Soziale Netzwerke werden bald zur Strafverfolgung genutzt
Bei Telepolis haben sie gerade einen Artikel darüber geschrieben, wie Forscher Soziale Netzwerke dazu nutzen können, um potenzielle Meinungsmacher zu erkennen. Die beziehen sich natürlich darauf, dass traditionelle Werbeaktionen ja nicht mehr greifen und es heutzutage notwendig sei, die sogenannten Lead-User aufzugreifen. In der Tat mag die Theorie durchaus sinnvoll sein. Für unternehmen gibt es da auch bestimmt eine gefühlte Trilliarde an möglichen Einsatzszenarien für solche Techniken.
Aber: Bottom-Line für mich ist in dem ganzen Bericht folgender Satz.
“Die Netzwerkanalyse stößt bereits seit einigen Jahren auch bei Geheimdiensten und Strafverfolgern auf Interesse.”
Lest mal, was dort geschrieben steht.
“Ein neues Paradigma der Informationsverarbeitung könnte den Behörden nun unerwartet bei der Fahndung helfen. Dreh- und Angelpunkt ist dabei die Netzwerktheorie. Sie soll helfen, Licht ins Dunkle von Terrornetzen zu bringen, Strukturen aufzudecken und Schwachpunkte für eine wirksame Terrorabwehr offenzulegen.”
Ich warte schon auf den Tag, dass eine grosse Volkspartei auf die Idee kommt, alle Betreiber von sozialen Netzwerken im Internet per Gesetz dazu zu verpflichten, eine API für das Bundeskriminalamt zur Verfügung zu stellen, um gezielte Suchanfragen an deren Datenbanken abzusetzen.
Für mich wird ja immer wahrscheinlicher, dass ich meine Onlineprofile löschen werde. Ich will gar nicht wissen, was StudiVZ und Konsorten alles für fiese Geheimverträge mit anderen Unternehmen haben, die die Weitergabe von Daten betreffen. Gruselig das alles.
Mein Mitgefühl gilt allen zu Recht besorgten Eltern, die um obig geschilderten Sachverhalt wissen, und es nicht fertig kriegen, ihren Kindern die Nutzung von diesen Netzwerken zu verbieten. In der heutigen Zeit würde man sein Kind doch von der Gesellschaft ausschliessen, wenn man es vor der Datensammelwut der Unternehmen schützen möchte.
Übrigens: Der Titel “Soziale Netzwerke werden bald zur Strafverfolgung genutzt” mag auf den ersten Blick vielleicht ein Bisschen reisserisch klingen – trotzdem sollte man darüber nachdenken. Dass die Behörden heute schon im Internet recherchieren, sollte spätestens nach dieser Meldung allgemein bekannt sein. An dieser Stelle muss man nur noch hinzuziehen, dass Regierungen weltweit dazu übergehen Elemente der Prävention einzusetzen – in diesem Zusammenhang freut es sie natürlich, dass jeder Bürger von Jahr zu Jahr gläserner wird. Schaut euch in diesem Zusammenhang bitte den ZDF-Videobeitrag “Der gläserne Deutsche” an.
Wenn ihr kotzen wollt, kann ich das verstehen!


