Blog von Peter Piksa

Archive for Oktober, 2010

Oktober 12th, 2010

Sigmar Gabriel (SPD) verhindert Aufklärung

Posted in Allgemein by Peter Piksa

Sigmar Gabriel von der SPD hat jetzt mal erklärt, weshalb er einen Untersuchungsausschuss zur Polizeigewalt bei Stuttgart 21 lieber verhindert, als zu seiner Einberufung beizusteuern:

Von der SPD kam bereits eine Absage und damit mangels Mehrheit das Aus. Ein Untersuchungsausschuss so kurz vor der Landtagswahl führe laut Parteichef Sigmar Gabriel nur zum Missbrauch.

Ich übersetze das mal für euch in Klartext:

Wenn wir also künftig Prügelpolizisten von der Leine lassen wollen, müssen wir nur abwarten bis wieder eine Wahl vor der Tür steht. Wenn dann jemand auf die Idee kommt einen Untersuchungsausschuss zu fordern, kanzeln wir das Anliegen einfach ab, indem wir sagen das würde missbraucht werden.

Das Problem an der Wurzel packen? Sich mit den Opfern solidarisieren, statt die Täter schützen? Pach, wofür!? Die Opfer sind es doch selber schuld. Was nehmen die auch ihr Demonstrationsrecht in Anspruch?

Oktober 11th, 2010

Die Schmutzkampagne zu »Tatort Internet«

Posted in Allgemein by Peter Piksa

Normalerweise vermeide ich es, einen Link auf BILD Online zu setzen, doch als mich heute Morgen ein Kollege auf einen Artikel über Stephanie zu Guttenberg und ihr unsägliches neues TV-Format mit dem Titel »Tatort Internet« hinwies, las ich einen Text, der für den unbedarften Leser derart irrestiftend und verhetzend wirkt, dass ich ihn einfach mal kommentieren will.

Unter dem Titel »Kinderschänder beschimpfen Stephanie zu Guttenberg« behauptet BILD, dass irgendwelche Leute, vornehmlich Kinderschänder bei der Hotline von N.I.N.A. e.V. angerufen hätten, um die Mitarbeiter dort zu beschimpfen, gezielt die Anschlüsse zu blockieren oder Morddrohungen auszusprechen. Problematisch nur, dass man es als Außenstehender sehr schwer haben wird eine verlässliche Information über den Wahrheitsgehalt dieser Aussage zu bekommen.

Ich war ja drauf und dran bei NINA anzurufen und zu fragen, ob sie dem Artikel bei BILD Online zustimmen, doch als ich dem Impressum von NINA entnommen habe, dass sie eng mit Innocence in Danger zusammenarbeiten, war mir klar, dass sich die Frage wohl erübrigen dürfte. Innocence in Danger nämlich, das wissen nur die wenigsten Menschen, ist eine der verlogenen Organisationen, die hinter dieser ekelhaften Reihe Tatort Internet stecken. Ich möchte euch an dieser Stelle nur die TV-Kritik von Stefan Niggemeier zur Pilotfolge von Tatort Internet auf Heise.de empfehlen. Das dürfte gerade für all jene, die die Sendung gesehen und total toll und informativ gefunden haben, so etwas wie eine kleine Offenbarung sein.

Wem das noch nicht reicht, der möge sich bitte auf Netzpolitik.org zu der Art und Weise belesen, wie der CDU- und regierungsnahe Sender ZDF der Chefin von Innocence in Danger und Moderatorin von Tatort Internet in Personalunion eine Grenzen der Peinlichkeit überschreitende Werbesendung mit Peter Hahne widmete – schaut euch ruhig auch mal die Videos an. Aber zurück zu der heutigen Aktion von BILD Online.

Die zu Guttenberg spielt sich da natürlich medienwirksam als Opfer auf und BILD Online spickt ihren Text mit lauter Hinweisen auf die neue “Doku”-Reihe Tatort Internet.

Und guck mal, was für ein ekliges Werbebanner sie dann unter dem Text zeigen. Da wo das Stoppschild zu sehen ist – meine feinfühlige Nase riecht ja sofort, dass es sich hier nur um den fauligen Geruch einer Propagandaaktion handeln kann, bei der erst mal kräftig emotionalisiert wird, um dann den Gedankenschluss mit dem Stoppschild aus den Internetsperren zu machen. Wir können uns alle noch daran erinnern, wie Ursula von der Leyen auf genau die gleiche perfide und verlogene Art und Weise den Deutschen das Lügenmärchen des Milliardenmarktes von dokumentiertem Kindesmissbrauch verkaufen wollte.

Ich kann nur schwer in Worte fassen, wie widerwärtig ich das finde. Aber die Sache geht noch weiter. BILD Online macht ja auch eine Gewinner/Verlierer-des-Tages-Seite. Und auf der Verlierer-Seite haben Sie heute die Sabine Leutheusser-Schnarrenberger gepostet, wobei als Begründung genannt wird, sie würde sich dagegen verwehren Daten von Onlinekriminellen wie Kinderschändern zu speichern. Ausserdem widerspricht sie ja dem BKA. Hört ihr? Sie widerspricht dem BKA! Was erlaubt die sich eigentlich dem BKA zu widersprechen? Wo kommen wir denn da hin, wenn eine Justizministerin sich vom BKA ihren Text nicht diktieren lässt? Nein, also eine derart dekadente Form von Widerspruch einem Bundesamt gegenüber darf in unserer Gesellschaftsordnung kein Raum gewährt werden. Das grenzt ja an Demokratie! Wo kämen wir denn da überhaupt hin?

Und dann mündet die Begründung auch noch in einer Empfehlung an die Bundesjustizministerin.

BILD meint: „Tatort Internet“ gucken!

Einfach nur abstoßend, BILD! Ich kann wirklich nur jedem einzelnen von euch empfehlen, gegen diese Art der gezielten Desinformation in der Art vorzugehen, dass man mit möglichst vielen Menschen darüber spricht und die Verlogenheit hierbei aufdeckt.

Oktober 5th, 2010

16 Wochen Knast wegen Verschlüsselung

Posted in Allgemein by Peter Piksa

In England haben sie einen 19jährigen für 16 Wochen in den Knast gesteckt, weil er den Behörden das Passwort für seinen Rechner nicht rausgeben wollte. Die waren, wenn ich das richtig lese, in einem Ermittlungsfall in Sachen Kindesmissbrauch tätig.

Kotz-Quote:

“It sends a robust message out to those intent on trying to mask their online criminal activities that they will be taken before the courts with the ultimate sanction, as in this case, being a custodial sentence.”

Sobald Du also irgendeiner Tat beschuldigt wirst, hast Du gefälligst auf Deine Privatsphäre zu verzichten, bis Deine Unschuld erwiesen ist. Ich warte nur darauf, dass bald in Deutschland eine großflächige Kampagne anrollt, die dann in der Öffentlichkeit die Meinung installiert, dass Leute, die ihre Festplatten verschlüsseln, grundsätzlich verdächtig sind. So nach dem Motto

Wenn Du nichts Verbotenes auf Deinem Rechner hast, warum verschlüsselst Du dann überhaupt?

Wi-der-wärtig.

Oktober 4th, 2010

Polizei hilft bei WLAN-Haftungsfragen

Posted in Allgemein by Peter Piksa

Dass früher oder später frei zugängliche Internetanschlüsse an öffentlichen Orten entweder verboten, oder durch andere fiese Tricks verhindert werden, war mir ja schon lange klar. Ich lese gerade einen Artikel, in dem sie schreiben, dass eine Cafékette in ihren Niederlassungen jetzt die freien Internetzugänge abschaltet, weil darüber “unerlaubte Daten” heruntergeladen wurden.

Wollt ihr mal hören, was der Bereich Computerkriminalität der Düsseldorfer Polizei dazu sagt?

“Zumindest sollte der Nutzer seine E-Mail-Adresse angeben müssen. Über die Mailanbieter lässt sich bei einem Missbrauchsfall meist zurückverfolgen, wer illegale Daten heruntergeladen hat.”

Na klaro! Also erstmal will niemand irgendwo seine Emailadresse angeben, nur weil er sich mit seinem Notebook ins Café setzt und dort mal eben ans Netz will und zweitens erschließt sich mir nicht, wie der Cafébetreiber sicherstellen soll, dass ich nicht einfach die Emailadresse eines Ministers in das Eingabefeld eingebe? Wie wollen die Herren meine Eingabe denn validieren? Ich könnte ja alles Mögliche dort angeben. Und überhaupt stelle ich mir das ziemlich lustig vor, wenn das Bedienungspersonal künftig auch noch Identitäten anhand von Emailadressen verifizieren soll.

In welcher Comicwelt muss man leben, um auf solche Einfälle zu kommen?