Webmarketing aus der Sicht vom Karpfenweg
In letzter Zeit hat sich auf meinem Blog einiges getan, regelmäßige Besucher werden es sicherlich gemerkt haben und vorallem in den letzten zwei/drei Wochen kamen erfreulicherweise einige neue hinzu. Genau das mache ich zum Thema dieses Artikels. Ich zeige anderen Blogbetreibern ein paar Möglichkeiten auf den eigenen Blog besser zu bewerben.
First things first: Oft liesst man im Internet von irgendwelchen Zaubertricks, die einem binnen Tagen atemberaubende Besucherzahlen bescheren. Oft geht es hierbei um Aktionen, die auf einem Effekt des viralen Marketings fussen. Die Idee bei der Sache ist es, irgendeinen Effekt zu nutzen, dass ganz viele Leute den Link zu Deinem Blog oder einem bestimmten Artikel in Foren posten, in Ihrem Twitter eintragen und anderen Leuten via Email oder Messenger zuschicken. Im Grunde ist diese Art der Werbung das beste was einem passieren kann – warum?
Im Grunde ganz einfach, denn im wesentlichen ist diese Form von Werbung als eine Art Empfehlung zu betrachten. Nehmen wir an ich sehe auf irgendeiner Homepage einen Link zu einer beworbenen Seite. Folge ich diesem Link..? Warum sollte ich das denn? Ist mir doch im Grunde ganz gleich, was da verlinkt ist. ABER: Kriege ich den gleichen Link direkt von einem Freund zugeschickt, oder postet dieser Freund diesen Link in der Statusmeldung seines Messengers, so löst das bei mir die Frage los “Was hat mein Kumpel da wieder korrektes ausgegraben, das seh ich mir mal an!”. Ich fühle mich durch so eine Art von Werbung nicht belästigt, im Gegenteil: Ich nehme sie sogar als positiv wahr, denn in erster Linie werde ich nicht zum Konsumenten irgendeines Herstellers, der mir seinen Schmodder andrehen will, sondern ich stille mein Verlangen dannach zu erfahren, was meinen Kumpel beschäftigt und was so interessant ist, dass er es mir und seinen anderen Freunden mitteilen möchte.
Warum ich diesen Punkt hier aufführe? Aus positiver Erfahrung. Ich habe vor einigen Tagen einen Artikel in meinem Blog verfasst, der binnen weniger Stunden im Internet ziemlich krass die Runde gemacht hat. Für mich hatte das als Konsequenz Besucherzahlen zur Folge, die in der Zugrifssstatistik meines Blogs einen ansehnlichen Ausschlag erzeugt haben. Den Traffic, den ich in dieser Woche hatte, hätte ich sonst in sechs Wochen nicht gehabt.
Sicherlich stellt man sich jetzt die Frage “Was will der Autor uns nun damit sagen?”. Im Grunde genommen geht es darum, jedem, der seinen Blog bewerben möchte, eines klarzustellen: Wenn du viele Besucher haben willst, versteif dich nicht zu sehr darauf, massig Werbung zu machen – sorge Dich lieber um guten Content!
Klingt jetzt erstmal so als würde ich nicht anerkennen, dass der virale Effekt den Ansturm auf meinen Blog bewirkt hat. Dem ist nicht so. Richtig ist: Der Ansturm auf meinen Blog basierte auf vielen Links von Twitter Accounts, einigen Links durch andere Blogeinträge und einer Menge Besuchern, die keinen nachvollziehbaren Ursprungslink gefolgt sind (also wahrscheinlich Messernger Direktlink) ABER bei aller Euphorie muss man sich doch die Frage stellen “Wieso kam es überhaupt zur viralen Verbreitung?”
Think about it – am Ende des Tages hätte niemand den Link zu meinem Twitter-Job-Verloren-Artikel weitergegeben, wenn sich dahinter nicht ein Inhalt verborgen hätte, der beim Leser eine oder mehrere Emotionen losgelöst hätte, die zur Folge hatten, dass der Leser seine Freunde daran beteiligen wollte. Wem nicht klar ist was ich damit meine, der sei an ein ganz anderes Schlagwort erinnert: “Two Girls, one Cup” … jetzt verstanden? ;-)
An dieser Stelle leite ich aus dem bisher geschriebenem folgende Merksätze ab:
1. Guter Inhalt steht an allererster Stelle.
2. Werbung in seine eigenen Hände zu nehmen ist gut.
3. Andere Leute die Werbung machen lassen ist 10x besser!
Ich habe ein besonders interessantes Video von dem Betreiber von Shoemoney gesehen, in dem er folgende Aussage gemacht hat (sinngemäß): “Wenn man Leute von seinem Inhalt begeistern möchte, muss man ihnen etwas geben, womit Sie sich identifizieren können.” An dieser Stelle musste ich schlagartig an einige Onlinedienste denken, deren Erfolg diese Aussage bestätigt. Was haben StudiVZ, YouPorn und Google gemeinsam? …richtig: Sie geben den Menschen die Möglichkeit, irgendein Bedürfnis zu befriedigen.
StudiVZ gibt den Benutzern die Möglichkeit, mit allen Freunden unkompliziert in Kontakt zu bleiben. Menschen mit Profilneurose, finden mit StudiVZ eine tolle Plattform, um zu zeigen, wie toll und wichtig sie doch sind - lets face it: Es geht um das menschliche Bedürfnis um Anerkennung und Mitteilung – StudiVZ befriedigt diese Triebe.
Weiter zur Mutter der Pornostreaming-Websites YouPorn. Wenn man sich fragt, warum dieses Angebot so erfolgreich ist, wird man in erster Linie denken “Logisch, Sex sells, das war schon immer so!” Aber wars das schon? I dont think so, denn Pornos gab es immer schon – und auch der Kostenlos-Aspekt an YouPorn ist nichts neues im Internet. Ich denke, YouPorn ist deshalb zu so einem Erfolg geworden, weil es – genau wie StudiVZ – menschliche Bedürfnisse befriedigt: Keine Freundin, keine Geliebte, keine dauergeile Nachbarin am Start? Tja dann muss es wohl manuell gemacht werden – und mit einem schmutzigen Filmchen gehts doch besser. Und genau hier ist der Witz an der Sache: YouPorn ist deshalb so erfolgreich, weil es unbefriedigten Leuten aus einer misslichen Situation heraushilft. Total simpel aber effektiv – genau wie der dritte Kandidat.
Google: Eigentlich bedarf es keiner weiteren Erklärung. Google befriedigt das Bedürfnis nach Information. Schnell und ohne viel drumherum. Vor einiger Zeit habe ich – ich weiss nicht mehr von wem oder wo – folgendes gehört: “Im Internet fressen nicht die grossen die kleinen, sondern die schnellen (unkomplizierten) die grossen.” ..Scheint was dran zu sein!
Kommen wir zurück zu meiner eigentlichen Sache: Mein Twitter-Artikel ist im Internet also deshalb so rumgegangen, weil ich es offensichtlich geschafft habe, Leuten etwas zu geben, was sie dankend angenommen haben. Ich denke es lag an einer Mischung aus Schadenfreude, Schock und diesem “Ich habs schon immer gesagt, posaunt im Internet nicht alles heraus-Effekt”.
Bei der täglichen Durchsicht meiner Zugriffsstatistik ist im Laufe der Zeit ein Referrer hinzugekommen, der mittlerweile einen wichtigen Faktor bei der Bewerbung neuer Besucher stellt: Wikipedia! In meinem Blog gibt es einen technischen Artikel zum Thema Ramdisk. Der Inhalt ist offensichtlich für andere Leute so interessant und vorallem als so gut anerkannt, dass ich heute stolzer Besitzer einer Wikipedia-Verlinkung im deutschen sowie englischen Artikel zum Stichwort “Ramdisk” bin. Wir brauchen gar nicht lange quatschen, Wikipedia ist für viele Menschen die Quelle Nummer 1 wenn es darum geht, in Erfahrung zu bringen “Was ist dieses und jenes”. Einen Link auf Wikipedia zu haben, bringt viele Besucher. Hier sei wiederum anzumerken, wie wichtig guter Content ist! Ich hätte sicherlich keinen dauerhaften Platz auf Wikipedia gefunden, wenn der Inhalt Mist wäre. Wer nachsehen will, worum es geht, der klickt hier.
Ergänzen wir unsere Sammlung der Merksätze daher um folgende Punkte:
4. Kümmer Dich um die Menschen und ihre Bedürfnisse.
5. Besorg Dir grosse, anerkannte “Werbepartner” (, die eventuell gar keine Werbepartner sind)
Oh das ist toll, gerade jetzt beim Schreiben fällt mir schon der nächste Punkt ein! Wieso bezeichne ich Wikipedia als Werbepartner, der eigentlich kein Werbepartner ist? Ganz klar, Wikipedia beschert mir täglich einen Haufen Besucher. Warum macht Wikipedia das? Sicherlich würden die das nicht machen, wenn ich dort anriefe um freundlich zu fragen “Entschuldigung, können Sie bitte auf meinen Blog verlinken, ich will mehr Besucher haben!” – Der Grund ist: Gegenseitiges Geben. Wikipedia macht indirekt Werbung für meinen Blog, mein Blog hingegen liefert dem Artikel in Wikipedia einen inhaltlichen Mehrwert.
Dieses Prinzip steckt de facto auch hinter Shortnews – einem Internetnachrichtendienst, an dem sich jeder als Reporter beteiligen darf, der Spass am Schreiben von Kurzartikeln empfindet. Als ich vor einigen Tagen über den Besitzer von Twitter.de gebloggt habe, habe ich kurz im Anschluss an die Veröffentlichung in meinem Blog eine Nachricht auf Shortnews gepostet. Das Resultat? Ich habe abermals eine ansehnliche Besucherschaar auf meinem Blog verzeichnen können. Wenn ich mir den Besucherzähler der betreffenden Nachricht auf Shortnews ansehe, zählt dieser im Moment knapp 14.000 – der Artikel in meinem Blog wiegt momentan (Ende März 2008) gerade einmal 830 Besucher – verschwindent gering also zum Traffic, den Shortnews dank mir umgesetzt hat. Aber who cares?! Am Ende profittieren doch beide davon. Shortnews hat 14.000 Pageviews mehr und ich auch. Wieder was dazugelernt:
6. Gib was, dann kriegste auch was.
Apropos “gib was”. An dieser Stelle möchte ich einige Menschen würdigen, denen ich danken möchte.
Ganz besonderer Dank geht an meinen guten Freund Michael W.
Ich danke Dir für Deine Promo-Momo ;D Du bist der King!
Vielen Dank auch an Oliver Hauser vom WebmarketingBlog. Wer bereit ist, für Webmarketing Geld auszugeben, der findet in Oliver den passenden Ansprechpartner. Viel Erfolg Oli, gib Dich weiter Deiner Herzensaufgabe hin, ich bewundere das.
Oliver Hauser schreibt:
Respekt Peter, du hast es auf den Punkt gebracht. Deinen Vergleich von StudiVZ mit YouPorn finde ich recht witzig. Dürften die Macher von StudiVZ ja wohl nicht so sehen… ;-)
Oliver
30.3.2009 um 18:01
Peter Piksa schreibt:
Ich glaube, denen gehts besser, wenn sie auf Ihre Werbeumsätze gucken ;)
31.3.2009 um 9:40
kadekmedien schreibt:
Absolut richtig: ohne guten Content verschwinden die Leute genauso schnell, wie sie gekommen sind. Mehr noch: sie sind verärgert, merken sich den Namen deines Angebots und kommen nie mehr wieder. – Umgekehrt gilt: guter Content findet auch viele User, die ihn gern bewerben.
2.4.2009 um 15:16