Blog von Peter Piksa

Archive for März, 2011

März 26th, 2011

Weshalb das Wort “Endlager” unsinnig ist

Posted in Allgemein by Peter Piksa

In unserer Gesellschaft hat sich die Verwendung des Wortes “Endlager” etabliert um etwas zu benennen, wozu wir eigentlich “Atommülldeponie” sagen müssten. Es folgt eine Erklärung, weshalb der Begriff “Endlager” schlecht ist und nicht genutzt werden sollte.

Nimmt man den Begriff “Endlager” in seine beiden Bestandteile “End” und “lager” auseinander, lohnt es sich, beide einmal separat zu betrachten:

Der erste Teil “End” vermittelt den Eindruck, die Lebenszeit des Atommülls ginge in diesem besagten Endlager zu Ende und daß es fortan keinen Grund mehr gäbe, sich wegen des immer noch lebensgefährlichen Atommülls Sorgen zu machen. “Aus den Augen, aus dem Sinn!” und außerdem: Der Atommüll ist ja schließlich an seiner Endstation angekommen – das Problem ist damit also gelöst. Natürlich ist das völlig falsch, denn der Atommüll strahlt noch tausende Jahre weiter vor sich hin und birgt Lebensgefahr.

Am zweiten Teil “Lager” wird besonders deutlich, wie unpassend es ist, ernsthaft von einem “Endlager” zu sprechen. Ein Lager ist ein Ort, an dem man beispielsweise Lebensmittel abstellt, um sie später wieder aus eben diesem Lager zu entnehmen damit man sie benutzen kann. Der Charakter des Wortes “Lager” trägt es also bereits in sich, daß die Lagerung nur für einen beschränkten Zeitraum ist. Ein Lager ist also ein Ort, an dem “die Reise” des dort abgelegten Gegenstandes nicht zu Ende ist.

Setzt man diese beiden Bestandteile “End” und “Lager” zu dem besagten “Endlager” zusammen, stellt man fest, daß es sich hierbei um eine Kombination handelt, die sich schon von der Bedeutung ihrer beiden Bestandteile her in einem Maße widerspricht, was es eigentlich verbietet, etwas zu miteinander verbinden, was überhaupt nicht zusammenpasst.

Eine Lagerung kann nicht endgültig sein! Denn wenn sie endgültig wäre, würde nicht gelagert, sondern deponiert!

Die Atomindustrie und jeder atomkraftfreundliche Politiker freuen sich sehr darüber, daß unsere Gesellschaft mit ihrer Sprache leichtfertig genug umgeht, um auf solche Neusprech-Tricks hereinzufallen. Der Begriff Endlager und jeder einzelne, der diesen Begriff verwendet, leisten einen freundlichen Dienst zu Gunsten der Atomindustrie, die sehr davon profitiert, mittels des Begriffs “Endlager” darüber hinwegzutäuschen, worum es in Wahrheit geht: Nämlich um eine Atommülldeponie!

Wer das Kind beim Namen nennen möchte, dem empfehle ich das Wort Atommülldeponie. Wer hingegen zum Vorteil der Atomindustrie eine Lüge verbreiten möchte, der kann weiterhin vom Endlager reden.

Glücklicher Weise kann jeder selbst entscheiden, auf welcher Seite er steht.

 

In unserer Gesellschaft hat sich die Verwendung des Wortes “Endlager” etabliert um etwas zu benennen, wozu wir eigentlich “Atommülldeponie” sagen müssten. Dieser Text klärt auf, weshalb der Begriff “Endlager” besser nicht genutzt werden sollte.

 

Nimmt man den Begriff “Endlager” in seine beiden Bestandteile “End” und “lager” auseinander, lohnt es beide separat zu betrachten:

 

Der erste Teil “End” vermittelt den Eindruck die Lebenszeit des Atommülls ginge in diesem besagten Endlager zu Ende und daß es fortan keinen Grund mehr gäbe sich wegen des immer noch lebensgefährlichen Atommülls Sorgen zu machen. “Aus den Augen, aus dem Sinn!” und außerdem: Der Atommüll ist ja schließlich an seiner Endstation angekommen – das Problem ist damit also gelöst. Natürlich ist das völlig falsch, denn der Atommüll strahlt noch tausende Jahre weiter vor sich hin und birgt Lebensgefahr.

 

Am zweiten Teil “Lager” wird besonders deutlich, wie unpassend es ist, ernsthaft von einem “Endlager” zu sprechen. Ein Lager ist ein Ort, welcher dazu gemacht ist, beispielsweise Lebensmittel abzustellen, um sie später wieder aus eben diesem Lager zu entnehmen und sie zu benutzen. Der Charakter des Wortes “Lager” trägt es also bereits in sich, daß die Lagerung eigentlich nur von einem beschränkten Zeitraum ist. Es wird also zwischenzeitlich etwas abgelegt (und später aber wieder entnommen!). Ein Lager ist also ein Ort, an dem “die Reise” des dort abgelegten Gegenstandes nicht zu Ende ist.

 

Setzt man diese beiden Bestandteile “End” und “Lager” zu dem besagten “Endlager” zusammen, stellt man fest, daß es sich hierbei um eine Kombination handelt, die sich schon vom Charakter ihrer beiden Bestandteile her in einem Maße widerspricht, daß man als intelligenter Mensch lieber darauf verzichten würde dieses Wort zu benutzen: Lagerung ist per Charakter eines Lagers zeitlich befristet und kann daher gar nicht endlich sein!

 

Der Begriff Endlager (und jeder, der diesen Begriff verwendet!) leistet einen hervorragenden Dienst zu Gunsten der Atomindustrie, die sehr davon profitiert, sich nicht die Hände an einem Wort schmutzig machen zu müssen, was man statt “Endlager” eigentlich verwenden müsste. Nämlich Atommülldeponie.

 

Wer das Kind beim Namen nennen möchte, der spricht von einer Atommülldeponie. Wer hingegen zum Vorteil der Atomindustrie eine Lüge verbreiten möchte, der spricht weiterhin vom Endlager.

März 13th, 2011

Genugtuung über eine Kernschmelze

Posted in Allgemein by Peter Piksa

Es ist ein wirklich perverses Gefühl, welches mich beschleicht.

Wahrscheinlich müsste ich über mich selbst zu der Erkenntnis gelangen, ein fürchterliches Arschloch zu sein. Eines, das sich selbst dabei ertappte, die Meldung über die Kernschmelze in Japan mit Genugtuung wahrgenommen zu haben.

Genugtuung deshalb, weil die Menschheit jetzt einen Schritt näher daran rückte, das Zeitalter der Atomkraft zu überwinden. Niemand kann jetzt noch behaupten, der Mensch könnte Atomkraft kontrollieren, darüber schrieb ich bereits in meinem Artikel »Ein paar Worte an die Atomkraftbefürworter«.

Gleichzeitig biss mich – kurz bevor ich anfing diesen Artikel zu schreiben – mein eigenes Gewissen. Ich will mir nichts in die eigene Tasche lügen: Zu dem Zeitpunkt, als die Meldung der Kernschmelze eintraf, fühlte ich das erhebende Gefühl des Rechtbehaltens gegenüber all den neunmalklugen Regierenden und der Atomlobby. Und dann sind da noch diese ganzen Einfältigen, die auf der Straße und im Internet immer “Ja, aber woher soll denn sonst der Strom für unseren Wohlstand kommen?” rufen.

Told you so, Arschlöcher!

Doch was ist mit mir selbst? Bin ich selbst nicht auch ein Arschloch, weil das erste, was mir im Angesicht der Kernschmelze einfiel, dieses besagte Told-You-So war?

Letzten Endes habe ich kein schlechtes Gewissen.

Als ich darüber nachdachte, fühlte ich mich zunächst durch mich selbst ertappt und schlecht. Sich über ein Ereignis “zu freuen”, welches unweigerlich nachhaltige Schäden an Leben und Lebensraum anrichtet, ist nicht nur falsch, es ist widerwertig. Bei genauer Betrachtung freue ich mich auch nicht darüber. Es ist die Freude über ein Argument, was niemand mehr kleinreden können wird (auch wenn man es natürlich versuchen wird!).

Ich muss kein schlechtes Gewissen haben. Diejenigen, die sich an der Atomkraft in Japan bereicherten und der Gesellschaft dieses Risiko überhaupt erst aufbürdeten, sollten ein schlechtes Gewissen haben. Sie sind es nämlich auch schuld, daß es mich mit einer gewissen Genugtuung erfüllte, die Meldung der Kernschmelze zu lesen, weshalb ich überhaupt erst für einen Moment darüber nachdachte, ob ich ein Arschloch bin. Ich gehöre nämlich zu denen, die von Anfang an wussten und auch sagten, daß das, was sich dieser Tage ereignete, früher oder später passieren musste!

Wir sollten endlich Erkenntnisse zulassen und Atomkraft stoppen!

März 12th, 2011

Ein paar Worte an die Atomkraftbefürworter

Posted in Allgemein by Peter Piksa

Wenn es zu einem Atomunglück kommt, ist die langfristige Vernichtung von Lebensraum und Leben unausweichlich. Deswegen muss man abwägen:

Steht der Nutzen der Atomkraft im Verhältnis zu dem Schaden, den sie anzurichten vermag?

Die Bedingungen unter denen es zu einer Kernschmelze kommen kann, reichen von “Unfall” bis “Einwirkung durch die Natur” über “abstürzendes Flugzeug” bis hin zu “Sabotage”.

Wenn ein Kohlekraftwerk kaputt geht oder ein Windrad umfällt, dann ist das mit negativen Folgen für die Natur verbunden. Folgen, die sich jedoch in Grenzen halten. Es gibt zwar vielleicht Brände und einige Tote – die Region ist aber (spätestens nachdem die Aufräumarbeiten abgeschlossen sind) noch bewohnbar und nicht für die nächsten x-Tausend Jahre kon-ta-mi-niert!

Das mitunter Dümmste, was ich heute auf Facebook las, klang in etwa so:

Wer jetzt auf Fukushima verweist und gleichzeitig fordert, daß Deutschland der Atomkraft den Rücken kehrt, instrumentalisiert das Leid der Japaner um daraus Kapital zu schlagen! (Subtext: “Du gehst über Leichen. Du charakterloses Schwein bist doch das Letzte!”)

Der Mensch muss aus Fehlern lernen. Lernen heisst, daß man vor Erfahrungen (und ganz besonders vor unangenehmen Erfahrungen) nicht die Augen verschliesst, sondern diese als Lektion begreift. Fukushima ist eine dieser unangenehmen Erfahrungen. Bei Fukushima dachte man (wie übrigens bei jedem Atomkraftwerk!), daß es sicher war. Nun, das war es aber offensichtlich nicht!

Was man aus von Fukushima gelernt hat, darf man auch auf Deutschland, Frankreich und jedes andere Land übertragen, welches Atomkraftwerke betreibt. Der Punkt ist nämlich der: Es kann immer irgendetwas passieren – sei es durch die Natur, sei es durch ein abstürzendes Flugzeug, sei es durch Sabotage oder irgendetwas anderes. Sobald also etwas passiert (und ich schreibe hier ganz bewusst “sobald” und nicht “wenn”), dann ist der Schaden, der durch die Kernschmelze entsteht, unverhältnismäßig größer als der vermeidliche Nutzen, den uns die Atomkraft einbringt.

Und genau aus diesem Grund ist Atomkraft zu gefährlich. So einfach ist das!

Wer Atomkraft nach dem heutigen Tag immer noch so geil findet, dem empfehle ich einen Kurztrip hierhin. Ich glaube nämlich wirklich, daß selbst das Hirn eines Atomkraftbefürworters noch genügend Verstand beherbergt, um dort gegenwärtig nicht hinreisen zu wollen. Oh, warum wohl!?

März 5th, 2011

Es ändert sich ja doch nichts!

Posted in Allgemein by Peter Piksa

Jetzt mal im Ernst. Ich kann es inzwischen nicht mehr hören, wenn Leute im Hinblick auf politische Beteiligung die Hände auf Schulterhöhe in die Lüfte werfen und wehklagen “Es ändert sich ja doch nichts”.   ヽ(´ー`)ノ

Ich höre immer wieder das gleiche Gejaule von wegen “man hätte ja gar keine richtige Möglichkeit sich auf eine Art und Weise einzubringen, die einem am Ende das Gefühl gibt, auch tatsächlich etwas verändert zu haben”. Das ist Quatsch und ich beweise es!

Meine eigene Politisierung ist etwa zwei Jahre her. Seiner Zeit machten CDU und SPD einen Großangriff auf demokratische Werte, indem Sie mit dem Zugangserschwerungsgesetz ein Gesetz verabschiedeten, welches Zensur im Internet ermöglicht.

Dies war die Zeit, als ich damit anfing, mich dafür zu interessieren, was “die da oben” eigentlich mit uns “hier unten” so anfangen. Und je mehr ich mich damit beschäftigte, desto größer wurden mein Groll auf die Politiker und mein Unverständnis für die augenscheinliche Unfähigkeit bzw. Böswilligkeit, mit der man uns – um es mal stark vereinfacht auszudrücken – das Leben schwer machte.

Das ist aber noch nicht alles, was seitdem passierte. Würde ich genau darüber nachdenken, wäre ich wohl in der Lage, eine ellenlange Liste all jener Dinge zusammenzustellen, die mir in den letzten zwei Jahren gründlich gegen den Strich gingen.

Schon kurzes Nachdenken lässt es erahnen: Neben dem ach so notwendigen Zugangserschwerungsgesetz, welches im Volksmund als »Zensursula-Gesetz« bezeichnet wird, wollten unsere sogenannten Volksvertreter Altersbeschränkungen und Öffnungszeiten im Internet etablieren. Man nannte das ganze »14. Novelle des Jugendmedienschutzstaatsvertrags« und es war ein ebenso unsäglicher grober Unfug, wie so ziemlich alles, was in 2009 und 2010 in Sachen Internet von unserer Regierung “auf den Weg gebracht” wurde: Der »elektronische Personalausweis« oder der »digitale Radiergummi« sind nur noch zwei weitere von unserer Regierung erdachte Geisteskrankheiten der Gegenwart. Doch damit nicht genug. Ein weiteres Aufregerthema ist die »Vorratsdatenspeicherung«. Wieder so ein Thema, wo mal eben 82 Millionen Bundesbürger einen erheblichen Eingriff in ihre Privatsphäre erdulden mussten.

Um eine lange Geschichte kurz zu machen: Zensursula, der Staatsvertrag und die Vorratsdatenspeicherung sind bloß drei Beispiele, an anhand derer sich beweisen lässt, daß sich eben sehr wohl etwas ändert:

Das Zugangserschwerungsgesetz ist zwar gültig, gegenwärtig jedoch ausgesetzt, weil hierfür ein Nichtanwendungserlass existiert. Der kam nicht einfach so vom Himmel gefallen! Die Vorratsdatenspeicherung ist in ihrer bis zum Februar 2010 gültigen Form als verfassungswidrig beurteilt und damit ausgesetzt worden. Der Prozess, aus dem dieses Urteil hervor ging, kam nicht einfach so vom Himmel gefallen! Die 14. Novelle des JMStV konnten sich ihre Macher gepflegt in die Haare schmieren und das kam auch nicht einfach so vom Himmel gefallen: Jede einzelne dieser drei Geschichten ist das direkte Ergebnis der Arbeit von Menschen, die diesen Scheiß nicht anzunehmen bereit waren. So einfach ist das!

Der Punkt ist der: Kein einziger der drei oben beschriebenen Erfolge wäre jemals eingetreten, wenn in den vergangenen zwei Jahren nicht eine Gemeinschaft von Bürgern auf den Plan getreten wäre, die sich ihrer Stimme bewusst wurden und diese auch faktisch zu nutzen wagten. In den vergangenen zwei Jahren wurden mit Erfolg öffentlichkeitswirksame Kampagnen gegen zahlreiche schwachsinnige Vorhaben gefahren und es wurde erfolgreich gegen diese Vorhaben lobiiert.

Natürlich wird man argumentieren können, das Zugangserschwerungsgesetz sei ja nach wie vor immer noch gültig und damit nicht vom Tisch. Oder daß die Vorratsdatenspeicherung immer noch auf europäischer Ebene ein Thema und damit nicht gänzlich gekippt sei – ja, das ist alles richtig, aber der Punkt ist doch der: Wir haben gemeinsam Sorge getragen, daß diese Gesetze abgewiesen wurden und wir schufen die Ausgangsvoraussetzung dafür, daß eine realistische Chance darauf besteht, daß sie auch gänzlich verschwinden. Wir haben etwas Großes erreicht. Und ich erinnere daran: Die 14. Novelle des JMStV ist gescheitert. Diese Operation war ein Erfolg und ich danke an dieser Stelle von Herzen allen, die daran beteiligt waren (für mich seid ihr Helden!).

Ich fordere jeden, der diese Zeilen liesst, auf, ab sofort für seine Interessen einzustehen. Nutzt Twitter, nutzt Facebook, fangt an zu bloggen und schafft Öffentlichkeit für die Themen, die euch Nachts nicht schlafen lassen, aber tut mir und in allererster Linie euch selbst einen Gefallen: Hört auf, euch mit einer Heulsusenmine zu beschweren, von wegen “es ändert sich ja doch nichts!”.

Wenn man es wirklich will und zum Kämpfen bereit ist, dann ändert sich auch was – die vergangenen zwei Jahre sowie die kürzliche Demaskierung des Blenders und akademischen Betrügers Karl-Theodor zu Guttenberg haben es eindrucksvoll gezeigt.