Blog von Peter Piksa

Internetsperren in der Türkei stärken alle Argumente der Netzaktivisten

Wenn wir demnächst mal wieder beweisen müssen, dass Internetsperren kein wirksames Mittel gegen den dokumentierten sexuellen Missbrauch von Kindern sind, müssen wir nur in die Türkei gucken. Dort wird zurzeit wieder neu debattiert, ob man dne Zugriff auf Google-Dienste wie YouTube wieder freigeben soll. Und genau wie bei uns wurden die gleichen fadenscheinigen Argumente aufgeführt:

Turkey’s censorship of the internet dates back to 2007, when a law was passed to tackle child pornography and websites that encourage suicide, drug use, gambling or prostitution. The law broadened state powers by creating a government office with the authority to shut down websites without a court order.

“Child pornography” und “websites that encourage suicide, drug use, gambling or prostition”. Ich glaube jeden dieser Satzbestandteile schon in Deutscher Version von irgendeinem Inkompetenzträger unserer Regierung gehört zu haben. Oh, und man kann am Beispiel Türkei übrigens auch ganz gut sehen, dass die Zensur sich eben nicht nur darauf beschränkt, wofür sie ursprünglich gedacht war, sondern, dass das alles völlig ausufert und von der Regierung missbraucht wird, um beispielsweise den Zugriff auf YouTube zu blocken.

YouTube was banned in 2008 after a video was posted on the site showing Greek football fans taunting Turks and making claims about the country’s founder, Mustafa Kemal Atatürk.

Furchtbares YouTube. Damit kann man sich ja zunehmend auch informieren. Und das unabhängig, wo kommt man denn da hin, wenn die Bürger sich unabhängig informieren? Achso, aber natürlich funktioniert die Maßnahme nicht.

But the site still regularly scores among the top 10 most visited in Turkey, largely due to the use of proxy servers to circumvent the ban.

Haltet euch das gut im Hinterkopf. Damit könnt ihr Freunde von Internetsperren leicht überzeugen, dass Sperren der Holzweg sind.

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