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Was unser Kulturstaatsministerium von Meinungsfreiheit hält

Aus den immer beliebter werdenden Serien “Warum die EU schlecht für uns alle ist” und “Das Deutschland, welches uns nicht mehr gehört” kommt heute ein Artikel von der Zeit, in dem sie beschreiben, was für eine Schweinerei aktuell sogar schon am Deutschen Historischen Museum stattfindet. Kurzum: Die haben da eine Ausstellung über die Entstehung und Wirkung von Fremdbildern durchgeführt. Nette Sache wird man sich denken – zumal Selbstreflexion noch niemandem geschadet hat. Das Problem an Selbstreflexion ist nur, dass es da durchaus auch schonmal dazu kommen kann, dass man Dinge feststellt, die einem vielleicht nicht so gut gefallen. So geschehen bei dieser besagten Ausstellung. Lest mal:

Eigentlich sollte der Staatsminister für Kultur, Bernd Neumann, die Ausstellung mit einer Rede beehren, er hatte jedoch kurzfristig abgesagt und seine Stellvertreterin Ingeborg Berggreen-Merkel geschickt. Die kritisierte nun vor versammeltem Festpublikum die Arbeit der Kuratoren.

Das nur so als Appetitanreger. Der wirkliche Knaller an der Geschichte ist folgender. Die Aussteller hatten dort eine Texttafel, die sich mit Migranten befasst. Jetzt hat der Kulturstaatsminister mal eben angeordnet das Teil solle gefälligst abgeändert werden. Zum Ende der Texttafel fand sich dort nämlich folgender Text:

Neue Gesetze über Staatsangehörigkeit und Zuwanderung schufen erst seit der Jahrtausendwende die neuen Rechtsgrundlagen. Während innerhalb Europas die Grenzen verschwinden, schottet sich die Gemeinschaft der EU zunehmend nach außen ab. Die ›Festung Europa‹ soll Flüchtlingen verschlossen bleiben.

Aber das Kulturstaatsministerium fand das zu realitätsnah und kritisch und hat mal eben folgende Änderung angeordnet.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge fördert seitdem staatlicherseits die Integration von Zuwanderern in Deutschland.

Ich bin ja dafür, dass Martin Haase, der Autor von einem ganz hervorragendem Vortrag zum Thema Neusprech, sich hier eine Notiz für eventuelle spätere Verwendung in einem kommenden Vortrag macht.

Meine Meinung zu dem Thema: Gut, dass wir in der EU sind. Die setzen sich ja für Demokratie und lauter andere gute Dinge ein. Privatisierung und so… Freie Märkte und andere Buzzwordlereien. Wenn die erstmal richtig was zu sagen haben, wird es auch sowas böses wie Zensur nicht mehr geben!

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