zu haben, mit eben dieser zu arbeiten. Das Zauberwort heißt laut Jarzombek “Kompromiss” und überhaupt will Jarzombek schon immer Recht gehabt haben, denn:
“Immer wenn ich mich in den letzten Jahren für einen Kompromiss eingesetzt habe, hagelte es härteste Kritik aus dem Netz. Zuletzt beim Leistungsschutzrecht. Natürlich konnte man sich auf die Position stellen: Ich bin dagegen, alles Blödsinn. Aber was haben diejenigen erreicht? Nichts.”
Ach, wirklich? Nichts? Der ebenfalls netzaktive wenngleich parteipolitisch unabhägige Thomas Stadler zeichnete unlängst in Bezug auf das Leistungsschutzrecht ein erheblich anderes Bild, dem ich viel eher geneigt bin meine Zustimmung zu geben. Und tatsächlich kommt auch Jarzombek auf das Leistungsschutzrecht zu sprechen:
“Der Versuch, dem Leistungsschutzrecht die Zähne zu ziehen, war dagegen gar nicht so unerfolgreich. Ohne jetzt noch einmal alles aufzählen zu wollen: Zumindest ist das Gesetz nun deutlich harmloser als zuvor. Ein klassischer Kompromiss, bei dem niemand am Ende sein Gesicht verloren hat.”
Den Streit um die Einführung des Leistungsschutzrecht als Kompromiss zu bezeichnen, ist aus meiner Sicht ein starkes Stück. Demokratietheoretisch wird man zustimmen müssen, daß es am Ende tatsächlich einen Kompromiss gegeben hat. Aber soll die Art der “Kompromissfindung” wie die deutsche Öffentlichkeit sie am Beispiel des Leistungsschutzrechts gesehen hat prototypisch werden für die Art und Weise wie künftige Gesetze und politische Bestrebungen allgemein “ausgehandelt” werden? Wollen wir das? Ist das wünschenswert für eine Gesellschaft, die eigentlich ganz gerne endlich einmal ernsthaften Breitbandausbau, mehr openGovernment und echte Netzneutralität bei zeitgleich keinerlei Vorratsdatenspeicherung hätte? Ist es einer auf Maximierung von persönlicher und kollektiver Freiheit ausgerichteten und der Zukunft zugewandten Gesellschaft zuträglich, bei absolut inakzeptablen Forderungen (Vorratsdatenspeicherung, Leistungsschutzrecht) und inakzeptablen Zuständen (fehlende Netzneutralität, Blamagen-Breitband) tatsächlich mit denjenigen einen Kompromiss zu suchen, auf deren Mist eben jene Missstände gewachsen sind und weiter vor sich hinsiechen würden?
Wofür Jarzombek hier plädiert, ist die Kooperation mit dem Feind. Wer auf diese Weise mit dem Feind kooperiert, ist dafür verantwortlich, daß Missstände wahlweise nur im Schneckentempo oder gar nicht behoben werden. Wer auf diese Weise mit dem Feind kooperiert, darf sich nicht wundern, wenn es am Ende heißt:
“Wir haben mit diesen Netzmenschen gesprochen und nehmen deren Bedenken sehr ernst. Am Ende haben wir uns aber trotzdem dafür entschieden, die Vorratsdatenspeicherung zu fordern, das Leistungsschutzrecht zu installieren und bei der Netzneutralität auf die magischen Fähigkeiten der unsichtbaren Hand des freien Marktes zu vertrauen. Wir danken aber für das freundliche Gespräch!”
Wofür Jarzombek hier plädiert, ist die Verlängerung des politischen Versagens. Es ist der Versuch den politischen Gegner mit einer Geste der Umarmung kaltzustellen. Kommt, lasst uns doch Freunde sein! Selten so gelacht, Herr Jarzombek.
Betitelt ist Jarzombeks Blogeintrag übrigens mit der Frage, “Zeit für Realpolitik?”. Ja, es ist tatsächlich an der Zeit für Realpolitik. Am dringlichsten ist es Zeit für reale Veränderung. Was es wirklich braucht, ist nicht der vergiftete Kompromiss im Sinne des Herrn Jarzombek, sondern einer konkreten Veränderung der Machtverhältnisse in Deutschland.
Was es braucht, ist ein Erdbeben im September diesen Jahres bei der Bundestagswahl, von dem man sagen wird, daß die vergangenen Landtagswahlen, bei denen Union und FDP signifikante Rückschläge erlitten haben, lediglich kleine Vorboten gewesen sind. Was es braucht, ist eine konsequente Abwahl derjenigen, die uns diesen ganzen Mist eingebrockt haben: Schwarz-Gelb. Es braucht einen Politikwechsel. Und dieser darf im Übrigen gewiss nicht das rote Label der Sozialdemokraten tragen. Die haben uns nämlich schon oft genug verraten und werden es wieder tun.
Man wird sich bestimmt noch an den Aufschrei erinnern, als vor einigen Monaten herauskam, daß irgendein Pirat seine Freundin im Landtag oder so was Ähnlichem beschäftigt hatte. Stimmt, da war doch was. RIESEN-Empörung, besonders vonseiten der etablierten Parteien. Allen voran natürlich SPD und Union. Ihr erinnert euch.
Nun, die Leute beim Spiegel haben sich jetzt mal hingesetzt und ein Bißchen mit der langen Gabel im Sumpf herumgestochert. Und guckt mal, was da Schönes bei den Moralaposteln von der CSU mit einer schwulstigen Gasblase ans Tageslicht geblubbert kommt!
Das netzpolitische Vorzeigemariechen der CSU, Dorothea Bär hat nicht nur ihren jetzigen Mann, sondern noch weitere Verwandte auf vom Steuerzahler bezahlte Stellen gebracht. Und darauf angesprochen kommt von Fräulein CSU-Netzpolitik nur “Ich äußere mich nicht zu meinem Privatleben!”
Neee, Liebchen! Sie haben da etwas falsch verstanden: Das hier ist nicht länger eine Sache Ihres “Privatlebens”. Das ist “Sie haben Ihrer Familie finanzielle Vorteile zu Lasten der Bürger verschafft!”. Das ist genau dieselbe Kategorie korruptes Handeln wie das, was die gesamte Union immer wieder bei dem aus meiner Sicht korrupten und moralisch misraten handelndem Peer Steinbrück angeprangert hat.
Überhaupt, CSU! Man darf sich schon fragen, weshalb in Bayern diese Partei der Unfähigen überhaupt noch etwas zu melden hat. Sehen wir uns doch einfach einmal kurz um, was die Herrschaften der CSU dort so fabrizieren. Anfangen möchte ich mit der tollsten und besten Verbraucherschutzministerin Frau Ilse Aigner.
Ja, genau! DIE, Ilse Aigner, die aus wutschnaubendem Protest mal Facebook damit gedroht hat, ihren Gesichtsbuch-Account zu kündigen! Das ist genau dieselbe Ilse Aigner, die über Jahre hinweg nicht ein Sterbenswörtchen zur Netzneutralitätsdebatte beigetragen hat, obwohl sie aus Verbraucherschutz-Perspektive mit dem ganz großen Hammer hätte draufhauen müssen. DIE Ilse Aigner, die den “Dinosaurier des Jahres” (ein Negativpreis des Naturschutzbundes Deutschland) 2012 erhalten hat, und zwar für:
“Für ihre „rückwärtsgewandte Klientelpolitik“, die einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Politikgestaltung widerspreche. Die Hauptgründe dafür seien, dass Aigner an einer umweltschädlichen Agrarpolitik festhalte und sich nicht engagiert genug für ein besseres Tierschutzgesetz eingesetzt habe. Des Weiteren habe sie eine Neuregelung des Jagdrechtsblockiert sowie sich nicht ausreichend für eine nachhaltigere Fischerei eingesetzt.”
Und diese Dame ist Verbraucherschutzministerin auf Bundesebene! Mir ist unerklärlich, weshalb eine solche fleischgewordene Nichtsnutzigkeit überhaupt Ministerin werden konnte, aber Frau Aigner hat auch noch eine Parteikollegin, die ebenfalls Ministerin ist – in Bayern, ihr Name ist Beate Merk, Ihres Zeichens Bayrische Justizministerin. Was diese Dame so auszeichnet? Nun, ein Blick in die Wikipedia offenbart gar Schauderhaftes:
“Im Februar 2010 erntete Merk Kritik, als sie sich hinter Äußerungen des damaligen Bischofs Walter Mixa stellte, die sexuelle Revolution sei mitursächlich für den sexuellen Missbrauch an Kindern in katholischen Einrichtungen. Merk hatte sich bei Mixa „sehr dankbar für diese klare Stellungnahme“ gezeigt.”
Oder das hier:
“Nach den Anschlägen in Norwegen 2011 forderte Merk die Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung. So müsse es „über mehrere Monate hinweg“ möglich sein zu wissen, „wer mit wem telefoniert, wer wem eine E-Mail oder SMS geschickt hat“. „Wir brauchen einen Zeitraum von mehreren Monaten, in denen Verbindungsdaten sicher auf Vorrat gespeichert werden.“”
Im Justizfall Gustl Mollath ist Frau Merk ebenfalls negativ in Erscheinung getreten. Und daß regelmäßig über Prügelpolizisten in Bayern berichtet wird, scheint Frau Merk überhaupt nicht zu interessieren. Jedenfalls ist bisweilen nicht zu mir durchgedrungen, daß sie auch nur irgendetwas in Richtung Problemlösung unternommen hätte.
In der Steuerhinterziehersache um Herrn Hoeneß wurde herausgefunden, daß die Bayrische Justiz seit Mitte 2012 von Hoeneß’ Eskapaden wusste. Gemacht haben sie offensichtlich Nichts. Warum eigentlich nicht, Frau Merk? Das ist doch Ihr Zuständigkeitsbereich!
Ach ja, und dann war da noch jemand. Dieser feine Herr mit viel zu viel Gel in den Haaren, der sich gerne wahlweise auf Panzern oder der New Yorker Skyline ablichten ließ und sich seinen Doktortitel zusammenbetrogen hat. Dieser feine Herr macht jetzt was mit Internet und richtet dort weiter Schaden an.
Ich habe mir gestern Abend einmal überlegt, daß man mit Bitcoin und Litecoin eigentlich ganz hervorragend und ohne viel Aufwand Projekte für digitale Bürgerrechte unterstützen könnte. Man sieht ja heute schon, daß immer mehr NGOs und Blogprojekte Unterstützung auch in Form von Bitcoins annehmen: Netzpolitik.org, ThePirateBay, Bund für Umwelt und Naturschutz – sie alle sind diesem Trend gegenüber aufgeschlossen.
Ich selbst habe mit Bitcoins schon relativ früh angefangen. Irgendwann 2010/2011 herum habe ich mich mit der Technik vertraut gemacht und bin zu meinen ersten Bitcoins gekommen. Ende 2011 ist die Sache für mich persönlich eingeschlafen und ich habe mich nicht weiter damit beschäftigt. In letzter Zeit jedoch beobachte ich, daß die Sache für immer mehr Menschen von Interesse ist. Man stelle sich nur einmal vor, wie sehr es einem Projekt wie Netzpolitik.org geholfen hätte, wenn sie ganz von Anfang an dabei gewesen wären – wenn man von Anfang an die Kraft der Crowd fürs Minen, also für die Erzeugung der Bitcoins zu einem guten Zweck eingespannt hätte!
Bei Bitcoins sehe ich diesen Zug zurzeit abgefahren: Aufgrund der krass gestiegenen Schwierigkeit mit der Bitcoins erzeugt werden, lohnt sich das Minen auf Grafikkarten eigentlich nicht mehr. Anders verhält es sich jedoch bei dem Schwesterprojekt Litecoin. Hier lässt sich selbst mit haushaltsüblicher Gamergrafik noch ordentlich was rausholen. Der Zug, der mit den Bitcoins inzwischen abgefahren ist, kommt in Form von Litecoins gerade ein zweites Mal wieder. Und diese Gelegenheit könnte man im Interesse unterstützenswerter Projekte beim Schopfe packen.
Konkret:
Organisationen wie der CCC, die Digitale Gesellschaft, Blogger und Podcaster könnten ihren “eigenen Crowds”, also ihren Mitgliedern/Lesern/Hörern doch die Möglichkeit bieten, die Rechenkraft ihrer Computer für die Erzeugung von Litecoins zur Verfügung zu stellen, die am Ende des Tages der Organisation, dem Podcast oder Blog zu Gute kommen und seinen Fortbestand sichern.
Alles, was man anbieterseitig dafür benötigen würde, ist ein Account bei einem Pool (der ist in zwei Minuten erstellt). Dem potenziellen Unterstützer lässt man dann einen vorkonfigurierten Miner herunterladen und ausführen. Immer dann, wenn man den Miner angeworfen hat, wird eine Organisation der Wahl unterstützt. Die so erzeugten Litecoins kämen dank der Kraft des digitalen Mobs den jeweiligen Projekten zu Gute!
Ich bitte um Kommentare!
Nachdem ich Anfang des Jahres mit dem Bau einer Solar-Inselanlage zum Betriebs meines Computers anfing und darüber in meinem Blog auch schon geschrieben hatte, soll hier jetzt ein kleines Update zu den Erweiterungen kommen, die seitdem dazugekommen sind.
Der Stand damals war, daß ich für den Betrieb meines Computers noch einen Wechselrichter im Einsatz hatte. Mit dem war ich aber aus mehreren Gründen unzufrieden. Erstens weil das Gerät unangenehm laut ist. Zweitens ist es sperrig und nimmt Platz ein. Man hat noch mehr Kabel herumliegen. Und zu guter letzt ist die Sache auch noch ineffizient. Das Mainboard eines Computers nimmt 12V Gleichstrom auf.
Damit aus dem 230V Wechselstrom, wie er aus der Wand kommt, 12V Gleichstrom entsteht, haben Computer in ihrem Inneren ein Netzteil, was für die Umwandlung sorgt. Mit dieser Umwandlung gehen Verluste einher. Die will man natürlich möglichst gering halten. Weil die meine gesamte Solaranlage inkl. der Batterie auf 12V läuft, bot es sich damals schon an, das doppelte Umwandeln der Spannung gänzlich abzuschaffen. Damals lief es ja noch so:
1. Die Batterie gibt 12V Gleichstrom
2. Der Wechselrichter macht aus den 12V Gleichstrom 230V Wechselstrom
3. Das Netzteil des Computers macht aus den 230V Wechselstrom wieder 12V Gleichstrom.
Ziel war es also die 12V Gleichstrom aus der Batterie ohne den Umweg über den Wechselrichter gleich auf das Mainboard zu legen. Um das zu bewerkstelligen, habe ich eine Lösung gefunden, wie sie auch bei Computern im KFZ-Bereich eingesetzt wird: Netzteile mit 12V Eingangsseite. In meinem Fall handelt es sich um ein picoPSU (PSU steht für Power Supply Unit, also Netzteil). Dieses Netzteil sieht wie folgt aus:

Es nimmt 12V Gleichstrom an und gibt sie ohne Umwege ans Mainboard weiter. Im Vergleich zum alten Netzteil hat die picoPSU noch weitere Vorteile: Es hat eine signifikant geringere Wärmeentwicklung und muss daher auch nicht mit einem Lüfter gekühlt werden. Dies wiederum wirkt sich positiv auf die Effizienz und auf die Akkustik aus. Kein Lüfter, keine Geräusche. Also Gewinne so weit das Auge reicht!
Wer sich für einen Nachbau interessiert, hier eine kleine Auswahl an Modellen, die für die meisten Interessierten in Frage kommen dürften:
PicoPSU
90 Watt |
M3-ATX
125 Watt + Optionen! |
PicoPSU
150 Watt |
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Der erste Teil war also geschafft! Der laute Wechselrichter steht jetzt im Schrank, die Effizienz ist gesteigert und leiser ist die ganze Veranstaltung auch noch geworden. Sehr schön! Als nächstes wollte ich meinen Router vom RWE-Stromnetz abkapseln. Glücklicherweise arbeitet dieser bereits mit 12V – der Aufwand zum Anschluss an die Inselanlage hielt sich demnach in Grenzen, anders als beim Anschluss der Telefonstation, aber dazu weiter unten im Text mehr.
Eigentlich alle Router werden über Hohlstecker angeschlossen. Diese gibt es zwar in unterschiedlichen Ausführungen, sie sind aber genormt, sodaß man also nur den richtige Größe finden muss. Da ich in einer EDV-Firma arbeite, hatte ich das Glück in unserer Schrottkiste nach alten Netzteilen suchen zu können und mir dort einfach ein passendes Kabel abschneiden zu dürfen. Wer dieses Glück nicht hat, kann sich solche Kabel mit Hohlstecker auch online bestellen, oder mal beim Schrottplatz anfragen. Die haben so was im Regelfall zu Hauf herumliegen.
Nun ist das Ende mit dem Hohlstecker ja kein Problem. Das stöpselt man einfach in seinen Router rein, aber am anderen Ende musste ich Hand anlegen. Die Isolation habe ich etwa einen Zentimeter abziehen und das Ende mit Adernendhülsen versehen müssen. Das sieht am Ende so aus:

Adernendhülsten stülpt man einfach auf die entblößten Kupferdrähte und drückt die Spitze mit einer Zange möglichst fest zusammen. Diese beiden Drähte kann man anschließend wahlweise direkt an die Batterie oder aber wie in meinem Fall an den Lastausgang des Ladereglers anschließen.
Die Variante Anschluß an den Lastausgang des Ladereglers hat den wichtigen Vorteil, daß Schutz vor Unter- und Überspannung gegeben ist und daß sich außerdem der Verbrauch des im konkreten Falls Routers in der Stromverbrauchshistorie des Reglers niederschlägt. Also, Kabel fertig, rein in den Regler, rein in den Router. Router routiert durch Sonnenkraft! :-)
Als nächstes wollte ich mein Festnetztelefon auf Sonnenstrom umstellen. Hier stand ich zunächst vor einem Problem, weil die Basisstation lediglich mit 6V arbeitet. Da ich parallel auch meine Batteriekapazität erweitern wollte, dachte ich zunächst daran zwei zusätzliche 6V-Batterien zu kaufen, diese dann in Reihe zu schalten (damit ich mit meinen 12V Systemspannung bleibe), das ganze dann mit der bestehenden Batterie parallel zu verschalten und von einer der beiden 6V-Batterien einfach den Plus- und Minuspol in Richtung der Telefon-Basistation abzugreifen.
Liest sich schon total kompliziert und das wärs wahrscheinlich auch gewesen. Und unzuverlässig wahrscheinlich auch noch. Ich habe mich dann für eine elegantere Lösung entschieden: Ebenfalls aus dem KFZ-Bereich gibt es DC-zu-DC-Konverter, die 12V auf 6V herunterregeln. Es gibt aber auch noch andere Modelle mit anderen Spannungen, sogar welche, die direkt eine USB-Buchse mitbringen:
Autek DC-Converter
12V auf 5V |
Autek DC-Converter
12V auf 6V |
Autek DC-Converter
12V auf 5V USB-Port |
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Wie auch schon beim Router speist sich die Basisstation über einen Hohlstecker. Ich konnte also das bereits beim Router gelernte eins zu eins bei der Basisstation wiederholen. Der einzige Unterschied bestand darin, daß zwischen den Lastausgang des Ladereglers und das Endgerät jetzt noch der 12V-6V-Konverter zwischengeschaltet wurde. So sieht es aus:

Hierzu noch ein kleines Detail: Wie man sieht, gehen in den Konverter zwei Kabel rein und zwei wieder raus. Das Paar SchwarzRot ist die 12V-Eingangsseite, und das Paar SchwarzGelb ist die 6V-Ausgangsseite. Dort wo das gelbe Kabel aufhört, ist auf gleicher Höhe sowohl beim gelben als auch beim schwarzen Kabel gelötet worden. (Es musste ja das Kabel mit dem Hohlstecker mit dem 6V-Ausgang des Konverters verbunden werden).
Die Lötstellen, habe ich mit so genannten Schrumpfschläuchen versehen. Die stülpt man vor dem Verlöten über die Kabel, positioniert sie nach dem Verlöten über den entblößten Draht und fackelt so lange mit dem Feuerzeug dran herum, bis der Schlauch geschrumpft ist und fest sitzt. (Achtung: Die Schrumpfschläuche unbedingt VOR dem Verlöten aufziehen. Sonst darf man, wie es bei mir der Fall war, alles wieder auflöten und neumachen!!1! :-)) Nun gut – angeschlossen, läuft. Alle nachfolgenden Telefonate dürfen als aktiver Beitrag zur Energiewende betrachtet werden! :-)
Dann noch eine Sache zur Batteriekapazität und den Panelen. Da ich, wie bereits im ersten Artikel zum Thema erwähnt, mit einem einzigen Panel angefangen habe und dieses außerdem auch noch hinter(!) der Fensterscheibe auf der Fensterbank betreibe, ist die Energieernte nicht ganz so dufte. Ich habe mir deshalb noch zwei weitere, kleinere Panele mit jeweils 25Wp gekauft. Die kann ich sogar vor die Fensterscheibe stellen, ohne das sie runterfallen. Solange das Fenster auf Kippe steht, ist das kein Problem.
Nun hatte ich aufgrund der eingeschränkten Energieernte und der Batteriekapazität von 100Ah folgendes Problem: An manchen Tagen wenn ich kaum am PC saß und die Sonne schien, wurde die Batterie voll und die überschüssige Energieernte wurde einfach verbrannt. Wenn ich daraufhin dann wieder aktiver wurde (gerade über mehrere sonnenarme Tage hinweg!), geriet ich verhältnismäßig schnell ans Limit. Ich wollte also a.) länger aushalten können und b.) möglichst wenig Energieernte verbrennen. Die Batteriekapazität musste also ausgebaut werden. Zu diesem Zweck habe ich mir eine zweite Batterie besorgt. Dieses Mal eine Nummer größer: 170Ah. Beide Batterien habe ich miteinander parallel verschaltet:

Auch das ist aber noch immer nicht der Weißheit letzter Schluss, denn erstens fehlt in der Verbindung der Pluspole beider Batterien noch eine Sicherung und zweitens will ich mir eigentlich noch immer eine richtige zyklenfeste Solarbatterie kaufen.
Fürs erste werde ich den Stand der Dinge, so wie er jetzt ist, eine Weile speziell mit Blick auf die Kapazitätsfrage beobachten. Jetzt, da sich ja doch noch ein paar Sonnenstrahlen am Himmel zeigen, will ich erst einmal abwarten, bevor ich mir überlege, was ich sonst noch so machen könnte. Meinen TFT-Monitor jedenfalls würde ich ebenfalls gerne auf Sonnenstrom umstellen, aber leider hat der einen Hohlstecker mit einer ganz exotischen Bemaßung, die ich bisher nirgends finden konnte.
So, das wars fürs erste. In ein paar Monaten gibt es dann bestimmt wieder ein Update. Vielleicht ja dann schon mit neuer Batterie. Dieser Artikel ist jedenfalls zu 100% aus erneuerbarer Energie entstanden. Ich bin übrigens echt erstaunt, wie viele Menschen mich über Twitter auf das Projekt ansprechen. Wenn ihr euch so was nachbauen wollt und konkrete Fragen habt, kontaktiert mich ruhig weiter. Ich bin gerne bereit, mit Rat und Tat zu helfen!
Ich würde ja gerne mal einen dieser Butterfly Bitcoin-Miner so umstricken, daß er automatisch anläuft, sobald Sonnenstrom verfügbar ist. Vielleicht sitzt ja jemand auf einem solchen Gerät und hätte Lust dieses Projekt mit mir zu machen. Apropos Bitcoin! Wenn ihr kein Flattr habt, aber mir gerne zu einer fetten Batterie verhelfen wollt, könnt ihr mich unter 1ZBHnDXnwQ6cjUu17bMRdNcrafRsFvrL8 mit euren digitalen Reichtümern beschenken. :-)
Seitdem ich über ein Nexus 7 verfüge, ist mir aufgefallen, daß mein WLAN-Router der Marke Belkin zwar den n-Übertragungsmodus unterstützt, dieser aber nicht richtig funktioniert. Die Verbindung ist grottenlangsam und instabil. Mit meinem Mobiltelefon komme ich gar nicht ins WLAN.
In der Hoffnung, daß ein Firmwareupdate mein Problem lösen könnte, habe ich vor einigen Wochen ein solches durchgeführt. Seitdem schmiert mir alle Naselang der Router komplett ab, sodaß ich zu ihm hinlaufen und ihn resetten muss. So ungefähr ein- bis zweimal pro Stunde. Außerdem ist mir aufgefallen, daß dar Plastedeckel seitdem ziemlich warm wird – was vor dem Update nie der Fall war.
Ich habe also das Gerät aufgemacht und festgestellt, daß besonders der Chip auf der WLAN-Karte unverhältnismäßig warm wird. Interessanterweise ist ausgerechnet dieser Chip nicht mit einem Passivkühler versehen. Obwohl ich mir bisweilen noch nicht abschließend sicher bin, daß die wiederkehrenden Abstürze auf das Hitzeproblem zurückzuführen sind, war meine Überlegung, zuerst für angemessene Kühlung zu sorgen.
Da ich leider gerade weder Passivkühler noch Wärmeleitpaste habe, ich das viele Routerresetten allmählich ausgesprochen leid bin, habe ich jetzt eine Passivkühler-Sonderanfertigung für gerade einmal 60 Eurocent entwickelt:

Als Wärmeleitpaste verwende ich ein paar Lagen Zahnpasta von Elmex.
Nächste Woche kaufe ich mir dann mal einen neuen Router.
Keinen der Marke Belkin. Deren WLAN-USB-Stick “G+ Mimo” ist nämlich ebenfalls unzuverlässiger Mist.

Bei mir beginnt gerade die Tomatenaufzucht. Die Erde, die ihr da auf dem Foto seht, ist übrigens selbstgemacht. Ich habe letztes Jahr trockene Blätter und Geäßt des letztjährigen Tomatenstrauchs kleingemahlen und bis jetzt einfach im Brutkasten vor sich hin blubbern lassen. Außerdem habe ich noch ein paar Blätter von anderem Gewächs dazugetan, das ich von irgendwo auf der Straße aufgesammelt habe.
Es war ein Experiment – ich hatte keine Ahnung, ob es funktionieren würde. Von der Konsistenz und vom Aussehen und Geruch her, bilde ich mir zumindest ein, daß die Erde gut geworden ist. Drüben in der Küche saugen sich noch ein paar Tage die Maissamen mit Wasser auf. Die werden dann als nächstes in die Erde gesteckt.
Letztes Jahr habe ich ebenfalls Mais angebaut, was jedoch leider von geringem Erfolg gekrönt war. Das Problem war gewesen, daß die Töpfe zu klein waren. Das Wurzelwerk konnte sich nicht angemessen ausdehnen, was dazu führt, daß die Pflanze sich nicht korrekt entwickeln konnte. Dieses Jahr werde ich mir einen besseren Platz für den Mais suchen.
Die Samen habe ich übrigens aus dem Baumarkt. Ich verwende für die Tomaten die Sorte “Marmande VF” und für den Mais die Sorte “Tasty Sweet F1″. Näheres über diese Sorten ist mir jedoch nicht bekannt. Tomaten und Mais halt. Man muss ja auch nicht aus allem ein Doktorat machen. :-)
Unsere Politiker scheinen sich einig zu sein: Tablets sind die “Werkbank der Zukunft”. Kein Spaß, die scheinen davon überzeugt zu sein. Für mich ist das nichts als Bullshit-Bingo. Warum? Weil die sich doch nur modern geben wollen, die Hüpfster! Tablets… Oh weiha! Hat irgendjemand von euch schon einmal versucht, ernsthaft etwas auf einem Tablet zu machen, was auch nur in Wurfweite von “arbeiten” ist? Darüber muss man erst einmal nachdenken, ehe einem klar wird, WIE daneben und lächerlich dieser Vorschlag ist.
Die ganzen Jahre über hätten sie unsere Schützlinge mit Notebooks ausstatten können. Computern, auf denen man Herr im Haus ist; auf denen einem die volle Bandbreite der Möglichkeiten eines Computers offen steht. Stattdessen haben sie herumgesessen und sich gegenseitig beim In-der-Nase-Popeln zugesehen!
Jetzt aber ist alles anders! Jetzt stehen Polit-Hüpfster mit Tablet im Bundestag und kokettieren vor sich hin. Und jetzt auf einmal sollen unsere Schüler mit Tablets ausgestattet werden. Boahhhahhhh, reich mir mal jemand die Pillen damit ich die Schmerzen betäuben kann, die dieser Bullshit in meinem Kopf gerade verursacht.
Die ganze Peinlichkeit an derlei Sprüchen erkennt man schon daran, das wenn Tablets gerade nicht so hip wären, kein einziger Politiker (bis auf bei der Linkspartei!) auf die Idee käme “Notebooks für Schüler!” zu rufen. Weil es denen auch nicht darum geht, die Schüler zu irgendetwas zu befähigen. Nein, es geht nur darum, hüpfsterhaft mit dem Begriff des hippen Tablets zu kokettieren. Seht mal, wie modern ich bin!
Pffffft!
Der Bitcoin-Kurs bewegt sich seit einigen Tagen zielstrebig auf die 200-USD-Marke zu.

(Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken.)
Das ist krass, der Stand vor einem Jahr noch bei 5 USDollar. Ich bin langsam echt mal gespannt, wie sich dieses Phänomen auf die Regulierungsdrüsen der Bankenlobby und unserer Regierungen auswirken wird. So, wie ich die üblichen Verdächtigen einschätze, darf davon auszugehen sein, daß allerhand neue und alte Ideen zur Netzüberwachung und Nutzergängelung wieder aus der Schublade hervorgeholt werden.
Zu nennen wären so tolle Vorschläge wie, “Jeder, der sich ins Internet einwählt, muss sich erst einmal mit seinem elektronischen Personalausweis identifizieren”, oder auch “Wir brauchen un-be-dingt die Vorratsdatenspeicherung weil sonst können wir überhaupt nicht nachvollziehen, wer wann welche Bitcoin-Transfers getätigt hat”. Um nur einmal zwei zu nennen.
Möglich ist aber auch, daß ich mich da irre. Ein nicht zu missachtender Antriebsfaktor im Hinblick auf diese Art der Internetregulierung dürfte die Verbreitung von Bitcoin werden. Signifikantes Augenmerk der Regulierer dürfte Bitcoin ohnehin erst dann auf sich ziehen, sobald man damit seine Alltagsgeschäfte abwickeln kann. Also Hamburger bei McUngesund kaufen, mal eben was im Internet bestellen oder seine Tankrechnung begleichen. Möglich wärs jedenfalls, denn wer ein stinknormales Schlaufon inkl. Internetzugang mit sich herumschleppt, braucht eigentlich nur noch die passende App dazu. Und in Zypern, wo die Regierung im Zuge der Austerität mal eben die Spareinlagen einfacher Bürger zu 60% enteignet hat, arbeitet ein findiger Unternehmer bereits an der Einführung von Bitcoin-Geldautomaten.
Nur mal so als Leitidee: Zypern, Irland, Portugal , Griechenland und Spanien stehen heute schon unter dem Euro-”Rettungs”-schirm (zu diesem Begriff an sich empfehle diese kurze Lektüre hier) und man orakelt bereits, daß Frankreich, Italien, Belgien und Malta ebenfalls bald “gerettet” werden müssen – also auch dort die Austeritätspolitik und somit die Schröpfung der Bevölkerung ansteht.
Als nun in Zypern aus Angst vor einem Bankrun alle Banken geschlossen hatten und der einfache Bürger kein Geld abheben wollte, wurde den Menschen zum ersten Mal schlagartig klar, wie krass ausgeliefert sie sind, solange sie ihr Geld Banken anvertrauen, die tatsächlich im Stande sind, mir nichts Dir nichts einfach die Türen zu schließen. Man stand als Bürger Zyperns also vor der Situation, daß einem durch die Nachrichten eine Teilenteignung in Aussicht gestellt wurde und man konnte seine ersparte Rente noch nicht einmal schnell noch unter dem heimischen Kopfkissen parken. So ist das, wenn man sein Geld einer Institution gegeben hat, die dieses Vertrauen niemals verdient hatte. Diese Erkenntnis begünstigte den Run auf Bitcoin, denn Bitcoin ist nicht von Staaten reguliert.
(Jedenfalls nicht, solange die Staaten™ des Bitcoin-Entwicklers selbst habhaft werden. Bislang scheint darüber auch noch niemand wirklich gesprochen zu haben. Aber das ist ein anderes Thema, das hier nicht behandelt werden soll.)
Ich ziehe an dieser Stelle also eine Verbindung zwischen dem in Europa um sich greifenden Vertrauensverlust in Banken und Sicherheitsgarantien (HAHA, Garantien! *schenkelklopf*) und dem Zuspruch zum Zahlungsmittel Bitcoin.
Die mögliche Entwicklung lautet demnach: Desto öfter die als europäische “Schuldenkrise” um sich greifende Banksterschuldenkrise die Staaten zur Einführung von Austeritätsmaßnahmen verführt, umso wahrscheinlicher ist es, daß mehr Menschen Bitcoin zu nutzen anfangen. Sollt parallel dazu Bitcoin Teil der kommerziellen Lebenswirklichkeit der Menschen werden (Stichwort: Mal eben mittels Bitcoin-App bezahlen), könnte das Rad erst richtig anrollen. Dann könnte, um auf die Frage von Holger Klein zu kommen (
) tatsächlich der Anfang von “irgendetwas” besiegelt sein.
Die Alternative lautet natürlich, daß das alles nur ein kurzfristiger Hype ist sich alles schon ganz bald alles wieder im Sande verläuft. Ich persönlich halte Zukunftsprognosen ganz gleich in welche Richtung sie einschlagen zu diesem Zeitpunkt für gewagt. Was ich bisher an Prognosen gelesen habe, war außerdem nicht sehr überzeugend weil entweder erkennbar von dem Wunsch nach Untergang oder dem Wunsch nach Wir-bauen-uns-die-perfekte-Welt geprägt.
Fakt ist jedenfalls, daß ich selbst vor wenigen Tagen bezeugen durfte, wie Bitcoins im Wert von einigen hundert Euro den Besitzer gewechselt haben. Und zwar nicht in Zypern, sondern hier in Nordrhein-Westfalen, Deutschland. Und weil man genau das vor einem Jahr, als der Kurs noch bei 5 US-Dollar stand, nicht abgesehen hätte, halte ich es zurzeit für klüger, die weitere Entwicklung möglichst aus der Nähe zu betrachten anstatt den je nach Sichtweise kurz bevorstehenden Untergang oder kurz bevorstehenden Durchbruch zu vorabzubejubeln. Man darf jedenfalls zur Kenntnis nehmen, daß es erste zarte Entwicklungen in Richtung Bitcoin-entwickelt-sich-in-unseren-Alltag-hinein bereits gibt.
(Hier ein Beitrag von mir zum Thema Bitcoin von Ende 2011.)
Nachtrag vom 8. April 2013: Ich habe mir gerade mal ein paar Details der technischen Entwicklung unter den Bitcoin-Minern, also jenen Menschen, die an der Erzeugung von Bitcoins arbeiten, angesehen.
Erstaunlich ist, daß der signifikante Kursanstieg des Bitcoin mit der ans Bitcoin-Netzwerk angeschlossenen Rechenleistung in Zusammenhang zu stehen scheint. Die nachfolgende Grafik verdeutlicht die verfügbare Rechenleistung:

(Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken.)
Auffällig ist, daß seit Mitte Januar 2013 die Rechenleistung rapide anwächst. Dies erklärt sich dadurch, daß inzwischen Hardware verfügbar ist, die es erlaubt, Bitcoins auf FPGA (Beispiel 1, Beispiel 2) und ASICs (Beispiel) zu berechnen. Diese Technologien sind zwar verhältnismäßig teuer, erreichen aber weitaus höhere Leistung, als es selbst mit den derzeit besten Grafikkarten möglich ist.
Die Nachfolgende Grafik zeigt den Kursverlauf in USDollar zwischen Ende Februar 2012 und Anfang April 2013:

(Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken.)
Punktgenau Mitte Januar 2013 als die verfügbare Rechenleistung hochschnellte, begann auch der Kursanstieg des Bitcoin. Es stellt sich jetzt natürlich die Frage, ob die plötzliche Steigerung der Rechenleistung, oder, wie zunächst geschildert, der Vertrauensverlust in den Euro – für den Kursanstieg ursächlich ist. Nicht auszuschließen ist allerdings auch, daß die Faktoren sich überlappen. Vom Bauchgefühl her, tendiere ich allmählich jedoch mehr zu der technischen Erklärung (ohne jedoch die erste auszuschließen!).
Nun stellt sich zu Recht die Frage, weshalb der Anstieg der Rechenleistung mit dem Kursanstieg zusammenhängt. Hierzu ist anzumerken, daß mit dem plötzlichen Mehr an Rechenleistung ein nahezu ebenso plötzlicher Anstieg der so genannten “Difficulty” – also der notwendigen Rechenleistung zur Generierung der Bitcoins einhergegangen ist. Je höher die Rechenleistung, desto weniger Bitcoins werden pro Tag weltweit generiert. Die nachfolgende Grafik belegt eine Verlangsamung der täglichen Generierung neuer Bitcoins ab Dezember 2012.

(Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken.)
Je länger es dauert, mit der eigenen Hardware Bitcoins selbst zu generieren, desto höher die Bereitschaft klassische Währungen gegen Bitcoins zu tauschen, sofern man sich mit Bitcoins eindecken möchte.
Die Lehre aus dieser Sparer-Enteignungsaktion in Zypern lautet: Bringe Dein Geld nicht zur Bank. Man kann es drehen und wenden wie man will.
Und denkt bloß nicht im Traum daran, daß Deutschland vor so was sicher wäre. Natürlich werden jetzt eifrig Beschwichtigungsformeln bemüht. Aber man sieht, wie die Dinge jetzt ihren Lauf nehmen: Das eigentliche Versprechen, nämlich die Spareinlagen bis 100.000€ unantastbar zu halten, war von Anfang an eines moralischer Natur. Es diente der Gewissheit der Sparer, an einem sicheren Hafen zu verweilen. Ohne Wenn und Aber.
Wie wenig dieses Versprechen jetzt noch wert ist, zeigt sich am eindrucksvollsten daran, daß es jetzt nur noch als juristische Auslegungssache behandelt wird, indem kurzerhand steuerrechtlich argumentiert wird. Der Trick dabei geht so: Weil die Enteignung das eigentlich als unantastbar geltende Sparguthaben gar nicht berührt, sondern stattdessen eine Art Steuer erhoben wird, kann von Enteignung und von Außerkraftsetzung der Einlagensicherung keine Rede sein.
Es wird passend gemacht bis das gewünschte Ergebnis erzielt wird. Und die Bankfilialen in Zypern haben aus Sorge vor einem Bankrun heute ihre Filialen gar nicht erst aufgemacht. Es wird bereits gemunkelt, daß sie auch morgen und übermorgen geschlossen bleiben.
Was mich in diesem Zusammenhang außerdem die Haare raufen lässt, ist auch die Rhetorik zurzeit. Da wird im Deutschlandfunk tatsächlich verlautbart, daß die Sparer jetzt “entlastet” würden – also im Zusammenhang der Meldung, daß eine bestimmte Summe Spargutgaben nun doch nicht berührt werden soll.
Das muss man sich einmal auseinanderbröseln: Sie beschließen zunächst, Sparer zu enteignen. Sie also zu belasten. Und dann – nachdem sie dafür derbe Kritik einfahren – wollen sie die Belastung abschwächen und sprechen ohne auch nur zu stocken oder dabei rot zu werden, allen Ernstes von “Entlastung”.
Das ist genau so, als würde der Täter sein Opfer misshandeln, anschließend seine Wunden waschen und ganz stolz auf sich sein, weil er seinem Opfer doch hilft in seiner Not, die es ohne den Täter freilich gar nicht erst hätte.
Un-fass-bar. Und die merken das glaube ich noch nicht einmal.
Und am Ende ist die Verwunderung allen Orten wahrscheinlich groß, daß der Hass auf Europa und auf als unfähig geltende Politiker grassiert. Am Ende wundert man sich, daß gefährliche autoritäre Parteien Zulauf bekommen.
(Christian Reinboth zum selben Thema.)
“Wer aber immer wieder hört, dass es ohne Vorratsdatenspeicherung nicht geht, fängt irgendwann an selber daran zu glauben, auch wenn es ein beweisbarer Irrglaube ist.”
Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar erklärt sehr lesenswert, weshalb ihr euch niemals einreden lassen solltet, daß wir ja un-be-dingt die Vorratsdatenspeicherung brauchen.
Wirklich, lest euch das durch! Ich erzähle genau das ja schon seit einer gefühlten Ewigkeit! Der Jurist Thomas Stadler hat vor etwa eineinhalb Jahren bereits eine lange Liste aller HEUTE bereits installierten Ermittlungsbefugnisse gebloggt, die als sehr überzeugendes Argument dafür zu werten ist, daß die VDS schlicht überflüssig ist.
Sehr schön, Grüne! Und ausnahmsweise ist sogar auch die SPD zu loben. Beide Parteien haben sich in Niedersachsen ausweislich des beschlossenen Koalitionsvertrages auf folgende Punkte geeinigt:
1.) Vorratsdatenspeicherung zu den Akten legen.
2.) Leistungsschutzrecht in die Tonne treten.
3.) Sie wollen die Störerhaftung von WLAN-Betreibern einschränken.
4.) Sie zurren “Löschen statt sperren” erneut fest.
Das sind allesamt echte Kernforderungen der Netzgemeinde™.
Mir gefällt das ausgesprochen gut.
Weitermachen, Niedersachsen!
Und weitermachen, liebe Netzgemeinde™. Denn das die Dinge diesen erfreulichen Lauf nehmen, ist zu einem großen Teil auch euch zu verdanken.
Nachtrag: Netzpolitik.org hat dazu bereits heute Mittag etwas ausgearbeitet. Da stecken noch mehr gute Nachrichten drin!
Es tut gut, auch mal Dinge zu erschaffen, die nichts mit Nullen & Einsen gemein haben. Dinge, bei denen bereits das Tun einen Wert und eine Bedeutung erlangt, und zwar im immateriellen Sinne, selbst dann noch, wenn das geschaffene auf materieller Ebene wieder vergeht. Denn was bleibt, ist dennoch von Bestand.
Tut ab und zu auch mal solche Dinge.
Erschafft etwas, und nicht bloß des Erschaffens wegen.
Ihr könnt anschließend natürlich gerne darüber bloggen.
Wie Andreas zum Beispiel, der braut neuerdings Bier. (Und das hört man auch.)
Ich werde demnächst wieder Tomaten ziehen. Und zwar aus dem Samen. Letztes Jahr habe ich das auch schon einmal gemacht, aber da war ich ein Bisschen spät dran. Die Früchte waren trotzdem sehr lecker. Und auch die Nachbarn konnten sich über die Brotbeilage freuen. Dieses Jahr mache ich außerdem auch in Pepperonis.
Achja, und meine Solar-Inselanlage wird weiter ausgebaut.
Und was für Dinge macht ihr dieses Jahr so?
Schon das Neueste gehört? Honorige Unternehmer zahlen laut SPIEGEL ONLINE sechsstellig, ich wiederhole, sechsstellig für den Betrieb eines den Wahlkampf des Herrn Steinbrück unterstützenden Blogs.
Vielleicht sollte ich in Erwägung ziehen, meine Schreibe-Fähigkeiten auch mal in den Dienst dieser bescheuerten Parteien und ihrer Aushängevisagen zu stellen. Gut, ich könnte anschließend wohl mein eigenes Spiegelbild nicht mehr ertragen, aber auf der anderen Seite ließe sich von der Kohle ja ein kleines Eigentum finanzieren und von dem, was übrig bliebe, könnte ich mich so doll narkotisieren, daß mir vielleicht die Gnade des Vergessens meiner eigenen Tat zufiele.
Wobei, neee. Wie sollte ich denn nur jemals wieder meinen Mitmenschen unter die Augen treten? Da zahle ich doch lieber meine Miete und begnüge mich mit der Feststellung, daß ich diese Panegyriker missachte. Weswegen ich die hier auch gar nicht erst verlinke.
Honorige Unternehmer. Ich wette, die gehören denselben Leuten an, daß sich darüber echauffiert, wenn anonyme Wissenschaftler bis dato als “honorig” geltende Doktorandenpolitiker des wissenschaftlichen Betrugs überführen und die ihnen gebührende Verfolgung ins Rollen bringen.
Schlau können diese anonymen Wohltäter jedenfalls nicht sein. Und ob sie mit ihrer Aktion dem vermeidlich Beglückten einen Gefallen erweisen, wage ich stark zu bezweifeln. Wahrscheinlich ist eher, daß sie ihren belobhudelten Peer in der öffentlichen Wahrnehmung nur noch weiter zusetzen. Wobei das auch nicht das Schlechteste wäre.
Bliebe dann nur noch die Frage, wie wir uns dieser ehrwürdigen Madame Teflonbeschichtet im Bundeskanzleramt entledigen.