SPD die Netzpartei, dass ich nicht lache!
Sorry liebe SPD,
und Sorry im Vorfeld an alle engagierten SPD-Mitglieder, die es möglicherweise ernsthaft meinen, wenn Sie davon sprechen, dass die SPD sich langsam als Netzpartei etablieren soll (ich weiss, es gibt auch Leute in der SPD, die es ernst meinen),
wenn ich Artikel, wie diesen hier auf Carta lese, in dem eure Berliner StaatsSenatskanzleichefin Barbara Kisseler sich allen Ernstes für Three-Strikes ausspricht, und mit völlig wirren Argumenten um sich wirft, weshalb die Contentindustrie Mittel bräuchte, dass man die unzähligen trilliardenverlusteverursachenden Raubkopierer bestrafen müsste, dann verliere ich echt den Glauben daran, dass die wenigen guten Leute in der SPD sich gegen diese Ideologie jemals durchsetzen werden können – ich sehe ja noch nicht einmal öffentlichen Widerspruch gegen diesen Unsinn, wobei ich ja noch die Hoffnung habe, dass da etwas kommt.
Da werden dann auch gleich mal Urheberrechte als Argumentationszündstoff missbraucht.
Liebe Freunde bei der SPD, ihr müsst echt zusehen, dass ihr eure Leute mit Sachkenntnis füttert. In Sachen Urheberrecht empfehle ich diese Lektüre diese Lektüre (der erste Link war nicht der, den ich meinte) , verfasst von Felix Neumann. Da hat sich jemand tiefe Gedanken zu dem Thema gemacht.
Update: Wie ich gerade bei Markus Beckedahl lese, bin ich nicht der einzige, der sich fragt, wie das eigentlich mit der Idee der SPD-Netzpartei zusammenpast. (Siehe letzter Satz)
Jens Matheuszik schreibt:
Entschuldige wenn ich jetzt etwas ausfallender werde:
Mich kotzen diese Verallgemeinerungen an!
Nur weil eine Person zufälligerweise der Partei X angehört, heißt das doch noch lange nicht, dass die gesamte Partei dahintersteht und man diese sippenhaftmäßig (dachte auch, dass wir die nicht mehr haben…) dafür angreifen kann.
Natürlich sind die Aussagen von Barbara Kisseler daneben – aber ich kann für alle möglichen Parteien auch jeweils einzelne (und auch teilweise sehr herausragende!) Mitglieder finden, deren Aussagen nicht in Ordnung sind und die ich dennoch nicht als stellvertretend für die ganze Partei sehen würde.
30.5.2010 um 20:52
Peter Piksa schreibt:
Lieber Jens,
ich kann Dich gut verstehen, dass es Dich ankotzt. Steckte ich in Deiner Haut würde es mich wahrscheinlich auch ankotzen, sowas über die SPD zu lesen. Aber das ist nunmal die Realität der Netzpolitik, in der man nicht auf der einen Seite behaupten kann zukünftig die neue Netzpartei zu sein, auf der anderen Seite jedoch das genaue Gegenteil von dem, was man sein möchte, propagiert.
Es gibt für Kritiker keinen Grund mehr sich zurückzuhalten. Ich zumindest sehe zurzeit keine Legitimation mehr für “Sind ja nicht alle gleich-Ausreden”. Wenn die SPD tatsächlich einen auf Netzpartei machen will, ist es unerlässlich, dass jene Parteimitglieder, die im Namen der Netzpolitik ihre Stimme erheben, auch etwas zu sagen haben, was dem angeblich neuem netzpolitischen Geist entspricht.
Und wenn die paar “guten”, wie ich sie nenne, von den anderen übertönt werden, müssen die paar guten die Realität als eine anerkennen, die den Begriff SPD-Netzpartei ad absurdum führt.
30.5.2010 um 21:01
Falk D. schreibt:
Jens, wenn Peter Meier, Mitglied im Ortsverband Pusemuckel so einen Mist erzählt, wirft es nicht unbedingt so ein schlechtes Licht auf die Partei, aber diese Dame ist Kanzleichefin und war im “Kompetenzteam” FWS – also schon ein halbwegs offizielles Sprachrohr ebenso offizieller SPD-Diktion. Daher wird die SPD sich einfach gefallen lassen müssen mit den Worten ihrer Chefetage konfrontiert zu werden. Der umgekehrte Ansatz, dass Frau Kisseler aus ihrem Amt heraus völlig freidrehend Thesen in Interviews absondern darf, wäre nebenbei noch peinlicher für die SPD.
Falk D.
31.5.2010 um 0:39
AK Digitale Gesellschaft der SPD Schleswig-Holstein schreibt:
Angebliche SPD-Politikerin bei netzpolitik.org…
Markus Beckedahl (Mitglied der GRÜNEN) fragt in seinem Artikel “SPD- Politikerin Barbara Kisseler gegen freie Wildbahn im Internet‘“, ob die Interview-Antworten von Barbara Kisseler eigentlich die offizielle Position der SPD darstellten. Ein weni…
31.5.2010 um 12:00