Blog von Peter Piksa

Junge Dame wehrt sich gegen sexuellen Übergriff und dokumentiert die Tat auf Twitter

26.5.2013, 12:36 Uhr

Ich habe bewusst erst eine Nacht darüber geschlafen, bevor ich diesen Eintrag verfasste. Was passiert ist, wühlte mich gestern Abend auf. Ich will mit kühlem Kopf darüber schreiben.

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Am Abend des 25.05.2013 ereignete sich in einer Berliner S-Bahn im Beisein einiger Mitreisender ein sexueller Übergriff auf eine junge Dame, die möglicherweise bloß aufgrund ihrer couragierten Wehrhaftigkeit das ihr widerfahrene Übel noch halbwegs abwehren konnte.

Unter Wehrhaftigkeit ist in diesem Fall zu verstehen, daß sie sich nicht nur lautstark zur Wehr setzte, sondern zum Zeitpunkt des Vorfalls über Twitter Aufmerksamkeit auf das Geschehen lenkte.

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Nachfolgend die von ihr abgesetzten Tweets in chronologischer Reihenfolge:

(An dieser Stelle stünde eigentlich ein Tweet, in dem das Foto des mutmaßlichen Angreifers eingebunden ist. Der junge Mann befindet sich auf der Sitzfläche, hält eine Zigarette in seiner rechten Hand, die einen Teil seines Gesichts verdeckt. Mit seiner linken Hand präsentiert er seinem Opfer den Mittelfinger. Auf der Sitzfläche ihm gegenüber ist eine weitere männliche Person zu sehen, die eine – soweit ich es erkennen kann – leere Vodkaflasche ins Bild hält.

Ich binde diesen Tweet aus bewusst nicht ein. Sollte dieser Vorfall nämlich ein juristisches Nachspiel erfahren, halte ich es für durchaus möglich, daß die Verteidigung des Täters eine Verletzung der Persönlichkeitsrechte ihres Mandaten geltend machen wird.

Möglicherweise ändert daran auch die Tatsache nichts, daß das Opfer dem Täter in Aussicht stellte, das Foto zu veröffentlichen und dieser sein Einverständnis gab. Aus meiner Sicht ist offensichtlich, daß ein Einverständnis im offensichtlich alkoholisiertem Zustand unwirksam ist. Der Volljurist Stefan Engeln bestätigte meinen Gedanken bereits.

Wer das Foto jedoch unbedingt sehen möchte, wird es ohnehin finden können.)

Anmerkung: Bei der unter dem Twitter-Pseudonym agierenden Marthadear handelt es sich um Anne Wizorek. Anne Wizorek brachte vor wenigen Wochen erst unter dem Stichwort “Aufschrei” eine deutschlandweite Diskussion zum Thema Sexismus ins Rollen.

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Grundsätzliches

Zunächst möchte ich der jungen Dame meine Gratulation aussprechen. Gratulation dafür, daß sie imstande war, sich gegenüber den vier Männern zur Wehr zu setzen. Gratulation dafür, daß sie die Größe besessen hat, diese Situation ganz auf sich alleine gestellt zu meistern, obwohl man eigentlich hätte annehmen müssen, daß die übrigen Mitreisenden sich hätten einschalten können – dafür jedoch offenbar zu feige waren.

Ich kann mir das große Unbehagen ausmalen, das man fühlen muss, wenn man in einer solchen Notsituation als Frau vier alkoholisierten Männern gegenübersteht und einen zu allem Überfluss auch noch die Erkenntnis trifft, daß die Mitreisenden aus welchen Motiven auch immer wegsehen.

Daß Kathy, so lautet laut Twitter der Name des Opfers, sich nicht hat einschüchtern lassen, verdient meine Anerkennung und Achtung.

Das Foto und die Diskussion um den Pranger

Es war klar, daß das kommen würde. Kaum war das Foto des Täters getwittert, ergoß sich auf Twitter eine Diskussion um den Pranger. So, als sei es Kathy zu verübeln, daß sie sich in dieser Situation zur Wehr setzte. Bei allem Verständnis für den Schutz von Persönlichkeitsrechten und bei allem Verständnis für Datenschutz: Die Konzepte Persönlichkeitsrecht und Datenschutz wurden gewiss nicht mit der Zielfunktion Täterschutz erdacht.

Mich irritiert so manche gegenüber Kathy vorgebrachte Kritik aufgrund der Veröffentlichung des Fotos. So wurde zum Beispiel angemerkt, es sei unbotmäßig den Täter ins Licht der Öffentlichkeit zu zerren. Irrtum, liebe Kritiker. Die betreffende Person und ihre drei Gefährten befanden sich zum Zeitpunkt des sexuellen Übergriffs bereits in der öffentlichen Sphäre. Die Berliner S-Bahn ist kein Bereich der Privatsphäre. Mit der Zugänglichmachung des Fotos wurde lediglich der Kreis jener erweitert, die an dem Vorgang teilhaben können.

Wer sich ernsthaft öffentlich darüber ventiliert, daß ein Opfer sexualisierter Gewalt sich auf diese Weise zur Wehr setzt, sollte sich ernsthafte Gedanken um seine Fähigkeit zur Empathie machen. Der sollte versuchen, sich einmal in die Situation von Kathy hineinzuversetzen und sich die erdrückend geringen Handlungsspielräume vergegenwärtigen, die einem da zur Verfügung stehen. Und vor allen Dingen sollte man sich einmal mit dem Begriff der Opfer-Täter-Vertauschung auseinandersetzen.

Die Forderung nach mehr Videoüberwachung

Nein, brauchen wir nicht. Videoüberwachung verhindert Straftaten wie diese nicht, richtet dafür enormen Flurschaden an. Anstelle eine debile Diskussion über Videoüberwachung vom Zaun zu brechen, sollte es Anliegen dieser Gesellschaft sein, die Ursachen der mangelnden Zivilcourage der übrigen Fahrgäste auszumachen. Es sollte Anliegen dieser Gesellschaft sein, die Opfer in Schutz zu nehmen und die Täter gesellschaftlicher Ächtung sowie der Strafverfolgung auszusetzen.

Ich will nicht in einer Gesellschaft leben, in der man irrtümlicherweise glaubt, soziale Probleme mit technischen Mitteln lösen zu können. Wer das tatsächlich glaubt, ordnet den Menschen der Maschine unter. Wer das glaubt, der hat vor dem eigentlichen Problem bereits kapituliert. Wer das glaubt, der sollte von mir aus weiter daran glauben – er sollte aber nicht denen im Wege herumstehen, die gewillt sind, das eigentliche Problem zu lösen.

Update, 26.05.2013, 17:30 Uhr: Inzwischen hat sich bei mir eine Augenzeugin gemeldet, die sich imstande sieht, zur Strafverfolgung beizutragen. Ich habe Kathy die Kontaktdaten der Zeugin zugänglich gemacht und wünsche ihr für den weiteren Verlauf alles erdenklich Gute.

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Interessiert an Bürgerrechten und Netzpolitik. In der IT-Branche tätig. Parteilos, zumindest was die Parteien anbelangt.

Ich mag süße Kätzchen sehr.
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92 Kommentare

  1. Georg schreibt:

    Ja, so etwas ist leider noch immer unschöner Alltag in der Bahn.

    Es gibt jedoch etwas, dass mich bei der Debatte um diesen (und andere) Vorfall etwas stört, auch hier im Beitrag wird etwas, dass ich der Beschreibung nach als grobe Beschimpfung oder Belästigung lese, als “Übergriff” bezeichnet. Diese Form der begrifflichen Dramatisierung hat sich leider um den Themenkompex #aufschrei etabliert. Mir ist dabei vollkommen unklar, wie ein sowie schon schwierig zu führender Diskurs sachlich bleiben soll, wenn derartige Verunsachlichungen immer salonfähiger werden.

    Im meinen Augen ein zu oft ignorierter Weg, allfälligen Hysterievorwürfen im Vorfeld ein wenig den Wind aus den Segeln zu nehmen. Einen “berührungslos gebliebenen Übergriff” bin ich jedenfalls nicht in der Lage, intellektuell zu akzeptieren, wie verwerflich ich das Verhalten dieser offenbar kulturell verrohten Jungs auch immer finde.

    26.5.2013 um 12:58

  2. Nathalie schreibt:

    Und warum genau wird jetzt hier Klarname und KontaktDaten der “jungen Dame“ veröffentlicht?

    26.5.2013 um 13:15

  3. Nathalie schreibt:

    Kontaktdaten im Dinge von Emailadresse und beruflicher Anschrift

    26.5.2013 um 13:16

  4. Thomas schreibt:

    Das verstehe ich jetzt auch nicht ganz – das Foto des Täters nicht veröffentlichen, aber mal schön die Kontaktdaten des Opfers veröffentlichen… Mach das doch bitte wieder weg, sonst wird sie auch noch per EMail terrorisiert.

    26.5.2013 um 13:25

  5. Leserin schreibt:

    Bitte mach die Daten der betroffenen Person wieder weg – was für einen Sinn hat das denn bitte? Noch dazu, wo sie ja schon belästigt wird!!!! ????

    26.5.2013 um 13:32

  6. Heidi schreibt:

    Die veröffentlichung des Klarnamens finde ich auch ziemlich bedenklich… zumindest, wenn das Einverständnis der Betroffenen dazu fehlt.

    @ Georg: Einfach mal damit beschäftigen wo sexualisierte Gewalt anfängt, sprich, der von Dir bemängelte “Übergriff”… Der geschilderte Vorfall geht definitiv über “grobe Beschimpfung” und “Belästigung” hinaus.

    26.5.2013 um 13:36

  7. Jan schreibt:

    Könntest du bitte den Klarnamen und den Link zu den Kontaktdaten entfernen.
    Das trägt nicht zum Opferschutz bei.

    26.5.2013 um 13:48

  8. Logiker schreibt:

    Entschuldigung, aber eins verstehe ich nicht: Polizeiliche oder sonstige Videoaufnahmen von öffentlichen Plätzen werden bei solchen oder ähnlichen Vorfällen doch auch nicht nachträglich ins Internet gestellt, besonders dann wenn noch gar keine Anzeige eingegangen ist?

    Soll jetzt also z.B. jeder Ladenbesitzer erstmal ein Foto von einem vermeintlichen Ladendieb ins internet stellen können bevor er die Polizei einschaltet?

    26.5.2013 um 13:51

  9. Logiker schreibt:

    Und was heißt ‘ erdrückend geringen Handlungsspielräume’ ? Wenn sie noch in der Lage war ein Photo aufzunehmen und ein paar tweets abzusetzen hätte sie doch auch die Polizei alamieren können.

    26.5.2013 um 13:54

  10. Sven schreibt:

    Was ich nicht verstehe ist, warum sie nicht zur Polizei ist? Sie hätte direkt zum Bahnpersonal gehen sollen, der hätte dann den Bundespolizei verständigt und der Kerl wäre an der nächsten Stadion aus den Zug geholt wurden. Solche Kerle lernen nur etwas, wenn sie für solche Vorfälle auch angezeigt werden. Ein Foto hatte sie ja, es wäre also kein Problem gewesen, den Typen zu identifizieren. Da darf man nicht sagen “Das bringt nichts”, sondern da muss man handeln.

    Alles andere Bewerte ich nicht. Wenn ich agiere, muss ich mit einer Gegenreaktion rechnen. Bedränge ich also eine Frau, muss ich damit rechnen, dass diese sich zur Wehr setzt. Das kann ein tritt in die ….. sein, oder eben ein Foto auf Twitter.

    26.5.2013 um 15:13

  11. Saya schreibt:

    Das kann ich ja kaum unbeachtet lassen.

    1. Wie schlimm war die sexuelle Belästigung, wenn sie nebenher in aller Ruhe twittert und Fotos schießt?
    2. Inwiefern hat sie sich durch das Twittern “toll gewehrt”?
    3. Warum wird sie glorifiziert nur weil sie ein Opfer sexueller “Gewalt” geworden ist?
    4. Warum sollte für einen Menschen, der eine Straftat begeht, das Gesetz nicht mehr gelten? Ein Foto in diesem Zusammenhang zu veröffentlichen grenzt schon an Selbstjustiz. Immerhin könnte der Typ seinen Job verlieren und was weiß ich was noch alles, zusätzlich zu der vom Gesetz vorgesehenen Strafe. Ach nein, ich vergaß, die junge Dame ist sich ja zu fein, zur Polizei zu gehen.

    Sorry, aber ich sehe hier nicht im Geringsten, wo das Mädel richtig reagiert haben soll. Ich will damit den Typen nicht rausreden oder so, was er getan hat war ganz klar eine Sauerei, aber die Kleine hat definitiv falsch reagiert.

    26.5.2013 um 15:27

  12. Suedelbien schreibt:

    @Saya, Oh Gott ja, er könnte ja die Konsequenzen seines Handelns zu spüren bekommen, in dem er z. B. seinen Job verliert. Und ja, wie kann man, während man derart belästigt wird, auch noch nebenbei twittern? Bestimmt alles erstunken und erlogen, überhaupt, sie leidet unter Aufmerksamkeitssucht und hat sich ein Opferabo zugelegt.

    Typisches Victim blaming und Täterschutz. Jedes Mal wieder. Zum Kotzen das.

    26.5.2013 um 15:33

  13. Sven schreibt:

    Naja @Saya, verliert er deswegen seinen Job, so ist er selbst daran Schuld. Wer Alkohol trinkt, sollte seine Grenzen kennen. Kennt er sie nicht und begeht dann Dummheiten, so muss er auch mit den daraus folgenden Konsequenzen leben. Die Frau wollte garantiert nicht, dass er seinen Schwanz raus holt, der Kerl hat also auch gegen die Menschenrechte des Mädels verstoßen und ich sehe in dem Foto einfach nur eine Notwehr-Reaktion, die auch vor dem Gericht straffrei bleiben würde.

    26.5.2013 um 15:36

  14. Peter Piksa schreibt:

    @Saya:

    Ich finde es beachtlich, wenn Menschen wie Du, die unter einem Pseudonym ihre (aus meiner Sicht nicht zustimmungswürdige) Meinung über Menschen posten, denen oben geschildertes widerfahren ist.

    Wahrscheinlich bist Du einfach nur nicht umsichtig genug, um zu verstehen, daß das Schaffung einer Öffentlichkeit Angreifer in manchen Fällen zurückdrängt. Anders kann ich mir Deine Punkte 1 und 2 nicht erklären.

    Zu Punkt 3: Sie wird, um mal in Deinem Gargon zu bleiben “glorifiziert”, weil sie ein vorbildliches Verhalten in einer Notsitation an den Tag gelegt hat.

    Viele andere Frauen wären total eingeschüchtert und hätten möglicherweise eine schlimmere Tat über sich ergehen lassen; der/die Täter hätten ein Erfolgserlebnis erfahren.

    Zu Punkt 4: Tolle Argumentation. Das Opfer darf sich gegenüber dem Täter also nicht zur Wehr setzen, weil diesem ja ein Schaden entstehen könnte. Ich würde mir an Deiner Stelle mal etwas zum Thema “Notwehr” durchlesen.

    Im Übrigen liegt dir keinerlei Kenntnis darüber vor, ob sie zur Polizei gegangen ist, oder nicht. Selbst ihr Tweet bezüglich der Polizei lässt darauf keinen stichhaltigen Rückschluss zu.

    26.5.2013 um 15:39

  15. Saya schreibt:

    Ein Foto ist Notwehr? Wie zum Teufel hält ihn das Foto davon ab, einfach weiterzumachen? Eine Ohrfeige ist Notwehr, ein Tritt in den Schritt ist Notwehr, aber ein Foto doch nicht. Und Jobverlust ist keine Folge seines Handels und/oder zuviel Alkohols.

    Und Siedelbien, habe ich nicht ausdrücklich gesagt, dass es eine Sauerei ist? Ich hätte dem Kerl vermutlich gezeigt, dass man sowas mit mir nicht macht – Aber auf legalem Wege. Was das Mädchen getan hat hat ihr in der Situation überhaupt nichts gebracht, es wird ihr auch in der Folge nichts bringen. Es schadet nur dem Täter und ist und bleibt damit nichts anderes als Rache und Selbstjustziz.

    Sie kann ihn doch nicht dafür bestrafen, dass er gegen ein Gesetz verstößt, indem sie genau dasselbe tut.

    26.5.2013 um 15:41

  16. Peter Piksa schreibt:

    @Saya:

    Bevor Du erneut weiterpostest: Setze Dich bitte mit dem Begriff der “Notwehr” auseinander. Diese stellt Gesetzesübertretung im Falle einer Notsituation straffrei.

    Solltest Du hier weiterhin posten wollen, sähe ich es gerne, wenn Du dies mit Deinem Klarnamen tätest.

    26.5.2013 um 15:54

  17. Georg schreibt:

    @Heidi Mit “einfach mal …” bedienst du dich einer leider auch oft verwendeten Technik, nicht auf Einwände einzugehen.
    (Falls dies ein gedanklicher Verweis auf eine von diesem Webseiten ist, die mir erklären wie Anstarren=Vergewaltigung ist, dann, nein danke. Genau die machen es nämlich überhaupt nicht “einfach”.)

    Ich erklärte, warum ich das nicht als “Übergriff” sehen kann, so unschön der Vorfall fraglos ist. Wenn du das nicht richtig findest, zeige doch bitte auf, wieso.

    Und ja, auch der Anblick eines entblössten Männerteils ist in meiner Begriffswelt weiterhin nur “belästigend”. Ich stelle damit nicht in Abrede, dass auch eine Belästigung ein traumatisierendes Erlebnis sein kann. Wie ich das aber so lese, ist wohl für die Betroffene ja eher noch die mangelnde Unterstützung das Trauma, weniger der Anblick eines Pimmels.

    26.5.2013 um 15:55

  18. Logiker schreibt:

    @Suedelbien

    Hier hat niemand das Opfer beschuldigt. Wie wärs also wenn Du diese haltlosen Unterstellungen und das Derailing unterläßt und etwas substantzielles zum Thema beiträgst?

    Danke.

    26.5.2013 um 16:01

  19. Saya schreibt:

    Es war aber keine Notsituation. Er hat sie anscheinend nicht mal angefasst, inwiefern hätte sie denken können, dass sie die Situation beendet, indem sie ein Foto hochläd und ihn vor aller Welt bloßstellt? Sexuelle Belästigung ist subjektiv. Wenn eine Frau sich von einer billigen Anmache belästigt fühlt, darf sie dann auch ein Foto von ihm hochladen und ihn als Sexualstraftäter bezeichnen?

    Was ein Klarname ist weiß ich leider nicht, aber ich sehe keinen Grund, meine Meinung nicht zu sagen. Auch wenn sie offenbar am laufenden Band missverstanden wird.

    26.5.2013 um 16:01

  20. Dennis schreibt:

    Nun, im Nachhinein ist es immer leichter, kluge Ratschläge zu geben. Aber der bessere Weg wäre gewesen, mit dem Foto umgehend zur Polizei zu gehen, Anzeige zu erstatten und -meinetwegen- dann das Foto unter dem Hinweis auf Twitter zu posten, sich bei Hinweisen an die Polizei XY zu wenden. Schon um vorzubeugen dass einige Hobbysherrifs losziehen und womöglich den Falschen erwischen. Ist ja schon alles passiert. Wenn die Polizei angeblich nichts machen kann, was sollen dann die Twitterer tun?!?

    26.5.2013 um 16:07

  21. Saya schreibt:

    Oh, da ist mir tatsächlich ein Post vom Bloginhaber durch die Lappen gegangen. Ja, ich poste mit Synonym, warum auch nicht? Was würde mein realer Name euch denn bringen, wenn mich hier ohnehin keiner kennt?

    Ich verstehe eure Argumente und Beweggründe schon. Aber ich finde es widerlich, wie behauptet wird, das Mädchen hätte richtig gehandelt indem es ihrerseits einen Menschen denunziert, demütigt und ihm wesentlich mehr Probleme bereitet als sie durch einen dummen Spruch und ein bisschen unerwünschten Exhibitionismus davontragen musste. Es gibt Dinge, die wirklich traumatisierend sind, aber sowas gehört nicht dazu.

    Und dass sie nicht zur Polizei ging hat sie offenbar selbst gesagt, warum sollte ich da annehmen, dass sie es doch tat?

    Aber am allerschlimmsten finde ich, wie sehr man hier heruntergemacht wird, nur weil man sich nicht der Massenempörung anschließt, sondern selbst denkt und sich dann eine eigene, vorurteilsfreie Meinung bildet.

    26.5.2013 um 16:07

  22. Heidi schreibt:

    @ Georg:

    Nein, ich verweise nicht auf eine der von Dir genannten Seiten! Ich meine ein echtes Auseinandersetzen mit dem Thema.

    Nur weil Du das nicht als Übergriff sehen kannst heißt das nicht, dass das auch im strafrechtlichen Sinne so ist. Deshalb meine Anregung sich ernsthaft mit dem Thema auseinanderzusetzen, evtl. bekommst Du dadurch einen neuen Blickwinkel.

    Im übrigen finde ich es ein bisschen “anmaßend”, dass Du meinst aus einem Artikel herauslesen zu können, was genau jetzt evtl. traumatisierend für die Betroffene war.

    26.5.2013 um 16:08

  23. Peter Piksa schreibt:

    @Saya:

    Du hast Dich offensichtlich noch immer nicht damit beschäftigt, was eine Situation begründet, in der von “Notwehr” gesprochen werden kann.

    Hättest Du Dich damit auseinandergesetzt, wüsstest Du, daß ein betrunkener Mann, der dich grundlos als “Fotze, “Hure” und Vergleichbares beschimpft; der ankündigt seine Zigarette auf Deiner Scheide auszudrücken; der seinen Penis herausholt, dann wieder einpackt und im nächsten Moment auf Dich zugeht, eben jenes aller Voraussicht nach nicht tut, um Dir Komplimente zu machen.

    Daß Du hier von einer “billigen Anmache” sprichst, schlägt dem Fass den Boden aus. Und nur um es unmissverständlich auszudrücken: Ich verbiete Dir hiermit, weiter in meinem Blog zu posten. Teile Deine Meinung fortan bitte woanders mit.

    (Probiere gar nicht erst darauf zu antworten.)

    26.5.2013 um 16:09

  24. Heidi schreibt:

    @ Saya:

    Kennst Du die Betroffene oder woher weißt Du was der Vorfall evtl. bei ihr ausgelöst hat?!

    Sorry, aber ich finde Deine Beiträge mehr als grenzwertig und dumm.

    26.5.2013 um 16:12

  25. Oliver Singh schreibt:

    Zu dem ganzem Thema hier kann ich eigentlich nur sagen das die Frau mit dem anschreien eventuell richtig geholfen hat und es mal wieder sehr traurig ist das kein anderer geholfen hat (sofern überhaupt nötig gewesen, weil ich gerade nicht weiß ob der Typ überhaupt noch etwas gemacht hat nachdem er angeschrieben wurde) aber egal wie eine Notwehrregel auch heißt, man kann niemals Unrecht mit Unrecht wieder gut machen. In wie fern es überhaupt noch nötig war ein Bild von ihm hoch zu laden weiß man ja übrigens auch nicht. Ich bin keinesfalls für solche Taten von dem Typen aber das mit dem Bild auf Twitter hochladen ist meiner Meinung nach nur kindisches, neumodisches Zeugs bei dem sich die Meinungen eh noch teilen, ob das nun richtig ist oder einfach nur Selbstjustiz. Hätte in dem Moment auch passieren können das der Typ Panik bekommt und sie angreift gerade weil sie ihm droht das zu veröffentlichen.

    So das hier war allerdings mein einziger Post in diesem Blog. Ich hab weiter oben schon gesehen das man hier nicht posten darf wenn man nicht die selbe Meinung hat wie die Mehrheit oder der Blogbesitzer, daher verabschiede ich mich schon mal. Bye

    26.5.2013 um 16:36

  26. barbara schreibt:

    Ich war in der S-Bahn, als das passierte, sass aber mit dem Rücken zu dem Ganzen und habe was gearbeitet und deshalb die Ernsthaftigkeit erst sehr spät bemerkt. Die Bahn war auch voll besetzt. Das war einer von den Vieren, seine Freunde haben ihn aber zurückgehalten. Dass er seinen Schwanz rausgeholt hat habe ich gar nicht mitgekriegt. Er hat sich benommen wie ein Kleinkind – verbal sehr aggressiv und respektlos, aber ich habe das anfänglich nicht ernst genommen. Erst als irgendwer rief, die Frau weint, habe ich gecheckt, dass ihr offenbar a) keiner beisteht, und b) sie das auch trifft, was er da rumkrakeelkte. Das war schon extrem harter Tobak, aber auch total dumm und hohl und eigentlich auch hilflos.

    26.5.2013 um 16:39

  27. @carsten_mit_c schreibt:

    Wenn schon niemand der Umstehenden Zivilcourage aufbringt und in so eine Situation eingreift, dann ist man leider auf sich allein gestellt. Alles dargestellte deutet auf eine sehr niedrige Hemmschwelle hin, daher gilt es solche Leute nicht zu provozieren aber sich wirkungsvoll zu wehren. Vor allem wenn mit der Zigarette auf der Scheide Körperverletzung und mindestens sexuelle Nötigung als Motiv offenbar wird, und das von 4 >angetrunkenen Männern.

    Insofern hat die junge Dame auf die Situation ganz gut reagiert, und im Rahmen ihrer Möglichkeiten gut gehandelt.
    Ein Video wäre vielleicht für einen kräftigen Beweis besser gewesen, aber das sei hier nicht hervorgehoben, sondern dass sie gut gehandelt hat.

    Wenn ich mir hier einige Kommentare ansehe: Alle Sätze die mit “Ich will ja nicht [...], aber [...]” beginnen, darf man sich vor allem hier getrost schenken, denn sie suggerieren, dass man mal eine Ausnahme von der zuerst genannten Betrachtungsweise macht. Bloßstellung und andere darauf aufmerksam machen ist ja wohl das Mindeste was man hier machen kann und meiner Meinung nach auch machen sollte.
    Oder ist etwa die Kumulation von Beleidigung, Belästigung, Exhibitionismus und Androhung von Körperverletzung und sexueller Nötigung seit Neuestem gesellschaftlich so anerkannt, dass man den Schaden durch eine Publikation vom Täter abwenden sollte?

    26.5.2013 um 17:15

  28. Mirco schreibt:

    Gibt es wirklich keine Videoüberwachung in der S-Bahn? Wenn doch sollte das Opfer auf jeden Fall zur Polizei, bevor das routinemäßig überschrieben wird.

    @Saya
    Natürlich ist ein Foto Notwehr. Wer identifizierbar ist, wird sich einmal mehr überlegen, was er als nächstes tut oder lässt.

    26.5.2013 um 17:21

  29. Dennis schreibt:

    Sie hätte dann gut reagiert, wäre sie mit dem Bild umgehend zur Polizei gegangen. Was hätte man mit dem Bild anfangen können selbst wenn man die Person hätte identifizieren können? Eine Anzeige bei der Polizei lag da ja nach eigenen Angaben nicht vor. Die hätte jeden Tippgeber nach Hause geschickt, da es offiziell kein Opfer, keine Straftat gab, zu dem der Täter passte. Emotional ist ihre Reaktion verständlich. Rational war das mit dem Foto unsinn. Hoffentlich hat sie die Tat nun zur Anzeige gebracht.

    26.5.2013 um 17:36

  30. Sara schreibt:

    Die beschriebene Art und Weise, wie die Frau angegangen worden ist, ist m.e. ganz klar ein Übergriff, ich würde eine solche Situation auch als ziemlich bedrohlich empfinden!Ich möchte nicht wissen, zu was Typen, die in einer voll besetzten U-Bahn solchen kranken Scheiß von sich geben, so geneigt zu tun sind, wenn keine potentiellen Zeugen in der Nähe sind. Kippen ausdrücken etc. … wer bitte kommt denn auf so was widerliches?!

    Ich habe null Verständnis für Typen, die so mit anderen Menschen umgehen, besoffen hin oder her.
    Für viele scheint so was leider irgendwie als “normal” oder “harmlos” zu gelten. Und genau das ist ein Problem.

    Dass die Frau sich auf Twitter Luft macht, als sich in der Bahn sonst keiner für ihre Situation zu interessieren scheint, finde ich verständlich.

    Schön, dass barbara sich zu Wort gemeldet hat, ich denke, wenig Leute würden zugeben, dass sie dabei waren und die Situation unterschätzt haben. Vielleicht ist sie dann das nächste mal diejenige, die genauer hinschaut und hilft.

    Oder wir alle. Hoffentlich.

    26.5.2013 um 17:36

  31. lfalkenburg schreibt:

    Eines verstehe ich leider immer noch nicht. Da geht eine junge Frau in die S-Bahn und wird einfach so angepöbelt? Keine Vorgeschichte?

    26.5.2013 um 18:22

  32. fred schreibt:

    Denjenigen, die hier groß rum brüllen man hätte ja zur Polizei gehen können und dass sexuelle Belästigung subjektiv ist, wünsche ich, dass sie in naher Zukunft in ein auch nur ansatzweise so ohnmächtiges Gefühl der Hilflosigkeit kommen. Ich kann sehr gut verstehen, dass man im Jahr 2013 das Gefühl haben kann, mit Tweets lauter zu schreien als mit der Stimme. Es hat die Mitreisenden einen Scheiss gestört was passiert ist. Und aus eigener Erfahrung mit der Polizei bei Stalking, ebenfalls einem subjektiven Vorfall, wegen dem ich mit meiner Freundin bei der Polizei war, weiß ich wie dort reagiert wird. Sie wurde ausgelacht. Vom diensthabenden Beamten. Einen Penis zu sehen tut nicht weh. Aber die Hilflosigkeit, der man in einer solchen Situation dadurch ausgesetzt ist, dass es Menschen wie die gibt, die jetzt noch rum hacken, die ist viel schlimmer.

    26.5.2013 um 18:34

  33. Sven schreibt:

    Fred, es nutzt aber nichts auf eine Anzeige zu verzichten, nur weil man ebenso Angst vor der Reaktion der Polizei hat. Es mag nicht angenehm sein, aber nur so kann der Täter bestraft werden. Wie gesagt, sie hatte das Foto, ob nun bei Twitter veröffentlicht oder nicht. Mit dem Foto hätte sie zum Bahnpersonal gehen können, die daraufhin die Bundespolizei verständigt hätte, die daraufhin versucht hätte, den Kerl aus der Bahn zu holen.

    Selbst wenn es dann nicht zu einer Strafverfolgung kommt, ist der Schock vielleicht schon Heilung und der Kerl überlegt sich das nächste mal, wie viel Alkohol er verträgt. Nicht zur Polizei zu gehen schützt den Täter, nicht das Opfer. Und der Täter braucht keinen Schutz, der braucht seine Strafe.

    26.5.2013 um 18:46

  34. Sasha schreibt:

    @Fred

    Bloß weil Du dich anscheinend Bauchgefühlsmäßig auf der moralisch richtigen Seite wähnst, heißt das noch lange nicht das hier keine Fragen mehr zum Tathergang gestellt werden sollten.
    Im übrigen, hätte Frau @totalreflexion auch ihre Mitreisenden um Hilfe rufen oder das Abteil einfach verlassen können.
    Twittern & Foto machen waren ja auch noch möglich.

    26.5.2013 um 18:47

  35. stefanolix schreibt:

    Meiner Meinung nach wäre folgendes angemessen gewesen:

    (1) Dokumentation der Straftat.
    (2) Anzeige bei der Polizei.
    (3) Ermittlungsarbeit öffentlich begleiten.

    Der Hinweis auf #aufschrei sollte bei der Polizei hoffentlich eine gewisse Betriebsamkeit auslösen.

    Eine Veröffentlichung des Fotos des Angreifers ist nicht angemessen, weil auch mutmaßliche Straftäter Persönlichkeitsrechte haben.

    Ein solcher Fall von Beleidigung, Nötigung und Entblößung könnte darauf hindeuten, dass der Angreifer eine Therapie benötigt, weil er sein Tun nicht wirklich selbst steuern kann.

    Zusätzlich zum Aspekt der Persönlichkeitsrechte würde ich deshalb gern noch anmerken, dass der öffentliche »Pranger« eine sehr ungute Wirkung haben könnte: Man signalisiert dem Täter nämlich damit, dass er eine ungeheure Beachtung findet, wenn er so etwas tut.

    26.5.2013 um 18:55

  36. Dennis schreibt:

    Waren die Tweets von @totalreflexion eigentlich schon immer “geschützt” oder ist das jetzt neu?

    26.5.2013 um 18:57

  37. Julia schreibt:

    Die Tweets von @totalrefelxion sind erst jetzt geschützt, lieber Dennis, nachdem der Shitstorm über sie einbrach.

    Zum Thema Videoüberwachung: Die Berliner S-Bahn ist videoüberwacht. Was hat es gebracht? Nichts.

    26.5.2013 um 19:13

  38. Paul schreibt:

    Hallo,

    die Frau hat vom Bahnsteig aus getwittert und nicht während des Vorfalls.

    Paul

    26.5.2013 um 19:15

  39. Philipp schreibt:

    Auch wenn hier extrem auf “Saya” draufgehauen wurde, finde ich, dass sie oder er im Kern vollkommen recht hat: Twittern als heldenhafter Schutz vor sexueller Belästigung?
    Soll das wirklich ein Vorbild sein?
    Es wurde berichtet, dass die Bahn proppevoll war und niemand eingeschritten ist.. Vielleicht hat ja aber jemand darüber getwittert? Das ist doch eine heldenhafte Schutzreaktion, oder?!

    Nicht zur Polizei zu gehen und stattdessen eine Form von Selbstjustiz zu führen halte ich in jedem Fall für genauso verwerflich, wie die eigentliche Tat. Da wird ja offenbar nicht mal versucht jemanden ordnungsgemäß zur Strecke zu bringen, stattdessen wird nach amerikanischen Vorbild gehandelt – Sexualstraftäter an den Internet Pranger.

    Ich bin gespannt wie sich die Sache entwickelt…

    26.5.2013 um 20:58

  40. Philipp schreibt:

    Nachtrag @Paul: Die Tweets lesen sich, als wären sie in der Gegenwart geschrieben worden. Also kann es wohl nicht vom Bahnsteig aus gewesen sein?!
    Kenne aber die Timestamps der Tweets nicht

    26.5.2013 um 20:59

  41. che2001 schreibt:

    Was Stefanolix da schreibt wäre in der Tat eine angemessene Vorgehensweise, die Veröffentlichung des Täterfotos allerdings auch. Dem Belästiger und seinen drei Kumpels wünsche ich, mal nicht in eine Kamera, sondern in eine abgesägte Schrotflinte zu gucken.

    26.5.2013 um 22:39

  42. stefanolix schreibt:

    @Che2001: Ist es wirklich sinnvoll, die »Exhibition« jetzt noch im Netz auszustellen?

    Soll das der Spezialprävention oder der Generalprävention dienen? Bei Licht besehen dient es allenfalls der Rache, aber nicht dem Recht und schon gar nicht der Prävention.

    Es gab ja schon bei #aufschrei eine Menge Fälle, in denen man nach Schilderung der Taten annehmen musste, dass die Täter therapiebedürftig sind: sich öffentlich zu entblößen oder sich an Frauen in der U-Bahn zu reiben scheint doch ein starkes Indiz dafür.

    26.5.2013 um 22:51

  43. che2001 schreibt:

    Lieber Stefanolix, (by the way, schön, dass wir uns mal wieder treffen!), dass solche Leute therapiebedürftig sind, darüber brauchen wir uns nicht zu streiten. Doch diese massive Belästigung verdient auch massive Gegenwehr. Das ist ja kein reiner Exhibitionist, der in der Öffentlichkeit seinen Schwanz zeigt – so jemand wäre für mich einfach ein Kranker – sondern er hat von drei anderen Männern sekundiert die Frau massiv bedroht. Und wer das tut, der ist dann auch reif für Notwehrmaßnahmen. Als jemand auf die sehr dumme Idee kam, meine damalige Karatetrainerin vergewaltigen zu wollen gab das mehrere Knochenbrüche. Das fand ich angemessen.

    26.5.2013 um 23:31

  44. stefanolix schreibt:

    Was die Karate-Trainerin betrifft: Zustimmung. Es sollten wesentlich mehr Frauen die Grundlagen der Selbstverteidigung beherrschen (es muss ja nicht immer bis zum Knochenbruch gehen). Aber man muss zwischen Notwehr und Rache differenzieren. Notwehr dient der Abwendung einer konkreten Gefahr.

    Vielleicht sagt Manchem das Gerechtigkeitsempfinden: Wenn man den Täter erwischt, müsste man ihn an den Pranger im Netz stellen oder gleich mal richtig durchprügeln.

    Wir bewegen uns dann aber auf sehr dünnem Eis: Es gibt auch Kräfte vom rechten Rand, die unter dem Vorwand des Schutzes vor Sexualstraftaten Gewalt ausüben oder zur Gewalt aufrufen.

    Die extremste Form der Rache ist ja inzwischen eine inoffizielle Parole der Rechtsextremen: Die Forderung nach der Todesstrafe für Sexualverbrechen an Kindern. Was sich damit noch für Parolen verbinden, muss ich hier nicht erklären.

    Überwachungskameras im ÖPNV verhindern bekanntlich keine Straftaten, aber sie können zur Aufklärung von Taten dienen (auch bei Angriffen auf Ausländer oder Behinderte). Deshalb bin ich dafür, diese Aufnahmen auszuwerten und die Täter zu fassen. Wenn die Täter schuldfähig sind, sollten sie eine harte rechtsstaatliche Strafe bekommen.

    Und im Laufe des Gerichtsverfahrens wäre dann auch aufzuklären, ob sich hinter seiner impliziten Aufforderung »Fotografiere meinen Schwanz!« ein psychisch krankes Verhalten verbirgt. Normal ist es jedenfalls nicht.

    26.5.2013 um 23:57

  45. Lesenswertes 27/05/2013 | Sebastian Booch schreibt:

    [...] Junge Dame wehrt sich gegen sexuellen Übergriff und dokumentiert die Tat auf Twitter » Blog von Pe… Unfassbar. [...]

    27.5.2013 um 8:03

  46. futuretwin schreibt:

    Oooookay, bei der Datenschutz-Fraktion hier finden sich ja zwei Argumente die man mal lustigerweise konfontieren sollte:
    1.Verbale Attacken sind doch keine Übergriffe, nur Tätlichkeiten sind dies.
    2. Eine Ohrfeige oder ein Tritt in die Eier (warum wird das oben nicht ausgeschrieben?) sind Notwehr, die Fotoveröffentlichung jedoch nicht.

    Im einen Fall wird eine Tätlichkeit als schlimmer, im anderen als nicht so schlimm bewertet. In beiden Fällen findet jedoch etwas statt, was ich mal eine Verengung auf Handgreiflichkeiten nennen möchte. Ich weiss nicht ob ihr die falschen Filme guckt, Leute?

    Zunächst mal: Natürlich ist sprachliche Gewalt auch Gewalt, das geht schon bei Beschimpfungen los. Ich möchte hier den Blogger rhizom zitieren, der das so schön auf den Punkt bringt:
    “Es ist also nicht real, wenn jemand zu dir sagt: ‘Hey, du Neger/Fotze/schwule Sau!’ — Das ist also nicht real? Man muss also über­haupt nicht zusam­men­zu­cken? Es ist also erst dann real, wenn er dir eine aufs Maul haut? (…) Ja, exis­tiert die Spra­che über­haupt nicht, oder was? Hast du keine Emo­tio­nen, wenn ich dich anspre­che? Ist das für dich nur die phy­si­ka­li­sche Bewe­gung von Luft?”

    Darüber hinaus geht es jedoch um Drohungen, besonders widerwärtige noch dazu.
    So und jetzt lest nochmal genau nach:
    Daraufhin hat die Bedrohte ihrerseits mit einer Drohung reagiert, nämlich der Drohung sein Foto zu veröffentlichen. Sehr angemessen, wie ich finde. Eigentlich noch zu nett. Er hat darauf nicht reagiert.

    Und jetzt wollen hier Leute ernsthaft ihr Vorhaltungen machen, weil sie ihre Drohung wahr gemacht hat? Er hats zum Glück nicht, dass heißt aber doch nur, dass sie in der Wahl ihrer Mittel (mit denen sie zunächst drohte) geschickter war. Und hinterher mag die Veröffentlichung nicht mehr viel bringen, die Drohung hätte dies jedoch gekonnt. Wenn der Pfosten darauf gleichgültig reagiert ist es nur legitim die Drohung wahr zu machen. Das hilft jetzt nicht mehr, sicher. Aber eine Drohung die nicht verwirklicht wird, bleibt leer.

    27.5.2013 um 9:36

  47. stefanolix schreibt:

    @futuretwin: Ich gehöre nicht zur Datenschutzfraktion, sondern zur Rechtsstaatsfraktion. Die Tat muss untersucht werden und Konsequenzen haben, auch harte Konsequenzen.

    Aber Selbstjustiz und Pranger sind nicht rechtsstaatlich.

    Das Bild des mutmaßlichen Täters (so viel Differenzierung muss sein) darf in der Presse nur gezeigt werden, wenn sein Gesicht unkenntlich gemacht wurde. Wer das Bild im Internet veröffentlicht, muss sich an die selben Regeln halten. Diese Regeln gelten für die Persönlichkeitsrechte jedes Menschen – vielleicht in irgend einer kritischen Situation auch für unsere.

    Das Verhalten des Täters, so widerwärtig es auch war, legitimiert ganz genau gar keine Art der Selbstjustiz oder des Prangers – übrigens auch keine Bedrohung des mutmaßlichen Täters.

    27.5.2013 um 10:14

  48. Mirco schreibt:

    @futuretwin
    Durch das Foto scheint sich die Situation doch entspannt zu haben, also das Foto selbst ist Notwehr und eine erfolgreiche.

    Die nachträgliche (!) Veröffentlichung nicht.

    @Julia
    Möglicherweise hat das Video die Tat dokumentiert. Hoffendlich. Man stelle sich vor, der Typ klagt wegen falscher Unterstellung.

    27.5.2013 um 10:40

  49. futuretwin schreibt:

    Jemandem der mich bedroht, darf ich also nicht drohen?

    Das ist nicht angemessen?

    Die Verhältnismäßigkeit siehst Du da nicht gewahrt? Dass er nicht mit der Schrotflinte weggeblasen gehört, aufgrund der fehlenden Verhältnismässigkeit, leuchtet mir schon ein.

    Aber ein Rechtstaat der solche Maßstäbe anlegt, wie du das tust (und ich weiß nicht ob er es täte) hätte meine Unterstützung nicht und ich würde diesem Recht auch zuwiderhandeln.

    27.5.2013 um 10:40

  50. stefanolix schreibt:

    Meine Bemerkung zum Drohen bezog sich auf einen früheren Kommentar, in dem che2001 schrieb, dass der mutmaßliche Täter mal »in den Lauf einer abgesägten Schrotflinte gucken« sollte. Und es ist natürlich das nachträgliche Bedrohen gemeint.

    Das Drohen mit dem Veröffentlichen des Fotos im Internet oder mit einer Anzeige bei der Polizei kann in der Situation einer konkreten Bedrohung angemessen sein.

    Das tatsächliche Veröffentlichen des Bildes zum Zweck des Anprangerns kann aber in einem Rechtsstaat niemals angemessen sein. Man sollte sich immer überlegen, ob man nicht eines Tages als zu recht oder zu unrecht Verdächtigter in der selben Situation sein könnte.

    27.5.2013 um 11:27

  51. futuretwin schreibt:

    Noch eine Diskrepanz in der Argumentation ist interessant:

    1.Twitter bringt doch gar nichts.
    2. Twitter ist Pranger

    Die Wahrheit liegt wohl in der Mitte. Eine tatsächliche Gefahr des Jobverlustes sehe ich nicht für den Mann, ich mag mich irren.
    Von amerikanischen Verhältnissen, mit angeprangerten Sexualstraftätern sind wir m.E. weit entfernt. Du, stefanolix, willst dies den Anfängen wehren und das ehrt dich.
    In Situationen, in denen der Rechtsstaat nicht schützt, sehe ich solche Handlungen wie die beschriebene jedoch als gerechtfertigt an.
    Und solange Frauen auf Polizeiwachen ausgelacht werden, wenn sie solche Vorfälle zur Anzeige bringen wollen, ist es vor allem im Hinblick darauf gerechtfertigt, damit sich ersteres ändert.

    Wenn von vorneherein klar ist dass die Drohung leer bleiben muss, weil eine Erfüllung nicht rechtstaatlich wäre ……. was bringt dann die Drohung noch? Letztlich ähnlich wie bei der Folterdrohung gegen Entführer. Die Zerredung solcher Grenzfälle kann kontaproduktiv sein, wie einsichtig werden sollte.

    27.5.2013 um 11:37

  52. futuretwin schreibt:

    Dass “dies” muss weg.

    Eigentlich kann ich die Frage auch schon beantworten:
    Die Drohung bringt deshalb etwas, weil der Bedrohte nicht weiss ob sich der Drohende an den Rechstaat gebunden fühlt. Also merke: Regeln sind dazu da, um gebrochen zu werden.

    27.5.2013 um 11:41

  53. stefanolix schreibt:

    Ein Foto der Entblößung gehört zur Polizei und dort dürfte man angesichts des Beweismittels (normalerweise) nicht lachen, zumal ja Aussagen von Zeugen oder Zeuginnen vorliegen.

    In der Tagespresse meiner Großstadt kommt Entblößung und sexuell aufgeladene Beleidigung (Bedrohung) dann und wann als Zitat aus dem Polizeibericht vor. Also wird dagegen offenbar auch etwas getan.

    In den meisten Fällen scheint aus dem Kontext klar, dass sich die Täter eben nicht kontrollieren können, so wie wir nüchtern denkenden Menschen vor den Rechnern es voraussetzen.

    Es gibt unterschiedliche Erklärungsmodelle: Dass sie vielleicht in Parallelgesellschaften mit einem furchtbar rückständigen Frauenbild geprägt sind. Dass sie ausgegrenzt oder gemobbt wurden. Dass sie Gewalt als normal empfinden.

    Das entschuldigt nichts. Aber deshalb ist es wichtig, dass solche Straftaten angezeigt werden und dass man der Polizei dabei auf die Finger schaut.

    Selbstjustiz würde dagegen nur eskalierend wirken.

    27.5.2013 um 12:06

  54. Gerecht schreibt:

    Hat jemand einen Link zum FOTO des Täters?

    27.5.2013 um 13:18

  55. junaimnetz schreibt:

    @stefanolix: Verzeih, wenn ich das falsch verstanden habe, aber ist eine evtl. psychische Störung für Dich so etwas wie eine Entschuldigung für die geschehene Belästigung (in meinen Augen ist es durchaus angebracht, von einem Übergriff zu sprechen. Wer weiß, was passiert wäre, hätte @totalreflexion das Ganze nicht in die Twitter-Öffentlichkeit gezerrt) Sozusagen: psychisch labil und betrunken? Der Arme kann ja gar nichts dafür, dem muss geholfen werden?
    Ich muss schon sagen, ich bin echt erschüttert, in welcher Art und Weise hier (und offenbar auch woanders) über diesen Vorfall geschrieben wird. Ich bin froh, dass es die Initiative #aufschrei für Frauen, denen so etwas passiert, gibt. Auch die selteneren, aber durchaus vorkommenden Übergriffe auf Männer sollten konsequent in die Öffentlichkeit gezerrt werden. Und was hier den Vorwurf der bisher nicht erfolgten Anzeige angeht: Die Argumentationen hier machen doch deutlich, WARUM @totalreflexion der Meinung war, es würde zu nichts führen. Weil Anwälte dann nämlich behaupten, die Rechte der Täter wären verletzt worden, sie selbst seien auch gar nicht daran schuld, der Alkohol und die psychische Prädisposition hätten dazu geführt… das Mädel sei ja auch so aufreizend angezogen gewesen, und überhaupt: Wieso nimmt sie die öffentlichen Verkehrsmittel…. Alles schon gehört, und ich sage Euch: Es kotzt mich an. Ich bitte diejenigen, denen es hier klar an Empathie fehlt, ein wenig nachzudenken, wie sie sich in einer solchen Situation gefühlt hätten. Und dann erst zu kommentieren. @Peter: Danke für Deinen Beitrag.

    27.5.2013 um 14:16

  56. Chris schreibt:

    Naja, die Frage @saya in wie fern man in so einer Situatuation noch ruhig solche Tweets rausbringt, bleibt schon irgendwie unbeantwortet im Raum stehen.

    Das hat auch nichts mit Opferblaming zu tun. Es ist schon seltsam und bringt einen ans Grübeln.

    Ebenso wie die Bemerkung des männlichen Passanten. Womit könnte sie sich denn überschätzt haben? Das sagt man ja nicht einfach so. Nun gut, womit auch immer sie sich evtl. überschätzt haben könnte, ist keine Rechtfertigung für die geschilderte Gewaltreaktion. Außerdem pfui-feige von dem Typen.

    Aber doch letztlich: Man kann schon nicht, wie Frau Schwarzer es auch fordert, im Zweifel für den BeschuldigENDEN plädieren.

    Grüße,

    Chris

    27.5.2013 um 22:15

  57. stefanolix schreibt:

    Wer Personen die Empathie abspricht, ohne sie überhaupt zu kennen, sollte über den Stand der eigenen Empathie nachdenken ;-)

    Ich habe mich mit gar keinem Wort dagegen ausgesprochen, dass der Vorgang öffentlich gemacht wird. Im Gegenteil: Ich habe geschrieben, dass der Polizei auf die Finger geschaut werden sollte – damit die Öffentlichkeit erfährt, wie die Behörde mit der Anzeige umgeht.

    Natürlich muss alles Mögliche getan werden, um den Täter zu ermitteln. Aber Selbstjustiz und Pranger sind abzulehnen: erstens, weil wir in einem Rechtsstaat leben und zweitens, weil es die Empathie verlangt.

    Warum aus Empathie? – Ganz einfach: Weil es auch nachhaltige Empathie gibt. Jeder Pranger im Internet birgt die Gefahr, dass ein Unschuldiger mit dem Täter verwechselt wird. Wenn der Pranger im Internet also zur Regel wird, kann es zu Ausschreitungen gegen jemanden führen, den man im Internet erkannt zu haben glaubt. Weißt Du, wen es dabei treffen könnte?

    Selbstjustiz und Pranger haben in einem demokratischen Rechtsstaat nichts zu suchen.

    Sollte sich nach einem psychiatrischen Fachgutachten herausstellen, dass der mutmaßliche Täter tatsächlich eine Störung aufweist, dann muss ihm in seinem Interesse und im Interesse der potentiellen Opfer geholfen werden. Das ist in einer zivilisierten Gesellschaft ja wohl selbstverständlich.

    Und selbst wenn Gutachten und Urteil nach schwereren Straftaten dazu führen sollten, dass ein Täter in eine Sicherheitsverwahrung kommt – hat er trotzdem das Recht auf eine menschenwürdige Behandlung.

    27.5.2013 um 22:19

  58. SavanTorian schreibt:

    solche typen müssen angeprangert werden, bevor sie wirklich zuschlagen und es nicht nur bei nötigung bleibt!

    28.5.2013 um 1:45

  59. Marc schreibt:

    Als ich den Anfang “Ich werde von 4 Typen in der S-Bahn als Hure u Fotze beschimpft” las, wusste ich schon ohne Foto, wie der Täter höchstwahrscheinlich aussieht. Bin ich da wirklich der Einzige? Es ist an der Zeit, dass die betroffenen Frauen auch mal laut sagen, dass sie mit Männern muslimischen Glaubens häufiger diese Negativ-Erfahrungen machen, als mit Männern anderer Konfessionen. Das liegt m.E. am beschissenen Frauenbild im Islam. Wenn man das nicht endlich öffentlich diskutiert, wird sich daran nie etwas ändern. Und spart euch das Nazi-Tralala, ich wähle Linkspartei und einige meiner besten Freunde sind Ex-Muslime

    28.5.2013 um 4:41

  60. Veldrin69 schreibt:

    Hallo zusammen.
    Zuerst Saya: Der Nick klingt weiblich, umsomehr wäre ich verwundert. Die Verurteilung der Handlungweise von Kathy sollte gerade aus weiblicher Sicht kein Thema sein. Sie hat in ihren Möglichkeiten reagiert. Wenn man von “Ohrfeige” oder “Tritt in den Schritt” als Notwehr redet so ist das eine totale Lachnummer. Ein einzelnes Mädel das sich, ohne die Hoffnung auf Unterstützung, körperlich gegen vier besoffene Kerle zu Wehr setzt?
    Da würde ich als Kerl nicht wirklich viele Chancen haben, da diese Typen akloholisiert und offensichtlich gänzlich ungehemmt sind. Man muss Sorge haben das die einen auf der Stelle totprügeln.
    Davon ab hat es “noch” keinen körperlichen Übergriff gegeben. Wie nun wenn das Mädel einen der Kerle körperlich angeht? Eine Eskalation wäre sicherlich die Folge. Diese kann nur zu Ungunsten der jungen Frau laufen.
    Aufmerksamkeit erwecken ist sicher der kontrolliertere Weg. Respekt für diese Selbstbeherrschung, während die meisten dazu neigen gleich loszuschlagen.
    Und, wenn dieser Typ jetzt (ach du meine Güte) seinen Job verlieren sollte, oder ähnliche Konsequenzen aus seinem Suff heraus enstehen, dann könnte ihm das eine Lehre sein, bevor er irgendwann mangels irgendwelcher Konsequenzen ein Verbrechen begeht für das er im Gefängnis landet.
    Außerdem hat die junge Frau “jetzt” schon Konsquenzen, ohne das sie jemandem etwas getan hätte.
    Ich kann es als Mann kaum richtig nachvollziehen, aber mein Gefühl sagt mir das die psychischen Auswirkungen solcher Verbrechen enorm sein müssen.
    Eine Frau verliert durch solche Verbrechen ihre Unbeschwertheit, und somit die Freiheit die unsere westliche Welt so lebenswert macht.
    Und das ist nur “eine” Auswirkung von unzähligen, die derartige Übergriffe so grausam und schrecklich machen.
    Zum Thema es ist ja kein “körperlicher” Angriff gewesen und “Hysterie”!
    Diese Typen waren stinkbesoffen. Sie haben offensichtlich keinerlei Respekt dieser jungen Frau, oder überhaupt einer Frau gegenüber.
    Diese Respektlosigkeit schafft einen sehr schmalen Grat hin zu weiteren Übergriffen.
    Und die Ignoranz der anderen Passagier schafft bei den Verbrechern noch ein Gefühl der Sicherheit, vielleicht sogar Bestätigung, das dieser Übergriff ja nicht so falsch sein kann.

    Will keinen Roman schreiben, aber diese Situation ist unhaltbar. Man muss ernstlich überlegen für solche Anfänge entsprechende Strafen zu verhängen um zu verhindern das diese Kerle im nächsten Rausch und bei entsprechender Situation zu viert eine Frau vergewaltigen.
    Ihne muss beigebracht werden das es Grenzen gibt, bevor die Situation sowohl für das potenzielle Opfer als auch für die Täter eskaliert.

    Gruß Veldrin

    28.5.2013 um 7:18

  61. futuretwin schreibt:

    @Marc “ich wähle Linkspartei”
    Na, dann grüß mal den BAK-Shalom und die Anti-Anti-Rassisten, du konservativer Kommunist!

    Und ein dreifaches Hurra auf unsere “westliche Welt” wo solche Dinge ja zum Glück nur von islamischen Migranten importiert werden. Wir selbst sind ja zum Glück SOOO emanzipiert! Mann, ist Deutschland geil! Und generell der Westen! Wir müssen diesen Rückständigen doch endlich mal die Zivilisation bringen! Wer ist dabei?

    28.5.2013 um 8:57

  62. anonymous schreibt:

    zum thema videoüberwachung: videoüberwachung ist, soweit ich informiert bin, kein livestream, sondern nur eine aufnahme. diese aufnahmen werden für die aufklärung von straftaten genutzt – nachdem sie gemeldet wurden. gerade wenn diese aufnahmen noch mit einem handyfoto kombiniert werden, steigt die wahrscheinlichkeit, dass man nachweisen kann, dass die auf dem foto zu sehende person die ist, die auch auf der videoaufnahme der bahn zu sehen ist. aber wie gesagt nur dann, wenn es gemeldet wird.

    28.5.2013 um 9:36

  63. Skeptiker schreibt:

    Ja warum hat sie sich noch mit den Täter unterhalten, getwittert ein Photo gemacht und nicht gleich die Polizei gerufen? Wahrscheinlich um den Vorfall politisch ausschlachten zu können. Da ist auch die eigene Sicherheit egal.

    28.5.2013 um 12:11

  64. futuretwin schreibt:

    Richtig, Skeptiker, Opfer haben sich gefälligst opfergerecht zu verhalten, wie können sie sonst als Opfer ernstgenommen werden.

    28.5.2013 um 12:49

  65. Skeptiker schreibt:

    @futuretwin

    Nein nein, sie müssen sich wehren und möglichen Schaden auf sich nehmen um nicht OPFER zu werden.

    Merkste was?

    28.5.2013 um 14:03

  66. futuretwin schreibt:

    Echt?
    Ich finds ja besser, wenn die sich ruhig verhalten (ist schließlich die erste Bürgerpflicht) und das mal schön den fähigen und verständnisvollen Beamten unserer geschätzten Polizei überlassen, die sich ja erfahrungsgemäß bestens in Opfer einfühlen können, natürlich vorausgesetzt, dass sich das Opfer auch so verhält und nicht etwa als eigenes Individuum in Erscheinung tritt.
    Wer im Ernstfall das Maul aufmacht und sich verbal oder womöglich noch mit heimtückischer Technik zur Wehr setzt, kann doch nicht im Ernst verlangen, dass irgendjemand für ihn oder sie Empathie aufbringen kann, Skeptiker jedenfalls am allerwenigsten.

    28.5.2013 um 15:05

  67. a schreibt:

    es ist also zielführender, “das” den fähigen und verständnisvollen leuten bei twitter zu überlassen?

    was genau ist “das”? selbstjustiz und eventuell emotional aufgewühlter lynchmob, bei dem möglicherweise unbeteiligte zu schaden kommen?

    28.5.2013 um 15:42

  68. futuretwin schreibt:

    lol Ja, stimmt, die Twitterer könnten den Täter ja in einem Shitstorm ertränken. Was fürn ekliger Tod!

    Meinst du das mit dem Lynchmob ernst? Wann ist denn an deinem Fenster zuletzt einer vorbeigekommen? So ein echter mit Fackeln und Forken?

    28.5.2013 um 15:51

  69. a schreibt:

    ich hatte bewußt fragezeichen ;)

    ich versuche es noch mal anders, nur damit ich dich richtig verstehe:

    - du befürwortetst den pranger, obwohl du nur einen shitstorm erwartest?

    - du lehnst rechtsstaatliche mittel ab, weil sie deiner meinung nach nichts bringen?

    28.5.2013 um 16:28

  70. futuretwin schreibt:

    Ich lehne rechtsstaatliche Mittel nicht ab. Ich lehne es auch ab, dass Sexualstraftäter auf bestimmten Seiten mit Foto online gestellt werden.
    Ich halte nur diesen speziellen Fall nicht für eine Pranger-Praktik sondern bin geneigt, mich der obigen Umschreibung “Vergrößern der Öffentlichkeit” anzuschließen. Dies ist umso mehr legitim, als behördliche Schritte oft mit Demütigung für Frauen verbunden ist. Ohne es zu wissen, könnte ich mir vorstellen, dass die Rechtsstaatsfetischisten hier eher männlich sind.

    Ich möchte der Selbstjustiz nicht das Wort reden, ich finde die Umschreibung Zivilcourage hier passender.

    Ich verlinke einmal auf einen Blogeintrag in dem ähnliches thematisiert wird, da kommen auch Rechtsstaatsfetischisten auf ihre Kosten (zustimmend meine ich)
    http://schizoanalyse.wordpress.com/2013/05/04/die-jagd/

    28.5.2013 um 16:56

  71. a schreibt:

    nach den mir vorliegenden definitionen entspricht das veröffentlichen von fotos auf twitter einem pranger.

    der text auf der verlinkten seite ist gut; den film kenne ich nicht. du meinst also:

    - eine veröffentlichung ist nötig, um mehr aufmerksamkeit zu generieren
    - bis zur tatsächlichen bestrafung sollen wir bei veröffentlichten fotos von der unschuld ausgehen und die “unsicherheit aushalten”

    btw: nicht jeder post, in dem vom rechtsstaat die rede ist, stammt von einem der norm entsprechendem mann.

    28.5.2013 um 19:02

  72. Skeptiker schreibt:

    @futuretwin

    Mein lieber futuretwin, ich kann genug Empathie und Verständnis aufbringen, aber das bedeutet noch lang nicht das ich dann auch mit allem Einverstanden sein muss.

    28.5.2013 um 20:52

  73. futuretwin schreibt:

    Naja hier gibt es ja wenig “Unsicherheit”. Aber vielleicht sollte ich den Anregungen von schizoanalyse ja selbst mehr folgen und die Emotionen mal ein bisschen runterschrauben.
    Ich bin ja fast geneigt der Anti-Pranger-Fraktion Zugeständnisse zu machen, wenn ich mir ausmale wie Rassisten wie Marc mit dem Foto bewaffnet zur Türkenjagd blasen.

    Ich glaube trotzdem, dass die Reichweite von Twitter hierzulande nicht so groß ist, als dass die Vorstellung von Lynchmobs mehr als Dramatisierungen sind.

    Darüber hinaus werden zwei Dinge ignoriert:
    1. Die Tat hat bereits im öffentlichen Raum stattgefunden.
    2. Der Mann hat sein Einverständnis zur Veröffentlichung gegeben.

    Das passt für mich nicht zu einem Pranger

    28.5.2013 um 21:23

  74. 3ba schreibt:

    Hää, wo leben wir eigentlich? Es ist doch nun wirklich egal ob der Typ aufgrund dieser Aktion sein Job verliert.

    28.5.2013 um 21:49

  75. futuretwin schreibt:

    @Skeptiker

    Stimmt, du bist ein Ausbund an Empathie. Du hast dich sogar soweit in die Frau hineinversetzt, dass du besser als sie weißt, was gut für sie ist. Du willst sie nur schützen. Vor der bösen Welt und vor sich selbst, da sie ja mit ihren wirren politischen Ideen Gefahr läuft Schaden zu nehmen.

    28.5.2013 um 21:52

  76. stefanolix schreibt:

    @futuretwin: Ich begrüße die »Zugeständnisse an die Anti-Pranger-Fraktion« und auch das Bedenken möglicher Ausschreitungen von Extremisten.

    Einige Hinweise zu Deinen Einwänden:

    1. Die Reichweite von Twitter ist nicht relevant, weil das Bild zu Facebook oder auf jeden beliebigen anderen Server im Netz wandern kann.

    2. Die mündliche Zustimmung [eines Betrunkenen] ist rechtlich nicht wirksam.

    3. Auch wenn ein Mensch im öffentlichen Raum fotografiert wird, gibt das niemandem das Recht, sein Bild im Netz auszustellen.

    Ich finde es auch erschreckend, dass hier einige munter darüber spekulieren, dass er doch seinen Job verlieren könne.

    Ich bin eher dafür, dass er seinen Job behält, damit er eine Weile intensiv für die Bezahlung der Geldstrafe und des Schmerzensgelds arbeiten kann.

    Der Rechtsstaat ist auf Resozialisierung orientiert und nicht auf Ächtung.

    Noch mal: Die Strafe muss hart, aber rechtsstaatlich begründet sein. Jegliches Mobbing im Netz muss unterbleiben, weil niemand die Folgen beherrschen kann.

    Aber es ist schön, dass vernünftige Argumente doch noch ein wenig Gehör finden ;-)

    28.5.2013 um 23:22

  77. Skeptiker schreibt:

    @futuretwin

    Ja, so unglaublich es auch klingen mag, ich behauptet tatsächlich zu wissen das eine Frau gegen 4 angetrunkene Männer keine Chance hat!
    Aber wenn Frau @Totalreflexion Märtyrer spielen will, bitte sehr.

    29.5.2013 um 0:32

  78. futuretwin schreibt:

    @skeptiker
    Hat sie nicht? Aber doch nur wenn es um Handgreiflichkeiten geht, oder? Und auf diese Ebene möchtest du das ganze ja dringend bringen um auf die Hilflosigkeit der Frau hinzudeuten, damit du se paternalisieren kannst. Dabei würde die dich vermutlich in jeder Diskussion locker in die Tasche stecken. Und in Extremsituationen mehr “Eier” als du beweisen, der vermutlich “Polizei” krächzen würde und dann die Beine in die Hand nehmen.
    Deine Verurteilung einer “politischen Ausschlachtung” finde ich so widerlich, dass ich dir am liebsten vor die Füße kotzen würde.

    @alle
    Aber Politik ist ein gutes Stichwort. Welche Politik verfolgt ihr hier alle, die ihr hier postet? Manche werden sagen, sie sagen nur ihre “Meinung” aber das ist natürlich Blödsinn. Meinung ist immer schon Politik. Und da bitte ich doch um ein bisschen Umsicht. In dem Zusammenhang weise ich darauf hin, dass ich nicht grundsätzlich, aber sehr wohl in DEM KONKRETEN FALL geneigt bin, das Verhalten als legitim zu bewerten und auf das Strafgesetzbuch zu scheißen.

    Aber schaut doch mal darauf, was es über eure Politik aussagt, wenn ihr bei dieser Diskussion direkt beim Täterschutz ansetzt.
    Oder wenn ihr erstmal den Islam basht um euch selbst besser zu fühlen.

    Wer sich die Mühe gemacht hat meinem Link zu folgen wird über den Begriff der Verfügbarkeitsheuristik gestolpert sein.
    Wenn ihr direkt an einen möglichen Lynchmord am Täter denkt, spottet das der Realität. Wann war der letzte Lynchmord in Deutschland?
    Aber wieviele diesem speziellen Vorfall entsprechende Taten ereignen sich jedes fucking Wochenende?
    Und in diesen Verhältnismäßigkeiten möchte ich die Diskussion doch bitte geführt sehen.

    29.5.2013 um 5:15

  79. futuretwin schreibt:

    Und wer hat eigentlich von Extremisten gesprochen, stefanolix?

    29.5.2013 um 8:38

  80. stefanolix schreibt:

    @futuretwin: Von wem stammt denn das Zitat: »… wenn ich mir ausmale wie Rassisten wie Marc mit dem Foto bewaffnet zur Türkenjagd blasen«?

    Ich habe es in meinem Kommentar am 26.5.2013 um 23:57 schon angedeutet: Wer Selbstjustiz befürwortet, bewegt sich auf sehr dünnem Eis. Denn er begibt sich dabei auf das selbe Niveau wie bestimmte extremistische Gruppen.

    Die Diskussion setze ich deshalb nicht beim Täterschutz an. Im Gegenteil: den mutmaßlichen Täter will ich rechtsstaatlich bestraft sehen, wie ich schon mehrmals angemerkt habe.

    Ich setze beim Schutz vor unkontrollierter Selbstjustiz an. Es liegt sehr deutlich auf der Hand, dass damit Unbeteiligte getroffen werden können. Und selbst wenn die Rache nur den tatsächlichen Täter treffen würde, wäre sie weder legal noch legitim.

    29.5.2013 um 9:53

  81. a schreibt:

    dass du die postenden, die die _nach_ einem vorfall vollzogene vorgehensweise kritisieren, in die schublade “denen ist das opfer egal” steckst, ist mehr als zweifelhaft. insbesondere, wenn in den posts wörter wie “polizei” und “rechtsstaat” fallen, die in richtung der bestrafung des täters zeigen.

    ob das verhalten legitim war, sollte nun eigentlich per strafgesetz entschieden werden. aber da du anscheinend ja doch “drauf scheißt” willst, erübrigt sich eine weitere diskussion.

    29.5.2013 um 9:55

  82. DMS schreibt:

    Ohme mir ein abschließendes Urteil gebildet zu haben: Notwehr scheidet hier aus.

    § 32 StGB: “Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden.” Bisher konnte mir noch niemand erklären, inwiefern nun ein Twittern geeignet ist,(selbst direkt in der Situation, sollte es so gewesen sein, wobei ich dieser Darstellung skeptisch gegeüberstehe – ich fühle mich bedroht, und habe noch die Muße, den Täter angeblich um Erlaubnis zu fragen und ein paar Tweets abzusetzen??) den Angriff des Anpöbelns sofort zu beenden. IMHO gar nicht.

    29.5.2013 um 10:01

  83. lfalkenburg schreibt:

    Die Frage wird mir von euch keiner beantworten können ich stelle sie aber noch einmal: Was war denn die Vorgeschichte für den “Angriff”?

    Es stellt sich ja so dar als sei das Opfer in eine gefüllte S-Bahn gestiegen um dann von n besoffenen angemacht zu werden.

    Offenbar soffen und rauchten die Subjekte ja in der S-Bahn. Ich kann nur von mir aus urteilen aber ich wäre zu den Jungs hingegangen und hätte sie aufgefordert das sein zu lassen. Irgendwie beschleicht mich seit Tagen des Nachdenkens über den Auslöser genau dieser Verdacht …

    Was ich wirklich couragiert fände in der heutigen Zeit aber auch dämlich wenn man die Situation nämlich falsch einschätzt “bekommt man aufs Maul”, wie wir früher in unserem Bergdorf immer sagten.

    (Wahrscheinlich kriege ich jetzt von der empathischen Prangerfraktion aufs Maul)

    29.5.2013 um 10:18

  84. stefanolix schreibt:

    @DMS: Das Opfer hat in einer Gefahrensituation dem mutmaßlichen Täter gedroht: Ich veröffentliche dein Bild.

    Damit wollte die Frau eine konkrete Gefahr abwenden. Bis zu diesem Punkt halte ich es für legitime Notwehr, denn die Gefährdung war gegenwärtig: er hat beleidigt und bedroht.

    Ob der mutmaßliche Täter (im betrunkenen Zustand) der Veröffentlichung zugestimmt hat oder nicht, ist aus meiner Sicht nicht relevant: Eine Veröffentlichung aus Rache oder zum Zweck der Bloßstellung des mutmaßlichen Täters kann niemals angemessen sein.

    Wann die Tweets geschrieben wurden, wissen wir nicht genau, aber die konkrete Bedrohung hat es offenbar gegeben. Ich finde es nicht in Ordnung, das Opfer mit Vermutungen zu belasten.

    29.5.2013 um 10:31

  85. Skeptiker schreibt:

    @futuretwin

    Ja, ich will tatsächlich nicht das sich der öffentliche Raum in eine permanente Kampfzone verwandelt und sich somit der beschissene Status quo verfestigt.

    Mein Einduck momentan ist das es dir eher um Deine politische Agenda geht, gegen den Rechtsstaat zu hetzen und du dafür auch im gewissen Umfang bereit bist menschliche ‘Verluste’ hinzunehmen.
    Sehr empathisch ist das nicht.

    29.5.2013 um 10:40

  86. DMS schreibt:

    Und nach aller Lebenserfahrung bekommt man dann von Angetrunkenen eine auf’s Maul. IMHO kein geeignetes Mittel, um den Angriff zu beenden. Behaupte ich als Jurist einfach mal. Insgesamt fügt sich das bei mir genau zu diesem Bild zusammen: die Dame hat gemeckert wegen Rauchen und Saufen (mutig, aber dämlich), wurde daraufhin angepöbelt und hat HINTERHER als Rache getwittert. Als #aufschei-Aktivistin ist sie dafür nicht gänzlich unbekannt – es gibt angeblich sogar Tweets, in der sie angibt, andere Menschen wegen Politdiskussionen “rungemacht” zu haben. Wenn ich mal spekuliere, haben wir auf Seite der “Täter” eine Beleidigung, die i.a.R. auf den (mühsamen und selten erfolgreichen) Privatklageweg verwiesen wird, wenn überhaupt. Durch ihr Twittern steht für die Dame möglicherweise “üble Nachrede” auf dem Spiel. Und (erhebliche) Schadenersatzforderungen – diese Art, jemanden an den Pranger zu stellen, mag ICH überhaupt nicht. Auch für die Täter gilt die Unschuldsvermutung – und die behauptete Schuld zu beweisen, dürfte wohl eher schwierig sein.

    29.5.2013 um 10:40

  87. futuretwin schreibt:

    “und die behauptete Schuld zu beweisen, dürfte wohl eher schwierig sein.”

    Bei einer voll bestzten S-bahn…..

    Ich bin draußen, es erübrigt sich in der Tat jede Diskussion.

    29.5.2013 um 11:00

  88. stefanolix schreibt:

    Ich verabschiede mich auch aus der Diskussion. Es ist völlig unangemessen, das Opfer mit Vermutungen und Unterstellungen zu belasten – ob man politisch nun auf der selben Seite oder auf einer anderen Seite steht.

    Die Unschuldsvermutung ist natürlich zu beachten. Deshalb spricht man ja auch vom »mutmaßlichen« Täter. Aber gleichzeitig ist auch davon auszugehen, dass es den Vorfall mit Beleidigung und Bedrohung so gegeben hat und dass es ähnliche Vorfälle auch anderswo gibt.

    29.5.2013 um 12:05

  89. Gülten schreibt:

    Ich habe nun nicht eine Nacht, ich habe mehrere Nächte drüber geschlafen. In der Tatnacht wurde ich per mehrfacher Retweets auf das Geschehen aufmerksam und folgte intensiv.

    Auch das Foto und die ganzen eingehenden Kommentare darunter waren für mich sichtbar – als nicht Follower von Kathy. Reflexartig entstand Empathie mit ihr und ich war empört darüber, wozu Alkohol (völlig eindeutig sah man eine Wodka-Flasche auf dem Foto) mal wieder geführt hatte.
    Ich führte es jedenfalls nicht wie in vielen Kommentaren nachzulesen waren, auf den vermutlichen Migrationshintergrund hin -> http://www.zukunftskinder.org/?p=41062 oder darauf hin, dass er ein Mann, sie eine Frau war.
    Ich wertete den Vorfall von Anfang an nicht für einen sexuellen Übergriff, denn wie unschwer auf dem Foto zu erkennen war, saß der Mann seelenruhig auf seinem Platz. Kathy muss im Gang gestanden haben, der Perspektive des Fotos nach zu urteilen. Der Mann hatte eine Zigarette und die rechte Hand im Gesicht, während er mit der linken den Stinkefinger zeigte, nach dem Motto: Kannst mich mal!
    Ich zweifel keineswegs den Hergang, wohl mache ich mir Gedanken, ob es eine Vorgeschichte dazu gab. Denn durch einige Kommentare wurde ich darauf aufmerksam, dass
    1.Kathy schonmal lautstark in einem öffentlichen Verkehrsmittel wurde, um über alles nörgelnde Mitfahrer anzubrüllen(<- ihr Ausdruck), sie sollten sich dann doch politisch engagieren.
    2.Kathy war eine selbstbewusste Persönlichkeit, die ich in einem TV-Auftritt schon erlebte und die sich zu wehren wusste.
    3.Kathy diese Beschimpfungen nicht das erste Mal erlebte: „Wir werden bei Twitter, per Mail und SMS, aber auch im persönlichen Gespräch als ,Huren‘, ,Fotzen‘ und ,Schlampen‘ bezeichnet“.
    Das soll jetzt nicht bedeuten, dass man irgendwann abgehärtet ist gegenüber Sexismus oder Beleidigungen. Aber in dem oben zitierten Interview von ihr kann man mehr erfahren: "Ich erwarte von Feministinnen schon das Gleiche, was ich vom Bundespräsidenten erwarte: die Reflexion der eigenen Position."

    Sie reflektierte ihre Position als einen Aufschrei. Subjektiv. Eine Frau wird von mehreren Männern in der S-Bahn angegriffen. Erneut der Hinweis, dass die Männer SITZEN! Die S-Bahn sei voll, also nimmt es die Möglichkeit, dass sie an diesem 4er Platz bereits saß, und die Männer zu ihr gekommen wären, sie bedrängt hätten oder sonst wie.

    Sie brachte die Tat erst zur Anzeige, als die Veröffentlichung des Bildes zu einem Entsetzen über Selbstjustiz führte – und das ist keineswegs als Notwehr sondern eher als Rache zu bewerten.
    Vorallem folgte Anzeige erst dann, als sich hier eine Zeugin zu dem Vorfall meldet – wobei ich nicht an der Glaubwürdigkeit der Zeugin zweifeln möchte, dennoch den Hinweis geben möchte, dass eine Kontaktaufnahme mit Kathy zu Rücksprachen führen könnte und deshalb ebenso kritisch zu bewerten ist.
    Genauso kann auch der mutmaßliche Täter sich mit seinen Freunden mittlerweile absprechen, und den Alkohol auskurieren, falls er überhaupt noch identifiziert und polizeilich vorgeführt werden kann. Der Spieß kann also auch umgedreht werden, Kathy vom eigentlichen Opfer zum Täter werden – und nur deshalb, weil sie trotz Unterstützung von 4 Personen von einer Anzeige an Ort und Stelle abgesehen hat. Man überlege mal die Konsequenzen!

    Kathy sagte zu ihrer feministischen Tätigkeit: "Wir fordern alle Gleichberechtigung, körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung."

    1. Gleichberechtigung: Ein Mann kann auch nicht per Social Media ein Bild von einer Frau veröffentlichen, die ihn zuvor beschimpfte und bedrohte!
    2. Körperliche Unversehrtheit: Ob die Freunde den Mann zurückgehalten hätten, wenn er in einem Wortgefecht mit einem Mann geraten wäre? Oder wäre da die körperliche Unversehrtheit in einer Schlägerei flöten gegangen?
    3. Selbstbestimmung: Es stand ihr jederzeit frei, sich von den Männern fernzuhalten. Es war ihr gutes Recht selbst zu entscheiden, ob sie ihn anzeigt oder nicht. Aber es ist keine Selbstbestimmung mehr und überschreitet jede Grenze von Vernunft, den Mann an den öffentlichen Pranger zu stellen. Und das muss – egal ob es eine Frau oder ein Mann tut – kritisiert werden dürfen!

    Es gibt Sexismus im Alltag.
    Die Aufschrei-Aktion begrüßte ich sehr, damit Frauen endlich mal verstehen, dass es kein Phänomen ist, was nur in fernen Ländern passiert und wir Sexismus schon so verinnerlicht haben, dass uns viele Dinge gar nicht auffallen – somit wir auch gar nicht ändern können. Wir können die Männer oder Frauen nicht ändern, doch wir können sie sensibilisieren und damit die Zukunft aktiv mitgestalten.
    Und ich möchte auf Kathy's eigene Worte über Medien aufmerksam machen: "Sie deckten eher das Bedürfnis nach Empörungsgenuss und den Aufgeregtheitsbedarf und haben damit den Geschlechterkampf erst geschürt, der den Aufschrei-Unterstützerinnen so oft vorgeworfen wurde."
    Und folgendes noch: "Wir wollen eine offene Debatte darüber, wie wir ohne Sexismus zusammenleben können. Dazu muss eine Gesellschaft auch mal aushalten können, dass Menschen für ihr Verhalten und ihre Aussagen kritisiert werden."

    Das gilt auch für Kathy. Das gilt auch für mich. Also her mit eurer Kritik ;-)

    29.5.2013 um 15:49

  90. che2001 schreibt:

    Was soll das denn bitteschön für eine Unschuldsvermutung sein, wenn der Purche beim Rausholen seines Schwanzes und Bedrohung einer Frau gefilmt wurde? Das Attentat auf Herrhausen sollte nur als schwerer Eingriff in den Straßenverkehr geahndet worden sein, Christian Klar war nur ein Fahrer oder so? Das ist doch alles völlig meschugge!

    Ach ja, Jesus wurde nach geltendem römischen Recht gekreuzigt, jede Aufregung darüber ist unsinnig und Alles, was danach geschah deswegen annulliert. Ave Cäsar!

    30.5.2013 um 23:31

  91. Froschs Blog » Blog Archive » Im Netz aufgefischt #113 schreibt:

    [...] Peter Piksa: Junge Dame wehrt sich gegen sexuellen Übergriff und dokumentiert die Tat auf Twitter (via [...]

    2.6.2013 um 13:26

  92. prom dresses camille schreibt:

    The other day, while I was at work, my cousin stole my iphone and tested to see if it can survive a 40 foot drop, just so she can be a youtube sensation. My apple ipad is now destroyed and she has 83 views. I know this is totally off topic but I had to share it with someone!

    15.12.2013 um 19:24

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