64-Bit weiter im Kommen: Windows Server 2008 R2
Ich will ja nicht behaupten ich sei Hellseher, aber ich habs ja schon vor Monaten behauptet: 64Bit Technologie wird sich im Laufe der Zeit immer schneller Verbreiten und an Akzeptanz gewinnen. Was ich jedoch nicht gedacht hätte, ist dass Microsoft jetzt mehr oder minder die Endzeit der 32Bit-Ära einläutet. Liesst man regelmäßig die gängigen Informationsseiten, so wird man sicherlich mitbekommen haben, dass das kommende Office 2010 das erste Office sein wird, welches in 64Bit erscheinen wird – hier nachzulesen. Office in 32Bit wird es jedoch nach wie vor noch geben – fragt sich nur wie lange noch!Ich würde mich nicht wundern, wenns das letzte Office auf 32Bit wäre. Nachdem man sich beim Exchange Server 2007 bereits von der Weiterführung der 32Bit-Schiene getrennt hat (abgesehen von einer Version, die speziell für Migrationsszenarien und nicht für den Produktiveinsatz - und nur auf Anfrage – verfügbar ist), scheint jetzt wohl auch für den Windows Server 2008 in 32Bit das Ende nah. Ab dem Windows Server 2008 R2 ist nämlich Schluss mit 32 – von hier an wird es nur noch 64 Bit geben.
Nachfolgend ein Auszug aus dem Windows Server 2008 R2 Reviewers Guide:
Windows Server 2008 R2 is the first Windows operating system to be offered for only 64-bit processors. With customers being unable to purchase a 32-bit server CPU for over two years, the performance and reliability advantages to moving to this architecture were too beneficial to ignore.
Übersetzt ins Deutsche heisst das so viel wie:
Windows Server 2008 R2 ist das erste Windows Betriebssystem, welches nur noch mit 64Bit Prozessoren arbeiten wird. Kunden konnten in den letzten zwei Jahren bereits keine Prozessoren mehr kaufen, welche noch auf 32Bit liefen und der Performance- und Zuverlässigkeisvorteil, den ein Wechsel von 32- auf 64-Bit-Technologie mit sich bringt ist zu gross, um ihn ausser Acht zu lassen.
Jetzt mit der Planung für die Zukunft starten!
Ich rate jedem Unternehmen dringend die Entwicklung in Sachen 64Bit sorgsam im Auge zu behalten. Insbesondere Unternehmen, die kaufmännische Software von den gängigen Herstellern wie Sage, proAlpha, Lexware und wie sie alle heissen einsetzen, sollten besser früher als später Kontakt mit dem Händler Ihres Vertrauens aufnehmen um böse Überraschungen zu vermeiden. Im Wesentlichen halte ich es für sinnvoll, die komplette Softwarearchitektur auf allen relevanten Servern gegen 64Bit-Tauglichkeit zu überprüfen. Das ist besonders angesichts der ablaufenden Mainstream-Supportphase für Windows Server 2003 ratsam: Am 13. Juli 2010 ist nämlich Schluss, und wer dann noch Herstellersupport für Windows Server 2003 haben will, der zahlt die Extended-Support-Gebühren. Nun ist es richtig, dass die meisten Unternehmen Ihren Serversupport ohnehin von einem ‘unabhängigem’ Partner beziehen und somit relativ losgelöst von Microsoft Product Lifecycle sind, doch auch unabhängige Partner haben triftige Gründe alte Software nicht mehr oder nur noch eingeschränkt zu unterstützen.
Kein Geschwätz – echte Vorteile!
Viele Unternehmer scheinen noch nicht begriffen zu haben, weswegen ein Wechsel von 32 auf 64 Bit so enorm wichtig ist, daher hier einige Punkte, die dies verdeutlichen sollen.
• 64 Bit Technologie hat gegenüber der alten 32 Bit Technologie enorme Vorteile in Puncto Skalierbarkeit. Ein 64 Bit Prozessor ist in der Lage bei gleicher Taktung und in etwa gleichem Stromverbrauch ein vielfaches mehr an Leistung zu realisieren. Ergo lassen sich auf einem x64 Prozessor mehr Aufgaben zur gleichen Zeit ausführen, was wiederum in einigen Szenarien sogar den ein oder anderen Server überflüssig macht.
• Thema Virtualisierung. x64 Prozessoren sind besonders gut für effiziente Virtualisierung geeignet. Ja, 32 Bit Prozessoren können das auch – ist aber nicht zu empfehlen. Virtualisierung ermöglicht in vielen Szenarien enormes Einsparungspotenzial.
• Systeme, die unter 64 Bit laufen, sind in der Lage viel mehr Hauptspeicher zu verwalten. Dies birgt insbesondere den Vorteil günstigerer Softwarelizenzen. Ich will damit nicht sagen ein Windows Server in 64 Bit sei günstiger als die gleiche Software in 32 Bit – in der Realität sind die Preise genau gleich – doch spätestens wenn der Hauptspeicherbedarf grösser 4GB ging, wurde in den meisten Fällen bereits die Enterprise Edition fällig, welche um einiges mehr kostet als die Standard. Unter 64Bit sind bereits in der Standard Edition 16GB adressierbar.