Tiefergehende Infos zum Service Pack 1 für Windows Vista
Soeben erreichte mich der diesmonatige Technet Flash von Mitch Irsfeld, welcher als Hauptaugenmerk das Service Pack 1 für Windows Vista beinhaltet. Innerhalb des Flashs wurden einige tiefere Informationen veröffentlicht, die ich niemandem vorenthalten möchte. Zunächst ein mal einige Links, die für viele Anwender und Techies durchaus interessant sein könnten.
• Auflistung aller in Service Pack 1 behobenen Probleme
• FAQ zum Service Pack 1
• Beschreibung der Änderungen in Service Pack 1
Insbesondere den letzten Link habe ich mir selber genauer angesehen. Hier meine Zusammenfassung.
Die wichtigsten Verbesserungen nach Bereichen
Performance und Stromverbrauch
• Verbesserte Performance gegenüber dem Vista Originalrelease in den folgenden Szenarien:
• 25% schneller beim Kopieren lokaler Dateien auf der selben Festplatte
• 45% schneller beim Kopieren von Dateien eines Nicht-Vista-Systemes auf ein Vista-SP1-System
• 50% schneller beim Kopieren von Dateien eines Vista-SP1-Systemes auf ein Vista-SP1-System
• Kürzere Aufbauzeiten beim Aufrufen von grossen Bildern
• Schnellere Abarbeitung von Javascript im Internet Explorer
• Es wurde ein neuer Kompressionsalgorithmus innerhalb des Remotedesktopprotokolls verbaut, der laut Angabe von Microsoft zwischen 25-60% der Bandbreite einsparen soll. Der Algorithmus greift insbesondere beim Senden von Bitmaps oder anderen Bildern via RDP.
Sicherheit
• Service Pack 1 beinhaltet API’s, die den Herstellern von Sicherheitssoftware wie Antimalware/Firewall etc bereitgestellt werden. Diese API’s ermöglichen es den Drittherstellern enger mit dem Windows Kernel eines 64Bit Windows zusammen zu arbeiten.
• BitLocker Laufwerksverschlüsselung wurde nun um so genannte Multi-Factor Authentifizierung erweitert. Man kann jetzt TPM mit PIN und weiteren Keys kombinieren. Des weiteren ist die Verschlüsselung jetzt nicht mehr nur auf die Systempartition beschränkt.
Desktopadministration und Verwaltung
• Das integrierte Defragmentierungsprogramm erlaubt es nun einzelne Laufwerke zu defragmentieren.
• Diverse Verbesserungen innerhalb der Network Access Protection.
Service und Deployment
• Es wurde weiter daran gearbeitet Hotpatching auszubauen. Hotpatching sorgt dafür, dass Applikationen via Windows oder Microsoft Update aktualisiert werden, während sie in Verwendung sind und die Wahrscheinlichkeit, dass ein Neustart erforderlich ist wird minimiert.
• Viele weitere Verbesserungen, deren Wichtigkeit eigentlich nur zum Zeitpunkt einer Neuinstallation zum Tragen kommt.
Allgemeine Verbesserungen
• UAC (User Account Control/Benutzerkontensteuerung) wurde auf vielfachen Wunsch minimiert. Das Umbenennen eines Verzeichnisses im geschützten Bereich erfordert jetzt zum Beispiel nur noch eine Abfrage und nicht mehr vier.
Ein weiteres besonderes “Feature” entspringt der Tatsache, dass Windows Vista Service Pack 1 in einer Vielzahl der Binaries dem Server-Pendant Windows Server 2008 entspricht. In einigen Szenarien lässt sich somit eine Windows Vista Service Pack 1 Installation als Quasi-Server verwenden – teilweise sogar uneingeschränkt. Microsoft benennt aktuell zwei Punkte:
• File Sharing
Windows Vista ist auf 10 konkurrierende Verbindungen beschränkt. Windows Server 2008 hingegen ist darauf ausgerichtet mehrere tausende Verbindungen zu managen. Da mit dem Service Pack 1 viele Binaries aus Windows Server 2008 in Windows Vista injiziert werden, profitiert jede Windows Vista Installation implizit von dem Tuning im Bereich File Sharing, welches in die Entwicklung von Windows Server 2008 eingeflossen ist.
• Internet Information Server 7
Seit dem Release von Windows Vista wurde der IIS7 mit ausgeliefert. Viele Verbesserungen, die seit dem durch das IIS-Developer Team durchgeführt wurden, sind letzten Endes in den Windows Server 2008 Release eingeflossen. Diese Verbesserungen wurden auch in das Service Pack 1 für Windows Vista eingepflegt, sodass der IIS auf einer Windows Vista Maschine skalierbarer sein soll.